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Fortum hält die Mehrheit an Uniper

Der finnische Energiekonzern hat sich die Kontrolle über den deutschen Stromproduzenten gesichert. Uniper soll aber vorerst selbstständig bleiben.

Der finnische Energiekonzern Fortum hat den langen Übernahmekampf um den deutschen Stromproduzenten Uniper gewonnen: Die Finnen halten jetzt die Mehrheit an Uniper. Sie haben ihren Anteil von bislang 49,99 Prozent auf 69,95 Prozent aufgestockt, wie sie am Donnerstag mitteilten.

Die neuen Aktien stammen von den Investoren Elliott und Knight Vinke, mit denen Fortum im Herbst eine Kaufvereinbarung geschlossen hatte. Der Übernahme stand aber zunächst eine Beschränkung in Russland entgegen, wo die Genehmigungsbehörden die Beteiligung von Fortum an Uniper bislang auf unter 50 Prozent begrenzt hatten.

Inzwischen hat Russland, wo Uniper im großen Stil aktiv ist, die Beschränkung aber aufgehoben. Innerhalb der kommenden zwei Monate will Fortum eine weitere Tranche von einem bis maximal 3,8 Prozent von Elliott und Knight Vinke übernehmen.

Fortum zahlt rund 2,6 Milliarden Euro für die Anteile der beiden Investoren. Insgesamt haben die Finnen damit 6,5 Milliarden Euro in Uniper investiert. Uniper hatte sich lange gegen den Einstieg gewehrt.

Als Fortum-Chef Pekka Lundmark im Herbst 2017 ankündigte, zunächst den Anteil des ehemaligen Mutterkonzerns von Uniper, Eon, übernehmen zu wollen, stieß er beim damaligen Management auf scharfe Ablehnung. Zwar gelang Fortum der Einstieg, bislang hatte der Konzern aber keinen richtigen Zugriff und die angestrebte Kooperation kam nicht in Gang.

„Der heutige Tag ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, einen führenden Energiekonzern und echten europäischen Champion aufzubauen“, kommentierte Fortum-Chef Pekka Lundmark die Übernahme der Mehrheit. „Uniper ist ein erfolgreicher, internationaler Energieversorger und Händler und passt hervorragend zu Fortum.“

Und auch der neue Uniper-Chef Andreas Schierenbeck, der im vergangenen Sommer die Führung übernommen hatte, zeigte sich offen: „Wir begrüßen die Unterstützung von Fortum als neuer Mehrheitseigentümer hinsichtlich unserer zukünftigen strategischen Ausrichtung.“ Er kündigte an, „gemeinsam mit Fortum in den kommenden Wochen zu erörtern, wie unsere beiden starken Unternehmen die in der Energiewelt notwendige strategische Weiterentwicklung vorantreiben können.“

Fortum hatte angekündigt, bis Ende 2021 auf einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu verzichten, um „die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Uniper und seinen Mitarbeitern zu schaffen“. Auch ein Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre ist nicht geplant. Uniper soll vorerst ein eigenständiges, in Deutschland börsennotiertes Unternehmen bleiben. Fortum wird Uniper nach dem Abschluss der ersten Tranche der Transaktion aber als Tochtergesellschaft konsolidieren und Uniper als separates Berichtssegment ausweisen.