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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Briten und EU mit Fortschritten beim Fisch, Markt rätselt über EZB-Schritte, europäische Aktien zu Wochenbeginn erholt, Öl fällt auf Fünfmonatstief, und Le Pen macht - noch - keinen Stich gegen Macron. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Briten und EU mit Fortschritten beim Fisch

Bei den Vertretern Großbritanniens und der Europäischen Union zeichnet sich ein Kompromiss bezüglich des Zugangs von EU-Schiffen zu britischen Fischereigebieten ab, heißt es aus informierten Kreisen. Es kann als Zeichen gesehen werden, dass beide Seiten bis Mitte November eine Einigung bei der geplanten Handelsvereinbarung erzielen könnten. Die potenzielle Lösung könnte es der Regierung erlauben, die wiedergewonnene Kontrolle Großbritanniens über seine Meere zu reklamieren und der Fischereibranche den Weg ebnen, künftig mehr als derzeit zu fangen. Wesentliche Entscheidungen über die Quoten für EU-Fischer würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, Unstimmigkeiten eine umfassende Vereinbarung damit nicht torpedieren. Zwar ist die Fischerei wirtschaftlich eher unbedeutend, aber von symbolhafter politischer Bedeutung für Großbritannien und Frankreich.

Markt rätselt über EZB-Schritte

Das Versprechen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, auf der nächsten Sitzung der Bank einen neuen Mix geldpolitischer Impulse vorzulegen, hat den Märkten Stoff zum Nachdenken gegeben. Dabei scheint es nicht alleine darum zu gehen, bestehende Instrumente einfach im Umfang zu erweitern. Dennoch: Einigkeit besteht weitestgehend, dass das 1,35 Billionen Euro umfassende Pandemie-Notkaufprogramm aufgestockt werden soll. Zusätzlich könnte das 2015 eingeführte PSPP-Staatsanleihe-Kaufprogramm über das Jahresende hinaus verlängert und erhöht werden. Mehr billige Langfrist-Kredite für Banken dürften ein Eckpfeiler des Dezember-Pakets sein. Weitere Zinssenkungen werden hingegen mehrheitlich ausgeschlossen. OeNB-Chef Robert Holzmann brachte gegenüber Bloomberg “neue Instrumente” ins Spiel.

Europäische Aktien zu Wochenbeginn erholt

Europäische Aktien erholten sich zu Wochenbeginn von den deutlichen Verlusten der vergangenen Woche. Unternehmen, die davon profitieren, dass die Menschen zu Hause bleiben, gehörten zu den Top-Gewinnern bei Aktien, während Reisetitel meist niedriger waren. Das Hauptereignis in dieser Woche sind die US-Wahlen am Dienstag. Auch die Entwicklung des Virus steht an vorderster Front, wobei der jüngste Anstieg der Fälle in den USA am Wochenende Anzeichen einer Verlangsamung zeigt. “Wie auch immer man es betrachtet, die kommende Woche wird für die USA und die Weltmärkte immens wichtig sein”, sagte Simon Ballard von der First Abu Dhabi Bank PJSC. “Wir sehen das Potenzial für einen starken Anstieg der Volatilität im Zusammenhang mit diesen Ereignissen - und das alles vor dem Hintergrund einer sich weiter verschlechternden Covid-19-Situation in weiten Teilen der USA, Europas und anderswo”. In Deutschland stiegen Grenke nach einer Kaufempfehlung bei Lampe.

Öl fällt auf Fünfmonatstief

Der Ölhandel ist mit einem Rückgang des Ölpreises auf ein Fünfmonatstief in eine turbulente Handelswoche gestartet. Ein anhaltender Anstieg der libyschen Rohölproduktion fiel mit einer Welle neuer Corona-Lockdowns in Europa zusammen, was die New Yorker Futures im asiatischen Handel um bis zu 6% einbrechen ließ. Die US-Wahlen am Dienstag könnten weitere Finanzmarkt-Volatilität bringen. Die weltweite Ölnachfrage könnte auf 88 bis 89 Millionen Barrel pro Tag sinken, wenn die zweite Welle des Virus Europa und die USA trifft, sagte Jeremy Weir, CEO des Ölhändlers Trafigura Group. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur waren es im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Barrel pro Tag. Der größte unabhängige Ölhändler der Welt sieht zunächst keinen weiteren deutlichen Rückgang der Rohölpreise.

Le Pen macht - noch - keinen Stich gegen Macron

Als ein Dschihadist drei Menschen in einer Kirche in Nizza tötete, forderte Marine Le Pen die Abschiebung von Ausländern, die des Extremismus verdächtigt werden, und ein Verbot von Gruppen, die radikale Ideologien unterstützen. Die Anführerin des Rassemblement National drang damit nicht durch, denn Emmanuel Macron war ihr zuvorgekommen. Der Präsident hat für Frankreich die höchste Terroralarmstufe ausgerufen und spricht nach dem zweiten Fall von Enthauptungen in weniger als 14 Tagen von einem “existentiellen Kampf” um die Lebensweise des Landes. Achtzehn Monate vor den Präsidentschaftswahlen heißt es in Macrons Umfeld, dass Le Pen als ernsthafte Bedrohung angesehen werde. “Macron muss zeigen, dass er in Sicherheitsfragen handelt und dieses Feld nicht der extremen Rechten überlässt”, sagte Haoues Seniguer, Professor an der Sciences Po in Lyon. “Es ist noch nicht sicher, dass Macron weiter die Oberhand behalten wird, indem er ihnen in diesen Fragen zuvorkommt.”

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