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Fünf Themen des Tages: Apple bändigt, BMW streicht, UniCredit

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(Bloomberg) -- Apple bändigt Lieferkette, BMW streicht Carbon-Segel, europäische Aktien fallen, Geopolitik verschreckt UniCredit, und Goldman sät Bitcoin-Zweifel. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Apple bändigt Lieferkette

Mit einem Umsatzplus von 11% hat Apple im abgelaufenen Quartal die Schätzungen der Wall Street übertroffen und auch beim Gewinn überraschte der iPhone-Hersteller positiv. Für das März-Quartal kündigte der Konzern prozentual zweistelliges Wachstum an. Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Befürchtungen in Bezug auf Lieferschwierigkeiten überzogen waren. Das Unternehmen meldete Rekordumsätze in den Bereichen iPhone, Mac, Wearables und Services, enttäuschte jedoch deutlich beim iPad und verzeichnete einen Umsatzrückgang in Japan. CEO Tim Cook wies Behauptungen zurück, die Lieferkette des Konzerns bedürfe einer grundlegenden Überarbeitung. Apple-Zulieferer in Asien stiegen nach den Ergebnissen, in Europa konnten Aktien von Varta profitieren, die Batterien für Apples AirPod-Kopfhörer herstellt.

BMW streicht Carbon-Segel

Während Autohersteller sich weltweit mit neuen Elektroautos übertrumpfen, stellt BMW still und leise die Produktion des i3 ein – zwei Jahre früher als geplant. Das Unternehmen begründet den Ausstieg damit, Kunden in der Kompaktklasse wollten mehr Platz im Innenraum. Das Ende des i3 - eines Pioniers unter den Stromern - illustriert exemplarisch einen der Fehler deutscher Autobauer im Rennen um Zukunftstechnologien: die Wette auf Carbon als Leichtbaumaterial. Während Tesla und Co. an Batterien und Software tüftelten, prügelten sich BMW und VW um die Vorherrschaft bei SGL Carbon, um sich Zugang zu vermeintlich kriegsentscheidendem Material zu sichern. Am Ende war die industrielle Verarbeitung des großteils in Handarbeit hergestellten Werkstoffs komplizierter als erhofft. Hersteller setzen heute wieder auf Blech - manchmal gar aus Edelstahl.

Europäische Aktien fallen

Europäische Aktien fielen zum Wochenschluss angesichts von Sorgen über eine Straffung der Geldpolitik, angeführt von Technologiewerten, die am anfälligsten für höhere Zinsen sind. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag rund 1,5% im Minus. Einzelhandelsaktien schnitten nach Zahlen von Hennes & Mauritz überdurchschnittlich ab. “Der Januar war bisher ein schwieriger Monat für Aktienanleger”, sagt Lewis Grant von Federated Hermes. “Die Volatilität der Marktstimmung, die die Märkte seit dem Jahreswechsel beeinflusst hat, scheint sich nicht zu beruhigen - und die Berichtssaison verstärkt die Schwankungen noch”. In Deutschland fielen SAP den zweiten Tag in Folge, nachdem das Unternehmen gestern keine näheren Angaben zu seinen Finanzzielen gemacht und eine bedeutende Fintech-Übernahme angekündigt hatte. Henkel sackten nach einem vorsichtigen Ausblick auf das Geschäftsjahr ab.

Geopolitik verschreckt UniCredit

Die UniCredit wird einen möglichen Kauf der russischen Otkritie Bank FC nicht weiter verfolgen. CEO Andrea Orcel begründet dies mit den geopolitischen Spannungen in der Region. Das italienische Institut zieht sich aus der Due-Diligence-Prüfung der Otkritie zurück, sagte Orcel in einer Telefonkonferenz mit Reportern zu den - über den Erwartungen liegenden - Geschäftsergebnissen der Bank. Wenn es nach Russland gehe, werde es keinen Krieg geben, erklärte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Freitag. Der US-Vorschlag zur Entschärfung der Spannungen mit der Ukraine enthalte “rationale Elemente”, auch wenn einige wichtige Punkte ignoriert würden, so Russlands Chefdiplomat. Unterdessen wollen Topmanager der deutschen Wirtschaft mit Russlands Präsident Wladimir Putin über Geschäfte sprechen.

Goldman sät Bitcoin-Zweifel

Investoren sollten skeptisch sein gegenüber dem Narrativ, dass eine steigende Akzeptanz von Kryptowährungen zu höheren Preisen führen muss, meint Goldman Sachs. Weil Token wie Bitcoin in den letzten Jahren an Attraktivität im Mainstream gewonnen haben, sei ihre Korrelation mit anderen makroökonomischen Vermögenswerten gestiegen, so dass Kryptowährungen nun in den Mittelpunkt der jüngsten Rotationen in allen Anlageklassen gerückt seien. Dies stehe im Widerspruch zum Bild von Kryptowährungen als idealem Instrument zur Diversifizierung, so die Goldman-Strategen Zach Pandl und Isabella Rosenberg. Der jüngste Ausverkauf von Kryptowährungen unterstreiche, dass “die Akzeptanz durch die breite Masse ein zweischneidiges Schwert sein kann”, so die Strategen. Goldman will auch so schnell keinen eigenen Coin schaffen - wenn überhaupt. Zuvor hatte Facebook, jetzt Meta Platforms, seine Bemühungen um die Ausgabe von Stablecoins eingestellt.

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