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Emme - das erste Plus-Size-Model

Vanessa Peschla
Lifestyle Editor

Emme wird oft als das erste Plus-Size-Model bezeichnet, und das nicht ohne Grund: Die geborene Melissa Owens Miller schaffte es in den 90er Jahren als Model in Größe 44 erfolgreich zu sein. Damals waren ansonsten nur superdünne Models angesagt. Als Vorreiterin der Body-Positivity-Bewegung setzt sie sich auch heute noch für mehr Diversität auf den Laufstegen und im Alltag ein - nur so könnten sich irgendwann alle Frauen in ihrem Körper akzeptieren.

Emme gilt als erstes Plus-Size-Model (Bild: Getty Images)

Ihre Jugend

Die heute 54-jährige sprudelte nicht immer vor Selbstbewusstsein. Im Interview mit Refinery29 gestand sie, dass es vor allem in ihrer Jugend schwer war, ihren Körper zu akzeptieren. Ihre Mutter sei immer auf einer Diät gewesen und auch ihr Stiefvater habe ihren Körper kritisiert und stetig “verbessern” wollen. In der Schule war das absolute Gegenteil der Fall: Dort war sie Mitglied der Rudermannschaft und erhielt sogar ein Sport-Stipendium für die Syracuse University. Ihre Trainer lobten ihre Kraft und ihren starken Körper. Emme gab zu, dass diese gegensätzlichen Ansätze sie stark verunsicherten.

Das Schönheitsideal in den 90er Jahren war groß und schlank. Model Kate Moss etablierte den “Heroin Chic”, ein Körperbild, das dürr und burschikos war. Emme hingegen trug Größe 44/46. Dennoch nahm sie 1989 - sie arbeitete zu diesem Zeitpunkt als Reporterin - ihren Mut zusammen und ging zu einer Model-Agentur. Zu ihrer Überraschung wurde sie direkt unter Vertrag genommen, berichtete sie der Website. Das war der Beginn ihrer Model-Karriere und rückblickend der Anfang von Diversität in der Modewelt, wie wir sie heute kennen.

Emme war in den 90er Jahren das gefragteste Plus-Size-Model (Bild: Getty Images)

Ihr Erfolg als Plus-Size-Model

Zunächst wurde sie vor allem für Kataloge gebucht, erzählte sie der amerikanischen Zeitschrift Shape. Anfang der 90er Jahre musste sie trotz ihres Modelvertrags immer wieder mit Kritik und Mobbing rechnen. Sätze wie “Die Fette fotografiere ich nicht”, musste sie über sich ergehen lassen. “Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe weiter zu machen! Aber ich wollte den Blickwinkel ändern, wie wir Schönheit sehen. Daran habe ich fest gehalten.”

Nach nur fünf Jahren im Model-Business war Emme in aller Munde. Sie war das allererste Plus-Size-Model, das große Erfolge feierte: sie schaffte es zweimal auf die Liste der 50 Schönsten des Magazins People; sie war auf einem drei Meter hohem Billboard am Times Square in einer Werbekampagne für Liz Claiborne zu sehen; 1998 wurde sie zu einer von Glamours Frauen des Jahres gewählt und landete neben Supermodels wie Cindy Crawford einen Vertrag bei Revlon, einer großen Kosmetikmarke.

Das erste Plus-Size-Model Emme Anfang der 90er Jahre für Revlon (Bild: Getty Images)

28 Jahre später: Emme hat ihr Debüt auf der New York Fashion Week

“Heute ist der Tag, an dem ich das erste Mal in meinem Leben bei einer Show auf der New York Fashion Week mitgelaufen bin”, erzählte Emme 2017 bei der Curvy Con, die sich mit dem Thema Plus-Size-Kleidung beschäftigt. Damals sei die Modebranche noch nicht bereit gewesen für kurvige Frauen auf den Laufstegen, meinte Emme. Fast unvorstellbar in der heutigen Zeit, in der Plus-Size-Models wie Ashley Graham und Tara Lynn mit ihren Kurven die Laufstege erobern.

Emme auf dem Laufsteg für das Label Chromat während der New York Fashion Week (Bild: Getty Images)

Sie sei froh, dass Body Positivity durch kurvige Stars vorgelebt werde. Denn es sei nicht einfach, sich im eigenen Körper wohl zu fühlen. Sie betont, dass das nicht nur für kurvige Mädchen und Frauen gilt. “Es ist nicht nur ein Größen-Problem. Nein, es ist ein Problem einer jeden Frau, sich zu akzeptieren und seinen Körper zu zelebrieren, egal in welchem Alter und in welcher Größe.”

In ihrem Podcast EmmeStyle, bespricht sie genau das. “Wir sind auf dem richtigen Weg”, findet Emme, aber es gibt noch einiges zu tun. Deswegen thematisiert sie auch Essstörungen, Sport und Plus-Size-Mode. Ihrer Meinung nach wird über diese wichtigen Themen in der großen Menge noch zu wenig berichtet.