Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    15.687,09
    -126,81 (-0,80%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.233,09
    -43,11 (-1,01%)
     
  • Dow Jones 30

    35.669,59
    -49,84 (-0,14%)
     
  • Gold

    1.784,90
    +0,20 (+0,01%)
     
  • EUR/USD

    1,1347
    +0,0074 (+0,66%)
     
  • BTC-EUR

    44.604,80
    -656,09 (-1,45%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.319,89
    +14,78 (+1,13%)
     
  • Öl (Brent)

    72,76
    +0,71 (+0,99%)
     
  • MDAX

    34.704,38
    -135,02 (-0,39%)
     
  • TecDAX

    3.862,39
    -29,16 (-0,75%)
     
  • SDAX

    16.574,03
    -100,57 (-0,60%)
     
  • Nikkei 225

    28.860,62
    +405,02 (+1,42%)
     
  • FTSE 100

    7.337,05
    -2,85 (-0,04%)
     
  • CAC 40

    7.014,57
    -50,82 (-0,72%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.758,55
    +71,63 (+0,46%)
     

EZB-Präsidentin: Keine verfrühte Straffung der Geldpolitik wegen Inflation

·Lesedauer: 2 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Europas Währungshüter lassen sich vom kräftigen Anstieg der Teuerungsraten nicht zu einem rascheren Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes drängen. "Wir nehmen diese Phase der höheren Inflation nicht auf die leichte Schulter", versicherte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, am Freitag bei einem im Internet übertragenen Frankfurter Bankenkongress.

Die Notenbank dürfe aber "angesichts vorübergehender oder angebotsbedingter Inflationsschocks nicht zu einer vorzeitigen Straffung der Geldpolitik übergehen", bekräftigte Lagarde. "In einer Zeit, in der die Kaufkraft bereits durch höhere Energie- und Treibstoffkosten geschmälert wird, würde eine unangemessene Straffung einen ungerechtfertigten Gegenwind für den Aufschwung bedeuten."

Die Teuerungsraten klettern seit Monaten. In Deutschland etwa lagen die Verbraucherpreise im Oktober um 4,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Inflation in Europas größter Volkswirtschaft ist damit so hoch wie zuletzt vor 28 Jahren. Auch im Euroraum lag die Inflationsrate mit 4,1 Prozent im Oktober deutlich über dem von der EZB mittelfristig angestrebten Ziel von 2 Prozent.

"Diese Inflation ist unerwünscht und schmerzhaft - und es gibt natürlich Bedenken, wie lange sie anhalten wird. Wir nehmen diese Sorgen sehr ernst und beobachten die Entwicklungen sorgfältig", sagte Lagarde. "Insbesondere ist uns bewusst, dass eine höhere Inflation die Realeinkommen der Menschen drückt, vor allem derjenigen am unteren Ende der Einkommensverteilung."

Lagarde bekräftigte jedoch die Sichtweise der Notenbank, dass ein Großteil des Inflationssprung durch Sonderfaktoren zu erklären sei, die sich im nächsten Jahr allmählich wieder abschwächen sollten. Die Währungshüter nennen zum Beispiel die Erholung der Ölpreise nach dem Corona-Schock sowie Lieferengpässe infolge der gestiegenen Nachfrage. Zudem schlägt die Rücknahme der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland durch.

Etliche Volkswirte und Banker warnen jedoch davor, die aktuelle Inflationsentwicklung zu unterschätzen. Kritiker werfen der EZB vor, mit dem billigen Geld die Inflation anzuheizen, die sie eigentlich im Zaum halten will.

"Wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass sich die Inflation mittelfristig bei unserem Ziel von 2 Prozent stabilisiert", betonte Lagarde. "Heute wird die Inflation weitgehend durch die außergewöhnlichen Umstände, die durch die Pandemie entstanden sind, in die Höhe getrieben." Daher müsse die Geldpolitik "geduldig und beharrlich bleiben", sagte die EZB-Präsidentin.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.