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Experten raten zu Fangstopp für Hering in der westlichen Ostsee

·Lesedauer: 2 Min.

KOPENHAGEN (dpa-AFX) - Für die deutschen Ostseefischer sieht es zunehmend schlecht aus: Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) empfahl am Freitag im Jahr 2022 einen Fangstopp für den Hering in der westlichen Ostsee. Neben dem Dorsch ist der westliche Hering die wichtigste Fischart für die deutsche Ostsee-Fischerei. Beide Bestände sind seit langem stark unter Druck.

Verbindlich entschieden wird über die Fangquoten auf politischer Ebene im vierten Quartal des Jahres durch den EU-Ministerrat und soweit Drittländer betroffen sind, im Gespräch mit den jeweiligen Regierungen. Die Einschätzung der Experten gilt dafür aber als Grundlage.

Die ICES-Empfehlung für den westlichen Dorsch wurde aus technischen Gründen in den September verschoben, doch auch hier wird es wohl keine positiven Überraschungen geben: Die lange Zeit überfischte Population erholte sich zwar zuletzt wieder, bringt aber seit 2017 nur noch wenig Nachwuchs hervor, wie der deutsche Experte im zuständigen Gremium des ICES, Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut für Ostseefischerei, erklärte. Um den östlichen Dorsch stehe es sogar so "hundsmiserabel", dass es nur noch darum gehe, den Bestand vorm Verschwinden zu retten.

"Wir sind uns nicht sicher, ob man die kleine Küstenfischerei noch retten kann", konstatiert Zimmermann. Sie befinde sich in der größten Krise mindestens seit der Wiedervereinigung, so der Meeresbiologe weiter. Die Gründe dafür liegen nach Ansicht von Zimmermann unter anderem im Klimawandel. So habe ein später einsetzender und milderer Winter in den Laichgebieten der Heringe im Greifswalder Bodden zu einem früheren Schlüpfen der Larven geführt. Doch die finden nicht ausreichend Nahrung und verhungern.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte einen kompletten Stopp der Ostseefischerei für die nächsten Jahre. Verantwortlich für das Dilemma machen die Umweltschützer vor allem die Politik, die es verpasst habe, rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten. "Steuerungsmaßnahmen wie die Einrichtung großflächiger Schutzgebiete zum Erhalt der Meeresnatur und der Fischbestände oder Fischereistopps wurden verpasst und so müssen die küstennah wirtschaftenden, handwerklichen Fischereibetriebe die Suppe auslöffeln", schrieb Fischerei-Experte Thilo Maack in einer Stellungnahme am Freitag.