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Deutsche Anleihen verlieren deutlich - Anleger fassen wieder Mut

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Anleihemarkt hat am Dienstag eine deutliche Gegenbewegung zu den massiven Kursgewinnen am Montag eingesetzt. Am Markt war die Rede davon, dass die Anlege wieder etwas Mut fassten und als sicher empfundene Anlagen daher nicht mehr so stark gefragt gewesen seien. An den Börsen erholten sich die Aktien, nachdem es am Montag infolge Corona-Angst und Ölpreis-Crash zu einem Ausverkauf gekommen war.

Der für den deutschen Rentenmarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel am Mittag um 0,81 Prozent auf 176,85 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Gegenzug auf minus 0,76 Prozent. Am Montag hatte die Rendite mit minus 0,91 Prozent ein Rekordtief erreicht.

Auch an vielen anderen Anleihemärkten inner- und außerhalb Europas stiegen die Renditen deutlich an. Besonders deutlich waren die Bewegungen in Australien und Schweden. In den USA erhöhten sich die Renditen ebenfalls kräftig. In Italien und Griechenland, deren Anleihemärkte in den vergangenen Tagen besonders hart von der Corona-Angst getroffen wurden, gaben die Renditen dagegen deutlich nach.

Am Markt wurde zudem auf die Ankündigung fiskalischer Gegenmaßnahmen wie Steuererleichterungen durch US-Präsident Donald Trump verwiesen. Damit sollen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Virus-Krise abgefedert werden. Details sollen an diesem Dienstag nach Gesprächen mit Kongressmitgliedern bekanntgegeben werden.

Zunehmend rückt die Europäische Zentralbank (EZB) in den Blick der Märkte. Die Notenbank wird am Donnerstag nach ihrer regulären Sitzung ihre geldpolitischen Entscheidungen verkünden. Fachleute erwarten in jedem Fall eine geldpolitische Reaktion. Über die konkreten Schritte herrscht aber Uneinigkeit. Die Möglichkeiten reichen von Zinssenkungen über neue Billigkredite für die Banken bis hin zu zusätzlichen Anleihekäufen.