Deutsche Märkte geschlossen

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 30.09.2020 - 17.00 Uhr

·Lesedauer: 5 Min.

USA: Schwebende Hausverkäufe steigen stärker als erwartet

WASHINGTON - Die noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe in den USA haben im August stärker als erwartet zugelegt. Die Zahl stieg um 8,8 Prozent zum Vormonat, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Mittwoch in Washington mitteilte. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 3,1 Prozent gerechnet.

USA: Chicago-Index steigt deutlich stärker als erwartet

CHICAGO - Das Geschäftsklima in der Region Chicago hat sich im September deutlich verbessert. Der Indexwert stieg auf 62,4 Punkte, nach 51,2 Zähler im Vormonat, wie die regionale Einkaufsmanagervereinigung am Mittwoch in Chicago mitteilte. Analysten hatten dagegen nur einen leichten Anstieg auf im Schnitt 52,0 Punkte erwartet.

USA: Wirtschaftseinbruch etwas weniger drastisch

WASHINGTON - Die Wirtschaft der USA ist im zweiten Quartal etwas weniger drastisch eingebrochen als bisher bekannt. Wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte, lag die Wirtschaftsleistung im zweiten Vierteljahr annualisiert 31,4 Prozent niedriger als im Vorquartal. In einer vorherigen Schätzung war ein auf das Jahr hochgerechneter Einbruch um 31,7 Prozent ermittelt worden. Die Corona-Krise hat die US-Wirtschaft dennoch drastisch in Mitleidenschaft gezogen.

USA: Beschäftigung im Privatsektor steigt unerwartet stark - ADP

WASHINGTON - Die Beschäftigung in der US-Privatwirtschaft ist im September deutlich stärker als im Vormonat gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten habe im Monatsvergleich um 749 000 zugelegt, teilte der Arbeitsmarktdienstleister ADP am Mittwoch in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Zuwachs um 649 000 gerechnet.

ROUNDUP: EZB-Chefin Lagarde plädiert für neues Inflationsziel

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte auf eine Änderung ihres seit 2003 bestehenden Inflationsziels zusteuern. Darauf deuten Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde hin. "Wir müssen die Kräfte, die heute die Inflationsdynamik antreiben, gründlich analysieren und überlegen, ob und wie wir unsere Strategie als Reaktion darauf anpassen sollten", sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch auf einer Tagung in Frankfurt. "Wir sollten ein Inflationsziel haben, das glaubwürdig ist und das die Öffentlichkeit leicht verstehen kann."

Bank of England: Chefökonom dämpft Erwartungen an negative Leitzinsen

LONDON - Die britische Zentralbank dürfte nicht vor einer raschen Einführung negativer Leitzinsen stehen. Darauf deuten Äußerungen von Andrew Haldane, Chefökonom der Bank of England, vom Mittwoch hin. Zum einen dauere es mehrere Monate, bis entsprechende Vorarbeiten abgeschlossen seien. Zum anderen müsse das Nutzen-Kosten-Verhältnis eines solchen Schritts positiv und zudem größer sein, als der Nutzen anderer geldpolitischer Optionen.

ROUNDUP/Deutschland: Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter auf 2,847 Millionen

NÜRNBERG - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist ungeachtet der Corona-Krise im September um 108 000 im Vergleich zum Vormonat gesunken. Sie lag bei 2,847 Millionen und damit um 613 000 höher als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag im September bei 6,2 Prozent.

Deutschland: Einfuhrpreise sinken weniger stark

WIESBADEN - In Deutschland hat sich der Abwärtstrend der Einfuhrpreise im August weiter abgeschwächt. Die Preise für nach Deutschland importierte Güter seien gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,0 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. In den Monaten zuvor waren die Preise noch um bis zu 7,4 Prozent gefallen. Im Monatsvergleich stiegen die Einfuhrpreise im August leicht um 0,1 Prozent. Im Jahresvergleich übt nach wie vor Energie starken Abwärtsdruck aus. Energie war gegenüber August 2019 rund ein Viertel günstiger. Gegenüber dem Vormonat legten die Energiepreise dagegen um 2,8 Prozent zu. Besonders deutlich war der Einfluss der Erdölpreise.

Deutscher Einzelhandel steigert Umsatz deutlich

WIESBADEN - Der deutsche Einzelhandel hat seinen Umsatz im August deutlich gesteigert. Die gesamten Erlöse lagen preisbereinigt (real) 3,1 Prozent höher als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem wesentlich geringeren Zuwachs um 0,4 Prozent gerechnet. Gegenüber dem Vorjahresmonat legten die Umsätze real um 3,7 Prozent zu. Verglichen mit dem Niveau vor der Corona-Krise im Februar lagen die Erlöse real 5,8 Prozent höher.

Frankreich: Verbraucherpreise stagnieren

PARIS - In Frankreich hat die Inflation im September eine Pause eingelegt. Die nach europäischer Methode berechneten Verbraucherpreise (HVPI) stagnierten gegenüber dem Vorjahresmonat, wie aus Daten des Statistikamts Insee vom Mittwoch hervorgeht. Zum Vormonat fielen die Preise um 0,6 Prozent. Die Resultate lagen jeweils unter den Erwartungen von Analysten.

Italien: Inflationsrate bleibt im negativen Bereich

ROM - In Italien sind die Verbraucherpreise im September erneut gefallen. Im Jahresvergleich sanken die für europäische Zwecke ermittelten Verbraucherpreise (HVPI) um 0,9 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Mittwoch nach einer ersten Schätzung mitteilte. Analysten wurden von der Stärke des Preisrückgangs überrascht. Sie hatten nur eine Inflationsrate von minus 0,4 Prozent erwartet.

Britische Wirtschaft bricht etwas weniger drastisch ein

LONDON - Die britische Wirtschaft ist in der Corona-Krise etwas weniger drastisch eingebrochen als bisher bekannt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Vierteljahr um 19,8 Prozent geschrumpft, teilte das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mit. Damit wurde eine erste Schätzung von August, als minus 20,4 Prozent ermittelt wurden, leicht korrigiert. Analysten hatten im Schnitt mit einer Bestätigung der vorläufigen Zahlen gerechnet.

Chinas Industriekonzerne und Dienstleister weiter auf Erholungskurs

PEKING - In China deuten die als wichtige Stimmungsindikatoren geltenden Einkaufsmanagerindizes auf eine weitere Erholung der Wirtschaft hin. Im September legte der staatliche Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor auf 51,5 (August: 51,0) Punkte zu, wie das Regierungsdaten vom Mittwoch hervorgeht. Damit zog der bei großen und staatlichen Betrieben ermittelte Wert stärker an, als Experten erwartet hatten. Zudem stieg das ebenfalls am Mittwoch veröffentlichte Stimmungsbarometer für den Dienstleistungsbereich um 0,7 Punkte auf 55,9 Zähler und damit auf den höchsten Wert seit vielen Jahren. Hier hatten Volkswirte mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Kundenhinweis:

ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.