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DAX-FLASH 2: Corona-Crash beschleunigt sich - Dax unter 10 000 Punkte erwartet

(Neu: Aktuelle Indikation, weitere Details)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Ausverkauf an den Aktienmärkten nimmt nach dem US-Einreisestopp für die meisten Europäer an Fahrt auf. Für den Dax <DE0008469008> indiziert der Broker IG rund zwei Stunden vor Xetra-Handelsstart am Donnerstag einen Einbruch um etwas mehr als fünf Prozent auf 9893 Punkte - damit droht dem deutschen Leitindex erstmals seit 2016 der Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Zählern. Seit dem Start des Corona-Crashes am 24. Februar hat der Dax bis Mittwoch bereits mehr als 3000 Punkte oder rund 23 Prozent eingebüßt. Das Rekordhoch von 13 795 Punkten von Mitte Februar ist inzwischen meilenweit entfernt.

Nach den jüngsten Verlusten sorgte in der Nacht auf Donnerstag die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die US-Grenzen für Ausländer aus Europa zu schließen, für neuen Druck. "Wir werden alle Reisen von Europa in die USA für die nächsten 30 Tage aussetzen", sagte er in einer Ansprache an die Nation. Ausgenommen seien Reisende aus Großbritannien. Aus Europa kommende Amerikaner müssten sich entsprechenden Tests unterziehen. Die Maßnahme gilt nach Angaben des Weißen Hauses ab 23.59 Uhr am Freitag (4.59 Uhr MEZ am Samstag).

Diese Maßnahme sorgte an den asiatischen Börsen wie in Tokio für weitere Kursverluste und die Futures auf US-Indizes gaben ebenfalls deutlich nach. Der japanische Leitindex Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> verlor mehr als vier Prozent. Der S&P-Future büßte zuletzt knapp vier Prozent ein. Beim Dow Jones <US2605661048> liegt die aktuelle IG-Indikation mit rund 22 700 Punkten 3,6 Prozent unter dem Schlussstand vom Mittwoch und rund fünf Prozent unter dem Niveau, das der Dow Jones beim Xetra-Handelsende hatte.

Neben dem US-Einreisestopp gab es schlechte Nachrichten aus Italien, dem in Europa am stärksten vom neuartigen Coronavirus betroffenen Land. Dort hat sich die Lage verschärft. Die Regierung ordnete am Mittwochabend nach einem starken Anstieg der Todesfälle weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus an und schließt Bars und Restaurants sowie fast alle Geschäfte. Nur Lebensmittelläden und Apotheken seien weiter geöffnet, erklärte Premierminister Giuseppe Conte. Alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten müssten eingestellt werden. Alle Unternehmensabteilungen, die nicht für die Produktion unverzichtbar seien, müssten schließen.