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E-Bike-Startup der Soundcloud-Erfinder startet: Hat dieses Rad das Zeug zum Hit?

·Lesedauer: 4 Min.
So sieht das neue Abo-Bike von Dance aus.
So sieht das neue Abo-Bike von Dance aus.

Seit Beginn der Pandemie sind E-Bikes gefragter denn je. 2020 sind im Vergleich zum Vorjahr 43 Prozent mehr elektrische Fahrräder verkauft worden. Der wachsende Markt profitiert dabei auch vom Ausbau der Radwege. Bestes Beispiel: Berlin. Hier liefert das E-Bike-Startup Dance nun die ersten Hundert Fahrräder an seine Abonnenten aus. Nach anderthalbjähriger Entwicklungszeit präsentieren die Soundcloud-Macher ihr eigens dafür gebautes Fahrzeug – und wollen damit global expandieren.

Die Idee ist simpel: Dance bietet für 79 Euro im Monat seinen Kundinnen und Kunden ein eigenes E-Bike. Das Startup verspricht ähnlich wie Wettbewerber Swapfiets, sich im Fall eines Schadens darum zu kümmern. Und zwar innerhalb von 24 Stunden. Selbst bei Diebstahl möchte Dance sicherstellen, dass schnell Ersatz bereitsteht . Dafür unterhält das Unternehmen ein eigenes Lager mit Ersatzteilen in Berlin und beschäftigt Mechaniker sowie Logistik-Mitarbeiter. Anders als das niederländische Startup Swapfiets setzen die Berliner auf das Premium-Segment mit E-Antrieb. Das Fahrzeug kommt nicht von der Stange, sondern wurde neu für das Startup in Taiwan produziert.

Eine Wette auf die Langlebigkeit

Zu den Herstellungskosten möchte sich Mitgründer Eric Quidenus-Wahlforss nicht äußern. Fest steht allerdings: Das Bike muss lange halten, damit es sich lohnt. „Schließlich wollen wir sie an mehrere Mitglieder nacheinander weiterverleihen. Auch dann, wenn jemand sich nach einem Jahr entscheidet, das Bike abzugeben, muss es noch unseren Qualitätsstandards entsprechen“, sagt Quidenus-Wahlforss im Gespräch mit Gründerszene. Es bleibe eine große Unbekannte, wie lange die neuen Bikes am Ende durchhalten werden, so der Gründer. Tausende Fahrzeuge seien bereits auf dem Weg nach Berlin.

Eigentlich wollte das Startup schon im Mai starten. Sowohl die Entwicklungszeit als auch durch die Pandemie bedingt gab es Probleme mit der Lieferung. Davon ist allerdings der gesamte Markt für E-Bikes betroffen. „Um ein Fahrrad von Grund auf neu zu entwickeln, braucht es Zeit. Wir kommen aus der Software-Branche. Das war auch für uns ein Learning“, sagt Quidenus-Wahlforss. Die restlichen Tausend Fahrzeuge von Dance sollen in den kommenden Wochen eintreffen, verspricht der Gründer. Alle für Berlin. Weitere europäische Städte werden bereits ins Visier genommen. Details möchte Quidenus-Wahlforss noch nicht nennen.

Vernetzt und sicher gegen Diebstahl?

Jedes Teil vom E-Bike soll eine Spezialanfertigung sein. Einerseits um die Lebenszeit besser voraussagen zu können, andererseits um Dieben das Leben schwerer zu machen. Die Teile sind nicht mit marktüblichen Fahrrädern kompatibel – damit wertlos für den Weiterverkauf. Das Integral-Schloss des Dance-Bikes kann per App verschlossen und geöffnet werden. Der Akku lässt sich zuhause an der Steckdose laden. Reichweite rund 55 Kilometer pro Ladung. Das Fahrrad ist vernetzt. Das heißt, es kann nicht nur geortet werden, sondern per App lassen sich auch die zurückgelegten Kilometer und andere Daten nachvollziehen. Damit schlagen die Berliner in eine ähnliche Richtung ein wie der Konkurrent Vanmoof aus den Niederlanden.

Gründerszene hat das E-Bike ausprobiert. Bei der Testfahrt funktionierte die dreistufige Antriebshilfe des E-Motors reibungslos. Die drei Modi können per Schalter am linken Griff eingestellt werden. Der höchste Modus hat eine recht starke Beschleunigung. Das könnte sich beim Kurvenfahren auch mal negativ auswirken, wenn die Kraft unterschätzt wird. Das Gewicht des Bikes fällt trotz des Akkus nicht unangenehm auf. Ingesamt wirkt das Dance-Bike sehr hochwertig verarbeitet und bietet aufgrund des Riemenantriebs den Vorteil, dass man sich kein verschmiertes Hosenbein einfängt.

Geld gab es schon reichlich

Das Startup selbst versteht sich als Software- und Hardware-Anbieter. Die beiden ehemaligen Soundcloud-Macher Alexander Ljung und Eric Quidenus-Wahlforss haben zusammen mit Jimdo-Gründer Christian Springub Anfang 2020 gegründet. Erstes Geld gab es im März 2020. Der Berliner VC Blue Yard und Jeannette zu Fürstenberg vom Frühphaseninvestor La Famiglia sowie der dänische Star-Architekt Bjarke Ingels und Casper-Mitgründer Neil Parikh haben in Dance Seed-Runde investiert. Im Oktober folgten 15 Millionen Euro unter anderem von HV Capital. Dann gab es nochmal vier Millionen im Juli dieses Jahres von Angels. Etwa 40 Business Angels sind an dem 40 Mitarbeiter großen Startup beteiligt.

Das erste Jahr hat Dance sein Abo mit unterschiedlichen Rädern für 59 Euro pro Monat mit Pilotkunden getestet. Nun steht der Service mit dem neuen E-Bike für alle zur Verfügung. Bisher ist es ein reines Endkunden-Geschäft. Auch ein Business-Modell für Arbeitgeber ist geplant. Darüber sprechen möchte Quidenus-Wahlforss noch nicht. Jetzt geht es erst einmal darum, alle Bikes nach Berlin zu bekommen, die anfallenden Schäden zu managen und möglichst Diebstahl zu vermeiden.

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