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Cowgirls der Landstraße: Diese Truckerinnen in den USA verdienen sechsstellig — die Branche sucht 100.000 Fahrerinnen

·Lesedauer: 5 Min.
Ingrid Brown and her truck she named "Miss Faith"
Ingrid Brown and her truck she named "Miss Faith"

Ingrid Brown ist Truckerin - und ein wenig berühmt in den USA, wo Lastwagenfahrer eine der größten Berufsgruppen sind. Nach Brown ist sogar eine große Tankstelle benannt, „Ingrid R. Brown Petro“ am Interstate Highway in Oklahoma City, gegenüber eines Greyhound-Busbahnhofs, eines Waffle House Restaurants und eines beigefarbenen Motels.

Ingrid Brown fährt seit 42 Jahren schwere Trucks durch die USA. In 48 Staaten war sie unterwegs. Nach einer Auszeichnung durch die Trucker-Community wählte sie dieses abgelegene Einkaufszentrum, das ihren Namen tragen sollte.

„Ich musste es tun“, sagt Brown. „Ich wusste nicht, was ich diesen Menschen für das, was sie mir gegeben haben und wie sie mein Leben beeinflusst haben, noch zurückgeben könnte.“

Ein Jahr zuvor fuhr Brown mit 21 anderen Trucker von Michigan nach Oklahoma, um Familien, die dort von den verheerenden Waldbränden betroffen waren, mit Lebensmitteln und Hilfsgütern zu versorgen. Brown brachte auch Materialien zu einem 85-jährigen Farmer, dessen Frau mit einer Rauchvergiftung im Krankenhaus lag. Sie hatten die Hälfte ihres Viehs verloren, hunderte Hektar ihrer Felder waren verbrannt. Aber sie hätten sich nicht ein einziges Mal beschwert, erzählt Brown.

Begegnungen mit Menschen wie dem Farmerpaar sind der Grund, warum Brown auch als Großmutter von sechs Enkelkindern noch immer mit dem Auto unterwegs ist, sagte sie Business Insider. „Ich habe Menschen in den winzigsten Städten getroffen, und ich kann Ihnen sagen, dass sie heute meine Freunde sind", sagte Brown. „Ich könnte sie immer anrufen und mich auf sie verlassen."

Keine Frage, Ingrid Brown liebt ihren Beruf als Truckerin. Nun möchte sie, dass mehr Frauen sich trauen, ihr nachzueifern.

Nie war die Zeit dafür so günstig wie aktuell. Die Branche rechnet in den USA bis 2023 mit einem Mangel von 100.000 Fahrern – und Fahrerinnen. Denn viele Personalvermittler hoffen, dass bald Frauen viele der leeren Fahrersitze besetzen.

"Mein Lenkrad kennt das Geschlecht nicht, und es wäre ihm auch egal", sagt Brown. „Trucker wurde einfach immer als Männerwelt und als Männerberuf bezeichnet.“ Lange war das auch so.

In den USA fahren 200.000 Frauen schwere Trucks

Als Brown mit dem Fahren begann, kannte sie in den gesamten USA nur fünf Truckerinnen. Die Frauen schlossen sich zusammen und planten Treffen auf der Straße und an Raststätten, wann immer sie konnten. Während viele Fahrerinnen mit Sexismus und Belästigung konfrontiert sind, sagte Brown, dass sie selbst nie Diskriminierung in ihrem Beruf erlebt hat.

Heute sind über 200.000 Lastwagenfahrer in der USA Frauen, das sind etwa 6,7 % der riesigen Branche mit weit über drei Millionen Fernfahrern. Rund 70 Prozent der Güter werden in den USA über die Straßen transportiert. Speditionsunternehmen und Einzelhändler, die mit einem akuten Fahrermangel konfrontiert sind, bemühen sich nun um die Einstellung von mehr Frauen.

Zu den vielen Einstiegshürden zählen die Kosten für eine Lkw-Fahrschule zwischen 3.500 und 10.000 Dollar. Einige Unternehmen und Bundesstaaten wie New York und Oregon bieten mittlerweile Anreize oder eine Befreiung von den Gebühren für Fahrerinnen an.

Für Brown geht es aber vor allem darum, den von vielen Legenden umwobenen Beruf der "Cowboys der Straße" zu entmystifizieren. Der beste Weg, um mehr Fahrerinnen zu gewinnen, sei es, den Trucker-Lifestyle nicht zu beschönigen und den Frauen die Wahrheit zu sagen.

„Man wird Geburtstage verpassen, man wird geliebte Menschen verpassen, man wird Dinge verpassen, die im Leben passieren“, sagte sie. „Sie müssen einfach die Wahrheit darüber erfahren. Personalvermittler scheinen zu schöne Bilder zu malen.“

„Carla Michelle Holmes, eine 42-jährige Mutter aus Yuma in Arizona, hat im November letzten Jahres zusammen mit ihrem Mann mit dem Fernfahren begonnen.

Alles fing vor zwei Jahren mit dem Transport übergroßer Maschinen an. Nach langer Überlegung beschloss Holmes, während ihres zweiwöchigen Urlaubs zu ihrem Mann in den Lkw zu steigen.

"Als die zwei Wochen vorbei waren und ich nach Hause gehen musste, wollte ich nicht wirklich nach Hause", oder zurück in ihren Job im Management einer Klinik, sagte Holmes. „Ich wollte in dem Truck bleiben.“

In den nächsten drei Monaten begann Holmes mithilfe eines Stipendiums eine Ausbildung für ihren Führerschein, während sie weiterhin in Teilzeit arbeitete.

Die Frauen schaffen die Führerschein-Prüfung sofort, viele Jungs fallen erst einmal durch

Sie freundete sich mit den wenigen Frauen im Programm an und merkte schnell, dass viele der Männer sie nicht ernst nahmen – obwohl sie bei den Prüfungen besser abschnitten als sie.

„Es war komisch, denn an der Schule hat man drei Versuche, um die Prüfung zu bestehen, und meistens fielen die Jungs beim ersten Versuch durch“, sagte sie. „Die Frauen haben beim ersten Versuch bestanden.“ Entsprechend leicht sei es ihr gefallen, abfällige Bemerkungen vieler Männer im Kurs auszublenden.

Holmes ist noch aus einem anderen Grund eine ideale Kandidatin: Lkw-Vermittler im ganzen Land bieten Anreize für Fahrerteams aus Mann und Frau. Paare können doppelt so lange fahren wie Solo-Trucker – während einer fährt, ruht der andere.

So bietet die BIA-Gruppe einen 10.000-Dollar-Bonus für Teamfahrer, der speziell für Ehepaare beworben wird. Ein durchschnittliches US-Fahrerteam verdient nach Angaben auf der Website des Unternehmens insgesamt 200.000 Dollar, hinzu kommt ein Bonus von 30.000 Dollar.

Auch politisch tut sich etwas: Eine parteiübergreifende Gruppe von Senatoren hat ein Gesetz zum Abbau von Hindernissen für Lkw-Fahrerinnen eingebracht. Der Promoting Women in Trucking Workforce Act sieht die Einrichtung eines Gremiums vor, das für mehr Öffentlichkeitsarbeit, Mentoring und Schulungsprogramme sorgen soll.

„Wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich Lkw-Fahrerin werden würde, hätte ich gesagt, du bist verrückt“, sagte Holmes. „Jetzt sage ich Frauen die ganze Zeit: Du kannst das auf jeden Fall schaffen“.

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