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„Deltakron“: Forscher will Kombination aus Delta und Omikron gefunden haben — wieso Fachleute das bezweifeln

·Lesedauer: 2 Min.

In der mittlerweile fünften Corona-Welle kommen potenziell schlechte Nachrichten aus Zypern: Am Freitag, den 7. Januar 2022, erklärte Leondios Kostrikis, Professor für Biowissenschaften an der Universität von Zypern und Leiter des Labors für Biotechnologie und molekulare Virologie, dass er und sein Team einen neuen Strang des Coronavirus in Zypern gefunden hätten. Das berichtete der Nachrichtendienst „Bloomberg“ am Wochenende. Dabei handle es sich um eine Kombination der beiden Varianten Delta und Omikron, weshalb der Forscher seine Entdeckung „Deltakron“ taufte.

„Wir werden in Zukunft sehen, ob dieser Stamm pathologischer oder ansteckender ist oder ob er sich gegenüber Delta und Omikron durchsetzen wird“, sagte Kostrikis in einem Interview mit dem zypriotischen Fernsehsender Sigma TV. Bisher habe das Forschungsteam 25 Fälle der „Deltakron“-Variante identifizieren können.

Kollegen widersprechen ihm

Der Virologe erhält allerdings Gegenwind: Andere Wissenschaftler stellen seine Forschungsergebnisse übereinstimmend infrage. So schrieb der britische Forscher Tom Peacock bei Twitter, dass die gefundene Deltakron-Mutation „ziemlich eindeutig nach einer Kontamination aussieht“.

Kostrikis verteidigte sich: In einem Statement, das er per E-Mail an „Bloomberg“ schickte, sagte der Forscher, die von ihm identifizierten Fälle wiesen auf einen „evolutionären Druck auf einen Vorfahrenstamm des Virus hin“. Die Proben seien in mehreren Sequenzierungsverfahren und in mehreren Ländern bearbeitet und analysiert worden. Mindestens eine Sequenz aus Israel, die in der globalen Datenbank hinterlegt ist, weise genetische Merkmale von „Deltakron“ auf, so Kostrikis. Daher könne es sich gar nicht um einen technischen Fehler oder eine Kontamination in seinem Labor handeln.

Begriff „Deltakron“ sei irreführend

Doch es melden sich immer mehr Expertinnen und Experten zu Wort, die Kostrikis Untersuchungsergebnisse infrage stellen – wie etwa bei „Spiegel Online“. Unter ihnen: Richard Neher von der Universität Basel in der Schweiz, der als führender Experte für Virusvarianten gilt, sowie WHO-Expertin Maria van Kerkhove. Beide sagen, dass Kostrikis' Fund wahrscheinlich auf Verunreinigungen beim Sequenzieren zurückzuführen sei. Es handle sich nicht um eine Kombination der Virusvarianten Delta und Omikron, macht van Kerkhove im Interview mit „Spiegel Online“ deutlich. Den Ausdruck „Deltakron“ findet sie irreführend und deswegen problematisch.

Auch der griechische Epidemiologe Gkikas Magiorkinis, der Mitglied des griechischen Corona-Krisenstabes ist, vermutet, dass es sich um einen technischen Fehler in Kostrikis' Labor handele. Das zeigten erste Analysen, schrieb Magiorkinis bei Twitter. Kostrikis selbst bleibt dabei, dass seine Ergebnisse nicht auf eine solche Kontamination zurückzuführen seien.

Über die Eigenschaften der angeblich neuen „Deltakron“-Variante ist bisher nicht viel bekannt. Im Laufe der Woche will der zypriotische Gesundheitsminister Michael Hadjipantela eine Pressekonferenz abhalten, bei der weitere Einzelheiten bekannt gegeben werden sollen.

hr

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