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Coronavirus: Die wichtigsten Meldungen des Tages

Das Coronavirus hat weltweit gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen. Hier finden Sie die wichtigsten Meldungen des heutigen Tages im Überblick.

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 256 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. (Bild: Getty Images)

Die aktuellen Zahlen:

Weltweit: Über 10 Millionen Infizierte (Todesfälle: über 499.300; genesen: über 5 Millionen) - Quelle für alle Zahlen in diesem Abschnitt: Johns Hopkins University

Bestätigte Fälle in Deutschland: Über 194.693 (Todesfälle: über 8968; genesen: über 177.628)

Am schwersten betroffen sind die USA mit über 2,5 Millionen Infizierten (Todesfälle: über 125.539; genesen: über 679.300)

Die Meldungen vom 28. Juni 2020

Corona-Pandemie: 10 Millionen Fälle und fast 500 000 Tote weltweit

Rund sechs Monate nach Beginn der Coronavirus-Pandemie gibt es US-Wissenschaftlern zufolge bereits mehr als zehn Millionen bestätigte Infektionen und knapp 500 000 Todesfälle. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor.

Die jüngsten Daten geben das ganze Ausmaß der Corona-Pandemie vermutlich nur teilweise wider: Experten zufolge gibt es in vielen Ländern eine hohe Dunkelziffer an Infektionen und Todesfällen, die nicht durch Tests bestätigt wurden. Selbst in den USA gehen Experten der Regierung davon aus, dass wegen asymptomatischer Fälle nur ein Bruchteil der Infektionen erfasst wird.

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Ferienauftakt bringt nur wenige Corona-Verstöße

Zu Ferienbeginn in einer Reihe von Bundesländern haben sich die Urlauber offenbar weitgehend an die wegen der Corona-Krise geltenden Abstandsregeln gehalten. An Nord- und Ostsee und in den Hauptreisegebieten Bayerns kam es laut Polizei am Wochenende trotz zahlreicher Touristen nur zu wenigen Problemen. Bayern will derweil seine Coronatests massiv ausbauen und allen Bürgern ermöglichen, sich auch ohne Symptome kostenlos testen zu lassen.

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Halbe Million Chinesen müssen wegen Coronavirus-Ausbruchs in Lockdown

Runde eine halbe Million Chinesen, die in der Nähe von Peking leben, müssen wegen eines neuen Coronavirus-Ausbruchs in den Lockdown. Das teilten die chinesischen Behörden mit, nachdem am Sonntag die Zahl der Neuinfektionen in der Hauptstadt erneut gestiegen war. In den vergangenen 24 Stunden seien 14 neue Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Die Behörden versicherten aber, die Lage werde sich "verbessern".

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Gauck warnt vor überzogenen Erwartungen an Corona-Politik

Die Bürger sollten nach Ansicht des früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck die Einschränkungen durch die Corona-Krise nicht überbewerten. Als 80-Jähriger wisse er “von noch bedrohlicheren Lebenskrisen, von wirklicher Unfreiheit und von noch größerer wirtschaftlicher Not”, sagte Gauck der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. “Je besser es den Menschen geht, desto größer werden natürlich auch ihre Erwartungen.” Bislang sei Deutschland aber aufgrund der staatlichen Maßnahmen vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Es gebe daher hinreichend Gründe, zuversichtlich zu bleiben.

Zugleich lobte der Altpräsident (Amtszeit: 2012-2017) das Gros der Bevölkerung. “In einer Phase, in der sehr viel Wut und Frust gegen die Regierung hätte entstehen können, ist sogar ein Sympathiebonus für diejenigen entstanden, die Verantwortung tragen. Die Leute sehen dann doch die Vorteile unserer Gesellschaftsordnung.”

Proteste gegen die Corona-Maßnahmen von Anhängern der politischen Ränder kritiserte Gauck. “Ein paar Illiberale rechts wie links tun auf einmal so, als würden sie Freiheitseinschränkungen nicht ertragen”, sagte er. “Das kommt mir komisch vor.”

Virologe Streeck fordert “Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten”

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck fordert angesichts der Corona-Pandemie schnelle Eingriffsmöglichkeiten bei Infektionskrankheiten auf nationaler und internationaler Ebene. So müsse etwa die Weltgesundheitsorganisation gestärkt werden, sagte Streeck in einem Interview der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. Seiner Meinung nach sollte es “ein Emergency Response Team der WHO” geben. “Eine Einheit, die weltweit Infektionen eindämmen kann.”

