Deutsche Märkte öffnen in 7 Stunden 22 Minuten

Der deutsche Slack-Konkurrent Wire meldet sich mit einer Millionen-Finanzierung zurück

Georg Räth
·Lesedauer: 2 Min.
Unter CEO Morten Brøgger konzentriert sich Wire auf Firmenkunden. Mit Erfolg.
Unter CEO Morten Brøgger konzentriert sich Wire auf Firmenkunden. Mit Erfolg.

Als Wire vor sieben Jahren als Messenger startete, wollte das Startup die „Kommunikation neu erfinden“. Doch trotz der prominenten Unterstützung von Skype-Gründer Janus Friis konnte das Berliner Unternehmen nie richtig durchstarten. Zu groß war der Vorsprung von Whatsapp. Und zu wenig setzte es sich von der Konkurrenz um Threema, Signal oder Telegram ab, die ebenfalls auf Sicherheit setzte, um das Facebook-Unternehmen vom Thron zu stürzen – oder zumindest genug Nutzer abzuwerben.

Wire musste umdenken und wagte den Pivot: weg von den Privatnutzern und hin zu Unternehmenskunden, die eine sichere Kollaborationslösung benötigen. Damit konkurriert die Firma um CEO Morten Brøgger zwar inzwischen ebenfalls mit Größen wie Slack oder Microsoft Teams, ist damit aber deutlich erfolgreicher als früher. Der Däne Brøgger leitet die Geschäfte seit 2017. Technikchef ist Alan Duric, der letzte im Unternehmen verbliebende Wire-Gründer.

Investoren belohnen Wire-Wachstum mit Millionen

Nun haben Investoren für die gute Entwicklung Geld locker gemacht und Wire mit 17 Millionen Euro ausgestattet. Die Serie B wird angeführt von UCV Partners, einem Kapitalgeber mit Sitz in München und Berlin, der unter anderem auch Flixbus im Portfolio hat. Ebenfalls beteiligt sind die Altinvestoren: Iconical, Morpheus Ventures, Elysium Venture Capital und One Way Ventures. Die neuen Mitteln sollen in die Technologie und Plattform investiert werden. Bis Jahresende will das Startup zudem neue Produkte vorstellen.

Nach eigenen Angaben konnte Wire sein Wachstum in den vergangenen zwei Jahren jeweils verdreifachen. Die Kundenbasis sei 2020 um fast 50 Prozent gesteigert worden. Derzeit verweisen die Berliner auf knapp 1.800 Regierungs- und Unternehmenskunden weltweit. Darunter auch fünf G7-Regierungen, etwa die deutsche. Diese zahlen im Abo mindestens fünf Euro pro Nutzer pro Monat und bekommen dafür ein Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Tool für Nachrichten, Anrufe, Dateifreigaben und externe Zusammenarbeit.

Wire hat seinen Hauptsitz in Berlin sowie Niederlassungen in der Schweiz und in San Francisco. 90 Personen arbeiten verteilt auf diese Standorte. Im November gab es Kritik von Datenschutzexperten, weil das Unternehmen eine Holding gegründet hatte und den Sitz von Luxemburg in die USA verlegte – dort gelten andere Datenschutzregeln. Wire sagte damals, dass sich für die Kunden und deren Sicherheit nichts geändert habe, weil die Firmenserver weiter in Europa stehen würden.