Deutsche Märkte schließen in 6 Stunden 56 Minuten
  • DAX

    13.867,61
    +19,26 (+0,14%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.604,16
    +1,49 (+0,04%)
     
  • Dow Jones 30

    30.814,26
    -177,24 (-0,57%)
     
  • Gold

    1.842,80
    +12,90 (+0,70%)
     
  • EUR/USD

    1,2118
    +0,0035 (+0,29%)
     
  • BTC-EUR

    30.770,71
    +597,72 (+1,98%)
     
  • CMC Crypto 200

    734,92
    -0,22 (-0,03%)
     
  • Öl (Brent)

    52,44
    +0,08 (+0,15%)
     
  • MDAX

    31.367,52
    +161,04 (+0,52%)
     
  • TecDAX

    3.301,77
    +30,33 (+0,93%)
     
  • SDAX

    15.215,71
    +62,45 (+0,41%)
     
  • Nikkei 225

    28.633,46
    +391,25 (+1,39%)
     
  • FTSE 100

    6.732,44
    +11,79 (+0,18%)
     
  • CAC 40

    5.614,43
    -2,84 (-0,05%)
     
  • Nasdaq Compositive

    12.998,50
    -114,10 (-0,87%)
     

Finnische Bank ignoriert EZB-Empfehlung für Dividendenzahlungen

·Lesedauer: 2 Min.

Die Alandsbanken kritisiert, dass die EZB zwischen der stärksten und der schwächsten Bank in Europa keinen Unterschied macht – und geht ihren eigenen Weg.

Die größten Banken der Euro-Zone werden direkt von der EZB überwacht, kleine Banken fallen unter die Zuständigkeit der nationalen Regulierungsbehörden. Foto: dpa
Die größten Banken der Euro-Zone werden direkt von der EZB überwacht, kleine Banken fallen unter die Zuständigkeit der nationalen Regulierungsbehörden. Foto: dpa

Europas Banken sollen in der Coronakrise ihr Kapital zusammenhalten, damit sie Unternehmen mit Krediten unterstützen können. Das empfiehlt zumindest die Europäische Zentralbank (EZB). Doch eine kleine finnische Bank missachtet unverhohlen die Richtlinien für Dividenden. Ihrer Einschätzung nach wäre es langfristig riskanter, die eigenen Aktionäre zu ignorieren.

Die Alandsbanken kritisiert, dass die regulatorische Empfehlung keinen Unterschied mache „zwischen der stärksten und der schwächsten Bank in Europa“. Sie selbst habe im Jahr 2019 Gewinne gemacht, die „die höchsten in der hundertjährigen Geschichte der Bank waren“. Das Institut gab deshalb am Freitag den Beschluss bekannt, den Empfehlungen der finnischen Finanzaufsichtsbehörde und im weiteren Sinne der EZB nicht zu folgen.

Der Vorstand sei der Ansicht, „dass die langfristigen Risiken für die Bank möglicherweise größer sind, wenn wir uns – basierend auf unserem aktuellen Ertrags- und Risikoniveau – dafür entscheiden, der aufsichtsrechtlichen Empfehlung zu folgen, statt anzufangen, den anderen wichtigen Stakeholder-Gruppen der Bank Rechnung zu tragen”, hieß es in der Mitteilung.

Alandsbanken schlägt für 2019 eine Gesamtdividende von ein Euro pro Aktie vor. Dies entspricht 59 Prozent des Ergebnisses je Aktie und ist fast das Vierfachen der EZB-Richtlinie für Ausschüttungen.

Der Chef der finnischen Bankenaufsicht bedauerte die Entscheidung in einem Interview mit dem Finanznachrichtendienst Bloomberg. „Wir erwarten, dass die Banken der Empfehlung folgen, können sie aber nicht rechtlich bindend machen“, sagte Jyri Helenius, der bei der Finanzregulierungsbehörde in Helsinki den Bankenbereich leitet. „Es ist schade, dass eine finnische Bank diesbezüglich von der gemeinsamen europäischen Linie abweicht.“

Im vergangenen Monat hatte die EZB ihr De-facto-Verbot von Dividenden aufgehoben, die Banken jedoch dazu angehalten, die Ausschüttungen an die Anteilseigner für 2019 und 2020 auf weniger als 15 Prozent des Gewinns oder 0,2 Prozent ihrer Kernkapitalquote zu begrenzen – je nachdem, welcher Wert niedriger ist. Damit zeigte sich die EZB strenger als andere Aufseher wie beispielsweise die Bank of England.

Die größten Banken der Euro-Zone werden direkt von der EZB überwacht, kleine Banken fallen unter die Zuständigkeit der nationalen Regulierungsbehörden. Einigen kleineren Banken im Staatenbund wurden Dividendenzahlungen erlaubt, auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin erklärte, sie werde Auszahlungen zulassen, wenn die Banken über ausreichend Finanzkraft verfügen.