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Deutschland: Zahl der Firmenpleiten trotz Ukraine-Krieg weiter rückläufig

NEUSS (dpa-AFX) - Trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen durch den Ukraine-Krieg ist die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland gesunken. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform registrierte im ersten Halbjahr 7300 Unternehmensinsolvenzen, wie sie am Dienstag mitteilte. Das waren 2,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings befürchten die Experten angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen in der zweiten Jahreshälfte eine Trendumkehr.

"Trotz über zwei Jahren Corona und der zuletzt massiven Kostenexplosion gibt es keinen Anstieg bei den Insolvenzen", berichtete der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. Doch seien die Auswirkungen der wirtschaftlichen Verwerfungen in einigen Teilen der Unternehmenslandschaft zu erkennen. Insbesondere bei Großunternehmen gebe es einen Anstieg der Insolvenzmeldungen. Prominente Beispiele im bisherigen Jahresverlauf seien die MV-Werften sowie die Modekette Orsay. Außerdem gebe es eine hohe Zahl an Insolvenzen von Selbstständigen, die meist ein vereinfachtes Insolvenzverfahren durchliefen und nicht als Unternehmensinsolvenzen gezählt würden.

Rund 68 000 Beschäftige waren laut Creditreform im ersten Halbjahr von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen. Die Schäden für die Gläubiger summierten sich auf rund 19 Milliarden Euro.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen lag dagegen mit 32 800 um 23 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Vor einem Jahr hatte eine Änderung des Verbraucherinsolvenzrechts deutliche Erleichterungen für überschuldete Privatpersonen gebracht. Dadurch war die Zahl der Verbraucherinsolvenzen vorübergehend nach oben geschnellt.

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