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Fünf Themen des Tages: Siemens zeigt es GE, Goldman bullisch

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(Bloomberg) -- Siemens zeigt GE den Weg, Goldman sieht Bullenmarkt 2022, europäische Aktien wenig verändert, Holzmann stellt APP-Ende in Aussicht, und erstmals 50.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Siemens zeigt GE den Weg

Siemens erwartet, dass die Gewinnmargen ihrer drei Hauptsparten im nächsten Jahr steigen werden und das Unternehmen damit die Ernte eines jahrelangen Umbaus einfahren kann, den Erzrivale General Electric gerade erst in Angriff nimmt. Der Münchner Konzern erzielte im Geschäftsjahr bis September einen Nettogewinn von 6,7 Milliarden Euro und übertraf damit die Konsensschätzung um eine Milliarde. GE kündigte diese Woche an, die Axt an seine Konglomeratsstruktur zu legen und sich in drei unabhängige Unternehmen aufzuspalten. Medienberichten zufolge erwägt auch Toshiba einen ähnlichen Umbau. “Wir sind in dieser Hinsicht zwei Schritte voraus”, sagte Siemens-CEO Roland Busch in einem Interview mit Bloomberg TV. “Ich glaube, wir sind gut aufgestellt.”

Goldman sieht Bullenmarkt 2022

Goldman Sachs bleibt bei seinem positiven Ausblick für europäische Aktien und geht davon aus, dass sich der Bullenmarkt bis 2022 fortsetzt, wenn auch mit langsamerem Tempo als in diesem Jahr. Die Investmentbank hat ihr 12-Monats-Kursziel für den Stoxx 600 auf 530 gesetzt, was einem Aufwärtspotenzial von 10% gegenüber dem Schlussstand vom Mittwoch entspricht. Kurzfristig könnte nach dem Erreichen neuer Rekordhochs aber eine Korrektur anstehen. Der Stoxx Europe 600 kletterte zu Beginn des Monats in den überkauften Bereich und geriet seitdem ins Stocken, was für einen Rückgang von 2-3% bei den europäischen Aktien spricht. “Die derzeitige Situation ähnelt der von Mitte August bis Mitte September”, sagt Oddo-Stratege Sylvain Goyon, der sogar eine Korrektur von bis zu 5% sieht.

Europäische Aktien wenig verändert

Die europäischen Aktien notierten am Donnerstag wenig verändert in der Nähe eines Rekordhochs. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag um 0,1% im Plus, wobei Bergbauunternehmen den Vormarsch anführten. Anleger setzen weiterhin auf Risikoanlagen, behalten Inflation und die Geldpolitik der Zentralbanken aber genau im Auge. Daten vom Mittwoch zeigten, dass die Preise in den USA so stark gestiegen sind wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr, was Technologieaktien unter Druck setzte. “Die Inflationszahlen werden in den nächsten Monaten hoch bleiben, und die Schlüsselfrage ist, wie die Zentralbanken reagieren werden, wenn das Tapering voranschreitet”, sagte Ricardo Gil von Trea Asset Management in Madrid. In Deutschland legten Siemens um bis zu 2,6% zu. Heidelberger Druckmaschinen kletterten nach einer Heraufstufung bei M.M.Warburg. Verbio stürzten nach einem Gewinnrückgang im ersten Quartal trotz Umsatzanstieg ab.

Holzmann stellt APP-Ende in Aussicht

Das von der EZB 2015 eingeführte Programm zum Ankauf von Vermögenswerten APP sei darauf ausgelegt gewesen, die Inflation auf 2% zu heben, sagte EZB-Ratsmitglied Robert Holzmann. “Der Wegfall der Bedingung und damit das Ende des Programms könnte also - je nach Inflationsentwicklung - im September oder Ende des Jahres kommen”, so der OeNB-Chef am Mittwoch in London. “Ich würde nicht viel Geld darauf wetten, dass die Inflation Ende 2022 unter 2% liegen wird”. Da bis dahin wohl auch das Pandemie-Kaufprogramm PEPP Geschichte sein wird, könnten die Maßnahmen der EZB zur Renditesteuerung im nächsten Herbst enden. Italienische und deutsche Anleihen fielen am Donnerstag. Die Geldmärkte setzen erstmals seit Anfang des Monats auf eine Zinserhöhung der EZB um 20 Basispunkte im Dezember 2022.

50.000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Angesichts des sprunghaften Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in Deutschland will der prospektive Bundeskanzler Olaf Scholz das Land “winterfest” machen. Bei einer Ministerpräsidentenkonferenz unter Einbeziehung der Bundesregierung sollen nächste Woche Schutzmaßnahmen diskutiert werden. Der geschäftsführende Vizekanzler sprach sich am Donnerstag im Bundestag für Verschärfungen aus und forderte die Bürger auf, sich impfen zu lassen. Jüngsten Daten zufolge ist die Zahl der täglichen Neuerkrankungen in Deutschland erstmals um 50.000 gestiegen. Bayern hat erneut den Katastrophenfall ausgerufen. “In vielen Krankenhäusern sind bereits jetzt keine oder nur noch sehr wenig Kapazitäten verfügbar”, so Ministerpräsident Markus Söder am Mittwoch. Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Bruno Kahl, hat sich trotz vollständiger Corona-Schutzimpfung mit dem Virus infiziert.

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