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Wie diese Gründerin mit getragener Unterwäsche Geld verdient

Mit ungewaschenen Socken in die Selbstständigkeit: Gründerin Kathleen Krüger.  - Copyright: Kathleen Krüger
Mit ungewaschenen Socken in die Selbstständigkeit: Gründerin Kathleen Krüger. - Copyright: Kathleen Krüger

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Kathleen Krüger ist eine Gründerin der besonderen Art. Ihr Unternehmen hat ein Logo, einen Namen und eine Website, auf der Nutzer Produkte kaufen und verkaufen können. Ein Marktplatzmodell eben. So weit, so normal. Doch es sind die Artikel, die auf Krügers Website verkauft werden, die sie von anderen Unternehmerinnen unterscheidet. Bei ihr können Menschen ihre getragene Unterwäsche anbieten. Andere kaufen hier durchschwitze Sportsocken, ungewaschene Slips, bis hin zu Hornhaut - auf "Frau Kruner" geht fast alles.

Die 35-Jährige hat selbst mit dem Verkauf der eigenen Unterwäsche vor neun Jahren angefangen. Aus reiner Neugier, wie sie uns erzählt. „Ich war sofort ein Fan davon. Du kannst es von Zuhause und jederzeit machen. Den Slip trägst du ja auch ganz normal im Alltag.“ Foto machen, Beschreibung hinzufügen, verpacken, schicken - für Krüger öffnet sich eine neue Welt.

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Viel verdient habe sie damit nicht. „Es waren um die drei Verkäufe im Monat, das lief so nebenbei“, sagt sie uns. Von dem alleinigen Verkauf der getragenen Kleidungsstücke können nur die wenigsten leben. „Es sei denn, man ist Influencer und nimmt 500 Euro für ein Wäschestück, dann ist es etwas anderes“, fügt sie hinzu.

Gestört habe sie vor allem, dass die meisten der Webseiten für den Unterwäscheverkauf von Männern geführt werden. „Ich finde, dass es eigentlich ein Frauenprodukt ist. In 99 Prozent der Fälle verkaufen die Frauen.“ Zudem fehlte ihr auf den Plattformen die Anonymität und das Vertrauen. Sie erzählt uns, dass ein Käufer herausgefunden habe, wo sie wohnt und sie daraufhin mit Nachrichten belästigt und bedroht habe. Nach Jahren im Verkauf hat Krüger den Entschluss gefasst, selbst eine Plattform zu gründen.

Slips für über 100 Euro

Vorerfahrung in der Selbstständigkeit und mit dem Führen einer Verkaufsseite hatte sie nicht: „Ich bin in das kalte Wasser gesprungen.“ Eigentlich ist sie Kauffrau und hatte bis vor kurzem einen Bürojob. Auf der Suche nach dem richtigen Weg in die Unternehmensgründung habe sie auch viele dubiose Angebote erhalten. „Es gibt immer schwarze Schafe auf dem Markt, die mit neuen und unerfahrenen Gründerinnen und Gründern Geld machen wollen.“

Den Businessplan hat sie selbst geschrieben und sich dann Schritt für Schritt durch alle Anmeldeverfahren geschlagen. Seit Februar 2023 können Nutzerinnen bei "Frau Kruner" ihre Unterwäsche, Kleidung, Fotos oder Videos anbieten - ohne Chat mit den Käufern, nur als Verkaufsseite, wie sie betont.

Insgesamt betreut sie 2500 Anbieter-Accounts auf "Frau Kruner". Der Großteil wird von Frauen betrieben. Um mit dem Verkauf zu starten, wird mithilfe des Personalausweises eine Altersprüfung durchgeführt. Mindestalter: 18 Jahre. Der Kauf von getragener Unterwäsche sei dagegen grundsätzlich ab 16 Jahren möglich, erklärt die Gründerin.

Der Bestseller bleibt die Unterwäsche, gefolgt von Socken, sagt die 35-Jährige. Die Preise unterscheiden sich zwischen den Verkäuferinnen und können dreistellig werden. Wer zum Beispiel einen roten Slip von "Adriana" erhalten will, zahlt für eine Tragedauer von sieben Tagen 120 Euro. Zusatzoptionen wie ein Orgasmus, Speichel, Fotos oder Videos kosten extra. Wer als Kunde allerdings auch Bilder und Videos der Unterwäscheträgerinnen erhalten will, muss 18 Jahre alt sein und den Personalausweis mit einem Bild von sich einreichen.

Die Shopbetreibenden zahlen keine Gebühren. „Du stellst einen Slip für 20 Euro rein und bekommst von mir die vollen 20 Euro“, erklärt Krüger. Wer will, kann jedoch extra zahlen, um seinen Artikel zu pushen. Zwei bis fünf Euro, je nachdem, wie lange der Artikel oben gelistet werden soll. Wer gleich sein gesamtes Profil für mehrere Tage pushen will, zahlt zehn Euro. Damit verdient die Gründerin ihr Geld.

"Es ist genügend, um davon zu leben"

Seit zwei Monaten betreibt Krüger die Seite hauptberuflich. Sie läuft gut und liefert insgesamt Klickzahlen im fünfstelligen Bereich - vor allem durch SEO. Die Unternehmerin schaltet jetzt auch Werbung der Erotik-Marke Orion. Wie viel Umsatz sie mit dem Geschäft macht, will sie nicht verraten. „Es ist genügend, um davon zu leben“, lässt die Gründerin durchblicken. Die Konkurrenz könne ja mitlesen, sagt sie lachend.

Tatsächlich lässt sich durch eine kurze Google-Suche feststellen, dass es im Internet an Anbietern nur so wimmelt. Wie unterscheidet sich "Frau Kruner" von anderen? Krüger entgegnet: "Bei mir gibt es absolute Anonymität." Die Metadaten der Videos und Fotos werden beim Austausch über ihre Seite gelöscht. Private Angaben in den Verkäuferprofilen nicht geduldet. Und dann ist da noch der Support: „Wenn du mir eine Mail schreibst, dann antworte ich dir in echt und jederzeit.“

Als One-Woman-Show sind die Tage bei ihr lang. Um 7:50 Uhr geht es an den Laptop und dann Open End weiter. Konten überprüfen, Bestellungen checken, Support der Kunden, Rückmeldungen von den Programmierern: „Eigentlich ist ständig was. Aber man optimiert sich jeden Tag.“ Unterwäsche wird eben nicht nur von jedem getragen, sondern auch zahlreich verkauft.