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Fünf Themen des Tages: Vorsichtige Fed, EZB, Einzellersuppe

·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Baisse trennt Spreu vom Weizen, Fed dürfte vorsichtig agieren, europäische Aktien steigen, EZB-Rat warnt vor Ukraine-Schaden, und Einzellersuppe für die Industrie. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Baisse trennt Spreu vom Weizen

Das Börsenjahr hat hässlich begonnen, und viele an der Wall Street befürchten, dass es noch hässlicher werden könnte. Die Verunsicherung der Marktkenner scheint tiefer zu gehen, als die zweistelligen Verluste bei S&P 500, Nasdaq 100 und Russell 2000 allein es vermuten lassen. Von langen Wintern und platzenden Blasen ist die Rede. Ein Grund könnte das Gefühl sein, erstmals seit langer Zeit Verluste ohne die Hilfe einer akkommodierenden US-Notenbank verkraften zu müssen. Ein Blick auf die größten Verlierer zeigt, dass die spekulativsten Werte abgestürzt sind. Es ist eine Art Stresstest, der zum Ziel hat, die Spreu vom Weizen zu trennen. Vergleiche mit dem Platzen der Dot-Com-Blase, die den Nasdaq 100 um fast 83% abstürzen ließ, sind unvermeidlich. Früher hätten die Anleger auf den “Fed Put” gesetzt, die Bereitschaft der Notenbank, sich gegen den Abverkauf zu stemmen. Doch jetzt herrscht Inflation.

Fed dürfte vorsichtig agieren

Die US-Notenbank dürfte heute vor allem bestrebt sein, eine Zinserhöhung im März zu signalisieren und eine Verringerung ihrer Bilanz im Jahresverlauf. Bloomberg Economics geht davon aus, dass sie dies vorsichtig tun und die wirtschaftlichen Risiken betonen wird. Sowohl Leitzinsen als auch das Tapering-Tempo dürften beibehalten werden. Sollte Powell Vorhaltungen entgegentreten, dass die Schwäche der Aktienkurse die Aggressivität der Fed zügeln könnte - etwa unter Hinweis auf die sehr lockeren finanziellen Bedingungen - könnte der Ausverkauf weitergehen. Allerdings haben die Kursverluste bereits zu einer Straffung des finanziellen Umfelds geführt, was die Hoffnung nährt, dass der Markt einen Teil der Arbeit der Fed schon erledigt hat und weniger Bedarf an Straffung besteht. Auch das spricht gegen eine falkenhafte Überraschung.

Europäische Aktien steigen

Die europäischen Aktien legten vor der Fed-Sitzung so stark zu wie seit sieben Wochen nicht mehr. Der Stoxx 600 Europe lag gegen Mittag rund 1,9% im Plus. Zyklischere Werte wie Reise- und Freizeitunternehmen sowie Automobilhersteller führten die Gewinne an. Auch US-Aktienfutures legten zu, angeführt von den Nasdaq 100-Kontrakten. “Es scheint, dass die Erholung der letzten Tage Anlegern die Gewissheit gegeben hat, dass sich nach einem so starken Ausverkauf eine Bodenbildung abzeichnet”, so Craig Erlam von Oanda. “Vielleicht wurde in den letzten Wochen ein gewisses Maß an Angst vor der Fed eingepreist, so dass der heutige Tag relativ unbeschadet verlaufen könnte”. Nach einer volatilen Woche haben einige Strategen Anlegern empfohlen, bei Kursrückgängen zu kaufen. In Deutschland stiegen Wacker Chemie nach besser als erwarteten vorläufigen Zahlen.

EZB-Rat warnt vor Ukraine-Schaden

Der Gouverneur der litauischen Zentralbank, Gediminas Simkus, hat vor erheblichem wirtschaftlichen Schaden für Europas Wirtschaft gewarnt, der eintreten würde, wenn die Spannungen um die Ukraine weiter eskalieren. Die Politik sollte ihre Bemühungen zur Verhinderung von Feindseligkeiten verstärken, so das mit 43 Jahren jüngste Mitglied im EZB-Rat in einem Bloomberg-Interview. Litauen grenzt an Russland und Weißrussland, ihrerseits Ukraine-Anrainer, die für nächsten Monat gemeinsame Militärübungen planen. “Eine weitere Eskalation bedeutet enorme Verluste, und zwar nicht nur in Bezug auf den wirtschaftlichen Wohlstand, sondern auch in Bezug auf Menschenleben”, so Simkus. Moskau werde auf jedes “aggressive” Vorgehen der USA und der Europäer reagieren, erklärte Russlands Außenminister Sergej Lawrow heute.

Einzellersuppe für die Industrie

Wissenschaftler und Investoren setzen auf ein Gebräu aus Milliarden Jahre alten Einzellern, um den künftigen Erdgasbedarf Europas zu decken und überschüssige Energie aus Sonnen- und Windenergie zu speichern. So wie Bierbrauer lebende Hefe verwenden, um Zucker und Stärke in Bier zu verwandeln, wollen Energieunternehmen Archaeen dazu bringen, Kohlendioxid und Wasserstoff zu Methan - dem Hauptbestandteil von Erdgas - zu vergären. Wenn CO₂, das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht, aufgefangen und zur Herstellung weiterer Brennstoffe verwendet würde, könnte dies helfen, die Erderwärmung zu stoppen, so die Idee. “Archaeen sind 4 Milliarden Jahre alt und stellen den ältesten Stoffwechsel dar, den wir auf der Erde haben”, sagt Alexander Krajete, ein Chemiker, der Patente für den Prozess hält. In seinem Labor in Wien ist er von Glaskolben umgeben gefüllt mit bernsteinfarbener Archaeen-Brühe. Das Gas könne relativ schnell hergestellt werden, um fossile Brennstoffe zu ersetzen, sagt Doris Hafenbradl, Geschäftsführerin der Electrochaea GmbH, das die Technologie in großem Maßstab einsetzen will. Das vor den Toren Münchens ansässige Unternehmen hat in seiner fünften Finanzierungsrunde in diesem Monat 36 Millionen Euro von Investoren erhalten.

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