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Fünf Themen des Tages: Söder umgarnt, Langläufer im Tiefkühler

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Söder umgarnt CDU-Abgeordnete, Langläufer im Tiefkühler, europäische Aktien im Plus, die Bundes-Notbremse kommt, und Lockdowns belasten die Wirtschaft. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Söder umgarnt CDU-Abgeordnete

In Angela Merkels Umfeld herrscht angesichts des Führungskampfes in den Schwesterparteien Sorge, dass die Union die Bundestagswahl im September verlieren könnte. CSU-Chef Markus Söder hatte am Montag eine Breitseite gegen sein CDU-Pendant Armin Laschet abgefeuert und der Führungsriege der CDU das Recht abgesprochen, alleine über die Kanzlerkandidatur der Union befinden zu dürfen. Am Nachmittag werden beide versuchen, die Abgeordneten der Union auf ihre jeweilige Seite zu ziehen. Söder ist in Umfragen der beliebteste Politiker Deutschlands und argumentiert, dass man die öffentliche Meinung nicht ignorieren könne. Bei Abgeordneten, die gerne ihre Mandate behalten würden, könnte das fruchten. Die Bundeskanzlerin ist besorgt über den destruktiven Charakter der Angriffe Söders, heißt es aus ihrem Umfeld.

Langläufer im Tiefkühler

Großbritannien und Österreich haben sich dem Reigen europäischer Emittenten angeschlossen, die die möglicherweise zu Ende gehende Ära der Niedrigzinsen mit Langläufern in den Tiefkühler packen wollen. Großbritannien bietet 2071 fällige Bonds an, während Österreich im Rahmen einer Syndizierung 50-jährige Papiere zusammen mit 4-jährigen begeben wird. Letzte Woche war Italien mit Anleihen in der Halb-Jahrhundert-Klasse auf Rekordnachfrage gestoßen. Nordea-Analysten hatten kürzlich davor gewarnt, dass sich das Fenster für den Verkauf von Langläufern schließen könnte. Goldman Sachs stockt unterdessen Trades auf, die auf einen Bond-Ausverkauf in Europa setzen. Short-Positionen auf europäische Duration böten “ein attraktives Risiko-Ertrags-Verhältnis”, um sich für einen wirtschaftlichen Aufschwung zu positionieren, so die Strategen.

Europäische Aktien im Plus

Die europäischen Aktien haben am Dienstag zugelegt und liegen knapp unter ihren Rekordhochs. Der Stoxx 600 Index stieg gegen Mittag um rund 0,4%, angeführt von Technologieaktien im Gefolge von positiven Meldungen bei Nvidia. Bergbauunternehmen entwickelten sich ebenfalls positiv, während defensive Sektoren wie Kommunikation und Gesundheitswesen hinter dem breiteren Markt zurückblieben. “Wenn die Renditen wieder nach oben driften, hat das das Potenzial, dem Aktienmarkt erneut den Stachel zu ziehen”, sagte James Athey von Aberdeen Standard Investments. In Deutschland stiegen Leoni nach einem Bericht zur Anteilserhöhung durch Pierer Industrie. Dermapharm kletterten nach Bekanntgabe einer Guidance, die über den Erwartungen lag.

Die Bundes-Notbremse kommt

Das Bundeskabinett hat unter dem Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein neues Infektionsschutzgesetz verabschiedet. Damit sollen bundeseinheitliche Einschränkungen zur Eindämmung von Covid-19-Infektionen möglich werden, nachdem Merkel sich mit der von ihr gewünschten Verschärfung nicht gegen alle Länderchefs hatte durchsetzen können. Liegt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die 7-Tage-Inzidenz über 100, gilt generell eine nächtliche Ausgangssperre und eine Beschränkung von Zusammenkünften im öffentlichen und privaten Raum. Die meisten Läden sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen und Gastronomie dürfen nicht öffnen. Derzeit liegt der Wert deutschlandweit bei 140,9. FDP-Chef Christian Lindner lehnt das Gesetz ab und zweifelt dessen Verfassungsmäßigkeit an, die Grünen sind grundsätzlich dafür.

Lockdowns belasten die Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal aufgrund der Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie wahrscheinlich wiederum geschrumpft, schreibt das Bundeswirtschaftsministerium in seinem Wirtschaftsbericht für den Monat April. Optimistischer fällt der Ausblick für das Gesamtjahr aus, wo die Zeichen “auf eine wirtschaftliche Erholung” stehen, dank Impfkampagne und eine starken Weltwirtschaft. In den Umfragen ist davon nichts zu spüren. So hat sich das Vertrauen der Investoren in die wirtschaftliche Erholung Deutschlands unerwartet verschlechtert. Der Erwartungsindex des ZEW-Instituts fiel im April auf 70,7 von 76,6 im Vormonat und verfehlte damit die Schätzungen, die einen Anstieg vorhergesagt hatten. Auch der Erwartungsindex für den Euroraum ist gesunken.

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