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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Johnsons Frist läuft heute nicht ab, wohl kein US-Konjunkturpaket vor den Wahlen, Corona-Sorgen drücken Europas Aktien; Merkel findet bei Länderchefs kein Gehör, und Wells-Fargo-Mitarbeiter zweigen Coronahilfen ab. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Johnsons Frist läuft heute nicht ab

In Brüssel ist der heutige 15. Oktober wahrscheinlich “No-Deal”-Tag. Die EU-Staats- und Regierungschefs werden wahrscheinlich feststellen, dass nicht genügend Fortschritte für ein Post-Brexit-Abkommen erzielt worden sind. Aber “No-Deal”-Situationen in der EU sind selten ein Endpunkt. Der zweitägige Gipfel ist vielmehr eine Gelegenheit zur Annäherung, die Unterhändler werden die Konsensbemühungen fortsetzen. Premierminister Boris Johnson wird Freitagabend Bilanz ziehen und von seinen Beratern wahrscheinlich hören, dass eine Einigung noch möglich sei. Beide Seiten betrachten nun Ende Oktober oder die ersten Novembertage als die eigentliche Frist für eine Einigung, heißt es aus informierten Kreisen. Deutschland übt Druck auf Frankreich aus, bei Fischerei-Fragen flexibler zu sein.

Wohl kein US-Konjunkturpaket vor den Wahlen

Die Chancen, dass der US-Kongress noch vor den Präsidentschaftswahlen ein Konjunkturpaket verabschiedet, sind so gut wie dahin. Finanzminister Steven Mnuchin gab am Mittwoch dem politischen Ränkespiel die Schuld am Misserfolg der monatelangen Verhandlungen. “Zu diesem Zeitpunkt wäre es schwierig, vor der Wahl etwas zu erreichen und umzusetzen”, so der Finanzminister, der den Demokraten vorwarf, sich im Vorgriff auf eine Senatsmehrheit nach dem 3. November zurückzuhalten und nichts tun zu wollen, das Präsident Donald Trump als Wahlkampfmunition dienen könnte. Die Demokraten entgegneten, dass das Weiße Haus weder die Coronavirus-Pandemie noch die Notwendigkeit eines weiteren Stimulus ernst genug genommen hätte, um an einem Kompromiss interessiert zu sein.

Sorgen drücken Europas Aktien

Die europäischen Aktien verzeichneten den stärksten Rückgang innerhalb von drei Wochen angesichts sprunghaft steigender Corona-Neuinfektionen und strengerer Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie. Der Stoxx Europe 600 Index verlor am späten Vormittag rund 2,3% und machte damit fast alle seine Gewinne im Oktober zunichte. Autos und Energieaktien führten die Verliererliste an. DAX-Index und der FTSE MIB gehörten zu den am stärksten vom Ausverkauf betroffenen Indizes. “Das Fehlen eines US-Konjunkturpakets ist wahrscheinlich die Hauptursache” für die Schwäche der Aktienmärkte, sagte David Madden von CMC Markets, wobei die Gesundheitskrise an zweiter Stelle stehe und Brexit an dritter. In Deutschland stiegen ElringKlinger nach der Ankündigung einer Zusammenarbeit mit Airbus bei Brennstoffzellen.

Merkel findet bei Länderchefs kein Gehör

Deutschland führt zur Corona-Eindämmung wieder Kontaktbeschränkungen ein, die dort gelten sollen, wo es über sieben Tage 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt. Den öffentlichen Raum werden sie ebenso betreffen wie den privaten, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Nacht zum Donnerstag nach einem Treffen mit den Regierungschefs der Bundesländer. Als Teil eines Stufenplans sind Beschränkungen vorgeschaltet, die greifen, wenn die Neuinfektionen bei 35 Fällen je 100.000 Einwohner liegen. Nicht durchdringen konnte Merkel laut Spiegel-Informationen mit ihrer Forderung, das innerdeutsche Beherbergungsverbot zu vereinheitlichen. Eine Entscheidung hierzu wurde vertagt. In Deutschland ist die Zahl der Neudiagnosen auf einen Rekordwert von 7.173 geschnellt. Die 4-Tage-Reproduktionszahl lag jüngst bei 1,04.

Wells-Fargo-Mitarbeiter zweigen Coronahilfen ab

Wie man das Wasser der reichlich sprudelnden Coronavirus-Hilfen auf die eigenen Mühlen lenken kann, haben Angestellte von Wells Fargo in den USA gezeigt. Mehr als 100 Mitarbeiter, die im Verdacht stehen, unerlaubt Gelder mitgenommen zu haben, wurden dort entlassen, wie aus informierten Kreisen verlautete. In erster Linie geht es um die missbräuchliche Nutzung des Economic Injury Disaster Loan-Programms, eine wichtige Unterstützungsmaßnahme der Regierung. Die Arbeitsverhältnisse seien beendet worden, Wells Fargo kooperiere uneingeschränkt mit den Strafverfolgungsbehörden, hieß es in einem internen Memo der Firma, in das Bloomberg Einblick hatte. Zuvor hatte eine Überprüfung bei JPMorgan Chase die unrechtmäßige Nutzung des EIDL-Programms in Dutzenden von Fällen ergeben. In Deutschland geht der Schaden durch Betrug bei der Corona-Soforthile des Bundes in die Millionen - mehr als 10.000 Verdachtsfälle gebe es bereits, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland letzten Monat berichtete.

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