Deutsche Märkte öffnen in 5 Stunden 19 Minuten
  • Nikkei 225

    28.784,52
    +328,92 (+1,16%)
     
  • Dow Jones 30

    35.719,43
    +492,40 (+1,40%)
     
  • BTC-EUR

    44.796,69
    -509,46 (-1,12%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.307,54
    -13,74 (-1,04%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.686,92
    +461,76 (+3,03%)
     
  • S&P 500

    4.686,75
    +95,08 (+2,07%)
     

„Das Geile an Netflix: Wenn die das wollen, dann wollen die das einfach“ — wie der Streamingdienst mit Millionenbudgets auf die Jagd nach neuen Drehbüchern geht

·Lesedauer: 3 Min.
Szene aus der Netflix-Serie „The Billion Dollar Code“.
Szene aus der Netflix-Serie „The Billion Dollar Code“.

Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime und Co. werden bereits seit einiger Zeit als die Entertainmentform der Zukunft angesehen. Nicht nur bei Zuschauerinnen und Zuschauern, sondern auch für Filmschaffende haben die Plattformen ihren Reiz. Wie sie das ermöglichen und was die Vorteile davon sind, berichtete das "Handelsblatt" am Beispiel des Drehbuchautoren Oliver Ziegenbalg, der "The Million Dollar Code" für Netflix entwickelt hat.

In der Welt der Filme und Serien Fuß zu fassen ist schwierig. Wer als aufstrebende Künstlerin oder Künstler eine Idee für einen Film oder eine Serie hat, wird es ohne persönliche Kontakte und jahrelanger harter Arbeit kaum schaffen können. Doch in Zeiten der Streaming-Dienste hat sich dies zugunsten junger Drehbuchautorinnen und -autoren sowie kleiner Produktionsfirmen geändert. Denn die Streamingdienste konkurrieren untereinander sowie mit den klassischen Fernsehsendern und Kino-Produktionen nicht nur um die Zuschauerinnen und Zuschauer, sondern auch um die Filmschaffenden und ihre Ideen. Auch die Ideen bisher Unbekannter schaffen es mitunter in die Wohnzimmer der Streamingdienst-Abonnenten.

Netflix allein investiert Millionenbeträge, um die Filmemacherinnen und Filmemacher für sich zu gewinnen. So hat der Streaming-Dienst beispielsweise vor, in den kommenden drei Jahren über 500 Millionen Euro in etwa 80 Produktionen im deutschsprachigen Raum zu stecken.

Wie ein Wirtschaftsmathematiker zum erfolgreichen Serienproduzent wird

Einer, der von diesen wachsenden Investitionen in Neulinge der Branche profitieren konnte, ist Oliver Ziegenbalg. Für Netflix hat der gelernte Wirtschaftsmathematiker die Serie „The Billion Dollar Code“ produziert. Sie handelt von einer Gruppe Berliner Hacker, die Google auf eine Milliardensumme verklagen. Der Grund: das heutige „Google Earth“ basiert auf einem Algorithmus der Gruppe und soll von dem Internetgiganten geklaut worden sein. Die Geschichte soll auf einer wahren Begebenheit beruhen. Oliver Ziegenbalg kam die Idee für die filmische Umsetzung, als er einen der Protagonisten der wahren Geschichte beim Grillen im Schrebergarten kennenlernte.

Netflix vertraute auf die Idee – und bot dem Mathematiker die Möglichkeit, seine Idee als Serie zu produzieren. „Das Geile an Netflix: Wenn die das wollen, dann wollen die das einfach“, wird Ziegenbalg vom "Handelsblatt" zitiert. „Hier ist das Geld, wir glauben an euch, dass ihr das hinbekommt“, ist laut Ziegenbalg die Devise von Netflix.

Vorteile für kleine Produktionsfirmen und junge Filmschaffende

Junge Drehbuchautorinnen und -autoren werden so zu Produzentinnen und Produzenten ihrer eigenen Ideen – die sie nicht nur verkaufen, sondern auch nach ihren Vorstellungen umsetzen könnten. Sie erhalten ein festgelegtes Millionenbudget. Im Schnitt liegt das bei knapp über sechs Millionen Euro, bei Serien liegt das Budget teilweise noch darüber, da sie aufgrund der Länge auch deutlich mehr kosten.

Ein weiterer Vorteil bestehe darin, dass die aufstrebenden Filmschaffenden nicht von Abrufzahlen des Endproduktes abhängig seien. Anders als bei Kinofilmen, bei denen sich das Gehalt der Produzenten anhand der Verkaufszahlen der Kinos bemisst, ist die Bezahlung bei Netflix-Produktionen bereits im Budget mit inbegriffen. Sie erhalten stets einen festen Anteil am Budget. Szenekreisen zufolge, so schreibt "Handelsblatt"-Autorin Larissa Holtzki, beläuft sich der Anteil auf etwa 15 Prozent des Gesamtbudgets. Wer allerdings kosteneffizient haushaltet, kann womöglich mehr rausschlagen. Sollte es hingegen zu unerwarteten Ausgaben kommen, müssen die Produzierenden damit rechnen, die zusätzlichen Ausgaben aus dem Gehaltsanteil zu bezahlen.

Oliver Ziegenbalg empfindet diese Vorgehensweise der Streaming-Dienste jedoch als „beflügelnd“. Seiner Meinung nach würden damit gute Ideen statt Namen unterstützt. Das mache Mut und lasse Freiraum für Kreativität, so Ziegenbalg.

jk

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.