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FDP-Politiker Vogel: Renteneintrittsalter flexibilisieren

BERLIN (dpa-AFX) - Die FDP will das starre gesetzliche Renteneintrittsalter abschaffen und durch ein flexibles System ersetzen. Der FDP-Sozialpolitiker Johannes Vogel sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine solche Flexibilisierung führe dazu, "dass jede und jeder selbst entscheiden kann, wann er oder sie in Rente geht". Und natürlich bekomme man je weniger Rente, desto früher man aus dem Arbeitsleben ausscheide - und je mehr, desto länger man arbeite. Zuverdienstgrenzen sollten abgeschafft werden und Teilrentenmodelle für einen flexiblen Übergang möglich sein.

Die Debatte um ein starres Renteneintrittsalter dreht sich nach Ansicht Vogels in Deutschland im Kreis. Diese Debatte könne durchbrochen werden, indem man das Renteneintrittsalter flexibel gestalte, sagte er und verwies auf das schwedische Modell, das durchaus übertragbar wäre. In Schweden habe dieses moderne System die Debatte befriedet, während in Deutschland weiter eine "sehr erbitterte Debatte" über die Rente mit 65, die Rente mit 67, geförderte Renten mit 63 oder eine Rente mit über 70 ausgetragen werde. Spannend sei am schwedischen Modell, dass flexible Übergänge möglich seien - Teilrenten und anderes. Längeres Arbeiten werde belohnt. Im Ergebnis arbeiteten die Schweden länger als die Deutschen. Das faktische Renteneintrittsalter sei eines der höchsten in Europa. Die Höhe der Rente werde danach bestimmt, wie viele Punkte man während des Arbeitslebens bis mindestens 60 gesammelt habe.

Der arbeitsmarkt- und rentenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion warf der großen Koalition vor, das deutsche Rentensystem für die nächsten zehn bis 20 Jahre zu destabilisieren. "Sie geben Geld aus, als gäbe es kein Morgen und fallen hinter den überparteilichen Konsens der 2000er Jahre zurück", ohne auf den demografischen Wandel zu schauen. Die GroKo werde entscheiden müssen, wie sie die steigenden Ausgaben bei der Rente künftig finanzieren wolle, falls diese Politik fortgesetzt werde - durch explodierende Beiträge zu Lasten der Jüngeren, durch zwangsweises Hochsetzen das Renteneintrittsalter oder durch Erhöhung des Steuerzuschusses.