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Geld verdienen in Zeiten von Staatspleiten

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In Zeiten drohender Staatsbankrotte können Staatsanleihen für den Anleger ein heißes Eisen sein. Als Alternativen bieten sich Unternehmensanleihen an. Im abgelaufenen Jahr zeigten die Kreditmärkte – eine Anlageklasse, die nach unserem Verständnis vor allem Unternehmens- und Schwellenländeranleihen umfasst – einen Aufwärtstrend, wie er seit 2009 nicht mehr zu beobachten war: Der Merrill-Lynch-Referenzindex für europäische Unternehmensanleihen (Rating-Spanne von A+ bis BBB-) legte um 14 Prozent zu. Die Sorgen, die Anfang 2012 noch die Stimmung belastet hatten, schienen wie weggeblasen. Weder schied Griechenland aus der Eurozone aus, noch führten die Sparmaßnahmen der europäischen Regierungen zu großen Unruhen in der Bevölkerung.Gute Aussichten für Corporate BondsDie Chancen stehen gut, dass Unternehmensanleihen ("Corporate Bonds") weiterhin an Wert gewinnen, wenn auch nicht mehr im gleichen Umfang wie 2012. Die Spreads  – also die Renditeaufschläge von Unternehmensanleihen zu vergleichbaren Staatsanleihen – die 2012 bereits deutlich zurückgekommen sind, dürften sich weiter zurückbilden. Im Moment betragen die Spreads im Durchschnitt rund 150 Basispunkte, was unserer Ansicht immer noch relativ attraktiv ist.Worin liegen die Gründe für diese Zuversicht? Ein wichtiger Faktor ist, dass "Europa" trotz wirtschaftlicher Stagnation Ungleichgewichte bewältigen kann. Dies zeigt sich in den Fortschritten der "Peripherieländer" der Eurozone beim Abbau der Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizite. In einer solchen Situation werden niedrig verzinste und "sichere" Staatsanleihen für die Anleger immer unattraktiver.Unternehmensanleihen sind rarDas Angebot an Wertschriften wird relativ begrenzt bleiben, was den Preisen Auftrieb verleihen dürfte. Gemäß Schätzungen von Morgan Stanley (Xetra: 885836 - Nachrichten) werden dieses Jahr nur marginal mehr neue "Investment Grade"- Unternehmensanleihen aufgelegt, als alte zurückbezahlt werden. Mit anderen Worten: Gute und erschwingliche Unternehmensanleihen zu finden, wird im laufenden Jahr anspruchsvoll bleiben.Basel-III-Vorschriften gelockertSämtliche Prognosen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen. Eine Ankündigung des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht vom 6. Januar 2013 liefert ein Beispiel dafür, wie schnell sich das Umfeld ändern kann. Nachdem die Behörde lange darauf gedrängt hatte, dass sich Banken im Rahmen der sogenannten Basel-III-Vorschriften höhere Liquiditätspolster zulegen, lockerte sie überraschend die Schrauben: Zur Liquidität zählen nun auch Unternehmensanleihen, die mit BBB- bewertet sind – ein deutlich niedrigeres Rating als ursprünglich vorgesehen. Die neuen Regeln könnten die Nachfrage nach solchen Wertschriften ankurbeln.Fokus auf Finanz- und VersicherungssektorDie meisten Schuldtitel von Unternehmen bewegen sich in einem mittleren Bonitätsbereich ("mid yield") mit Ratings zwischen A+ und BBB-. In dieser Spanne befinden sich auch viele nachrangige Anleihen von Finanzinstituten – ein Segment, das wir nach wie vor als interessant ansehen, in dem aber die sorgfältige Auswahl zunehmend wichtiger wird. Gegenwärtig bieten bestimmte Titel von Versicherern wie Axa (Paris: FR0000120628 - Nachrichten) oder Scottish Widows gute Anlagegelegenheiten. Solche Anleihen sollten dank ihrer immer noch hohen Spreads auch nicht sonderlich durch möglicherweise steigende Zinsen beeinträchtigt werden. Attraktiv sind auch Anleihen britischer Banken wie der Royal Bank of Scotland (London: RBS.L - Nachrichten) (RBS), die sich relativ unabhängig von ihren "Peers" in der Eurozone entwickeln dürften.

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