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E-Scooter-Anbieter Bolt startet in Deutschland – zu spät?

·Lesedauer: 2 Min.
Ab heute stehen in verschiedenen Städten Deutschlands die grünen E-Roller von Bolt.
Ab heute stehen in verschiedenen Städten Deutschlands die grünen E-Roller von Bolt.

Ab heute tauchen neue E-Scooter in einigen deutschen Städten auf. In Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart, Potsdam und Fürth stehen die Roller vom estnischen Startup Bolt – nicht zu verwechseln mit Bolt Mobility, dem kalifornischen Tretroller-Startup von Weltrekord-Sprinter Usain Bolt. Um als Späteinsteiger auf dem hart umkämpften deutschen Markt bestehen zu können, wollen die Esten zum Start keine Entsperrgebühr erheben und die E-Roller für fünf Cent pro Minute vermieten. Das ist weit unter dem Preis der Konkurrenz.

Bolt hat viel Geld

Bolt hat im Dezember eine Finanzierungsrunde in Höhe von etwa 125 Millionen Euro (150 Millionen Dollar) abgeschlossen. Geldgeber war der Hedgefonds D1 Capital Partners, der vor allem in Technologie- und KI-Startups investiert. Schon länger beteiligt ist Daimler, der seinen eigenen E-Scooter Dienst Hive neulich eingestellt hat. Bolt wurde 2013 gegründet und gehört damit zu den Pionieren im Bereich der E-Scooter. Acht Jahre später ist das Startup eigenen Angaben zufolge in 40 Ländern in Europa und Afrika aktiv – allein in Europa stehen die Scooter in 70 Städten. Ein kleiner Player ist Bolt also nicht.

Die Frage ist aber, ob die Firma nicht ein bisschen spät dran ist. Alle Anbieter auf dem deutschen Markt kämpfen einerseits mit der Corona-Krise, andererseits mit den Verwaltungen, die die Unternehmen mit neuen Regeln belegen. Die Städte nehmen die Beschwerden der Anwohner über voll gestellte Bürgersteige ernst und wollen den Wildwuchs beschneiden. Das wird das Free-Floating zwar nicht beenden, aber doch teilweise einschränken.

Noch ist auch völlig unklar, welche Unternehmen die andauernde Krise überstehen werden. Die von vielen Experten erwartete Korrektur auf dem Markt hat sich durch die Corona-Krise verschoben, ist aber überfällig. Das kann für das Unternehmen aus Estland, das finanziell gut ausgestattet ist, ein Vorteil sein. Mit Kampfpreisen könnte man sich schnell Marktanteile sichern und einige Konkurrenten wegdrängen.

Voi und Tier bleiben gelassen

Die Konkurrenz schläft aber auch nicht. Anbieter wie Tier und Voi sind mittlerweile in einigen Carsharing- und Mobilitäts-Apps zu finden und ebenfalls gut gepolstert. Wenn Bolt sich nachhaltig Marktanteile sichern will, wird man den Preiskampf lange durchhalten müssen.

Für die Kunden ist der Markteintritt von Bolt eine gute Nachricht. Die Verfügbarkeit von E-Scootern in den Städten steigt, die Preise sinken – zumindest für den Moment. Bolt lockt dazu mit dem Versprechen, dass die eigens für das Unternehmen entwickelten Roller deutlich umweltfreundlicher seien, als die Geräte der Konkurrenz. Der Sommer könnte also spannend werden auf dem E-Scooter-Markt.

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