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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

(Bloomberg) -- China glättet FX-Wogen, Metro-Offerte steht vor dem Scheitern, Europas Aktienmärkte dank China erholt, nächster Fed-Schritt steht vor der Tür, und die SPD stürzt ins Bodenlose. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

China glättet FX-Wogen

China hat Schritte zur Begrenzung der Yuan-Schwäche unternommen, was den globalen Finanzmärkten nach dem Kursrutsch vom Montag eine gewisse Stabilität gegeben hat. Die People’s Bank of China hat am Dienstag das tägliche Währungsfixing stärker als von Analysten erwartet festgelegt und Pläne für eine Emission von auf Yuan lautenden Anleihen in Hongkong angekündigt. Dies wenige Stunden nachdem die USA das Land als Währungsmanipulator bezeichnet hatten. Gegen diesen Vorwurf verwahrte sich die PBOC später und bekräftigte, dass die jüngste Yuan-Abwertung marktgetrieben gewesen sei und das Land keine wettbewerbsorientierte Währungspolitik anstrebe. Die US-Vorwürfe könnten zu globalen Finanzturbulenzen führen, warnte die Zentralbank.

Metro-Offerte steht vor Scheitern

Die Bemühungen des Milliardärs Daniel Kretinsky, die Metro AG für etwa 5,8 Mrd. Euro zu übernehmen, sind in einer Sackgasse gelandet. Investoren wie die Meridian Stiftung und die Beisheim Holding wollten die Offerte nicht unterstützen. Diese und EP Global Commerce VI, Kretinskys Investmentvehikel, hätten unterschiedliche Ansichten über die Bewertung des Einzelhändlers, hieß es in einer EP-Mitteilung am späten Montag. Das Angebot von 16 Euro je Aktie, mit Annahmefrist 7. August, werde nicht mehr verändert. Metro fielen im Xetra-Handel am Dienstag auf ein Tagestief von 13,70 Euro. BI-Analysten halten es für unwahrscheinlich, dass Kretinsky die Schwelle von 67,5% noch erreicht. Metro werde weiter an seiner Bewertung arbeiten müssen.

Europas Aktienmärkte dank China erholt

Europäischen Aktien zeigten sich erholt, nachdem China einen Schritt zur Stabilisierung seiner Währung getan hatte und damit einige der Marktturbulenzen linderte, die den Wochenbeginn dominiert hatten. Der Stoxx Europe 600 drehte im Verlauf des Vormittags in den grünen Bereich und baute seine Gewinne dann aus. In Deutschland legten Borussia Dortmund zu, deren Kursziel bei Lampe von 10 Euro auf 12 Euro erhöht wurde. Deutsche Post gewannen nach Vorlage eines Q2-Ebit, das 1,7% über der durchschnittlichen Analystenschätzung lag. GEA stiegen nach Bekanntgabe von Q2-Ebitda-Zahlen, die die Erwartungen übertrafen. Varta kletterten nach Veröffentlichung höherer Prognosen für Ebitda und Umsatz.

Nächster Fed-Schritt steht vor der Tür, Goldman sieht drei

Nachdem US-Präsident Donald Trump den Handelskrieg mit China eskaliert hat, wird die Federal Reserve nächsten Monat zu einer Zinssenkung neigen und könnte einen größeren Schritt tun als letzte Woche. Zwar sollte dieser laut Fed-Chef Jerome Powell nicht die erste Senkung in einer Serie sein, doch hat die Zunahme der globalen Spannungen die Unsicherheit weiter erhöht. Die Fed sei “entschlossen, die Expansion fortzusetzen”, sagte Fed-Gouverneurin Lael Brainard am Montag. Zunehmende US-chinesische Handelsspannungen und die gestiegene Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits werde die Fed 2019 zu drei Zinssenkungen um zusammen 75 Basispunkte veranlassen, schreiben Goldman-Sachs-Volkswirte um Jan Hatzius in einer aktualisierten Studie.

SPD stürzt ins Bodenlose

Die SPD fiel in einer INSA-Umfrage auf den niedrigsten dort jemals gemessenen Wert und ist vor Wahlen in Ostdeutschland noch gut 1 1/2 Prozentpunkte von der Einstelligkeit entfernt. Die Partei fiel in der Wählergunst auf 11,5% (-1 im Wochenvergleich), während die Unionsparteien auf 27,5% stiegen (+0,5), gefolgt von den Grünen mit 23,5% (-1). Die AfD blieb mit 15% (+0,5) drittstärkste Kraft, gefolgt von Linken (+1) und FDP (-) mit jeweils 9%. In Sachsen und Thüringen ist die SPD in den Umfragen bereits einstellig, nur in Brandenburg war sie jüngst mit 19% gemeinsam mit der AfD stärkste Kraft. “Die Koalition ist schwach” und werde daher halten, weil die Partner keine Neuwahlen riskieren können, sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher in einem Bloomberg-Interview.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Erhard Krasny ekrasny@bloomberg.net, Ingo Kolf

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