Auch für Deutschland wünscht er sich “eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten.” Diese solle ein Verband sein, der national agiere, “nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder”. Für sinnvoll hält er, einen solchen Verband «beim Robert-Koch-Institut anzudocken». Dieser solle eigenes Eingreifpersonal haben und auch auf das Technische Hilfswerk zurückgreifen können. Bei der Pandemie-Bekämpfung in Deutschland hatte es immer wieder Diskussionen um ein bundeseinheitliches Vorgehen gegeben. Alleingänge einzelner Länder, etwa bei Lockerungen der Schutzmaßnahmen, waren wiederholt in die Kritik geraten.

Der Virologe warnte zugleich vor weiteren und möglicherweise noch gefährlicheren Pandemien in der Zukunft. “Das kann passieren”, sagte Streeck. Auch ein bekanntes Virus könne sich verändern und aggressiv werden, wie die Spanische Grippe vor hundert Jahren. “Oder die Aedes-Mücke wird durch den Klimawandel bei uns heimisch, und wir bekommen es mit Dengue-Fieber zu tun.”

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck. (Bild: Getty Images)

Die Welt gegen Corona: Staaten sagen Milliardenbeträge zu

Miley Cyrus, Shakira und Angela Merkel: Weltstars engagieren sich gemeinsam mit Staats- und Regierungschefs im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am Ende steht eine zehnstellige Zahl.

Zum Abschluss eines Spendenmarathons für Impfstoffe gegen das Coronavirus und die Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 sind am Samstagabend internationale Stars bei einem großen Online-Konzert aufgetreten.

“Das Coronavirus brachte uns Schmerz und Unsicherheit”, sagte der Moderator, Schauspieler Dwayne “The Rock” Johnson, zum Auftakt der Veranstaltung, die weltweit zu sehen war. “Wir können diese Krise nur gemeinsam bekämpfen.”

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Bayern will Corona-Tests “massiv” ausweiten

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Corona-Virus testen lassen können - ganz unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen “massiv” ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München erklärte. Sie kündigte eine “Corona-Testoffensive” an.

“Ein Eckpunkt unseres Bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben», betonte Huml. «Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen.”

Menschen mit Symptomen, bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht, sollen allerdings Vorrang haben. Ein Schwerpunkt der Tests soll auf Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben liegen. Ziel sei, “größeren Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh vorzubeugen”, sagte die Gesundheitsministerin.

In 33 weiteren ausgewählten Fleischbetrieben, darunter 9 Schlachthöfe, 12 Zerlegebetriebe und 12 Betriebe, die Fleisch- oder Wurstwaren herstellen, sollen die Mitarbeiter reihenweise getestet werden. “Dabei wollen wir auch herausfinden, ob die hohe körperliche Belastung oder die Arbeit bei ungünstigen Klimabedingungen mögliche weitere Risikofaktoren für eine Corona-Infektion darstellen”, sagte Huml.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). (Bild: Getty Images)

256 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 256 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193.499 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Sonntagmorgen meldete (Datenstand 28.06., 0.00 Uhr).

8.957 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 200 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 27.6., 0.00 Uhr, bei 0,62 (Vortag: 0,57). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 27.6., 0.00 Uhr, auf 0,83 (Vortag: 1,02). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Mehr als 2,5 Millionen Corona-Infektionsfälle in den USA

In den USA hat die Zahl der registrierten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus die Schwelle von 2,5 Millionen überschritten. Am Samstagnachmittag (Ortszeit, 22.30 Uhr MESZ) lag die Zahl bei 2.500.419 Infektionsfällen, wie aus der Zählung der Johns Hopkins University in der US-Stadt Baltimore hervorging. Mehr als 125.000 Menschen starben in den Vereinigten Staaten an Covid-19, das ist fast ein Viertel der weltweit mehr als 495.000.

Handwerk meldet anziehende Geschäfte - Hoffen auf mehr Aufträge

Das Handwerk meldet im Zuge der Lockerungen in der Corona-Krise weiter anziehende Geschäfte. Für eine Entwarnung ist es aus Sicht des Handwerksverbandes ZDH aber zu früh. Eine Befragung von mehr als 1500 Betrieben im Juni habe ergeben, dass nach dem Ende des Lockdowns pandemiebedingte Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs zwar weiter nachgelassen hätten und “Tendenzen für eine Aufwärtsbewegung” erkennbar seien. Allerdings meldeten Betriebe weiter hohe Umsatzeinbußen, teilte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) mit.

“Die Umsatzausfälle der Betriebe bleiben insgesamt hoch, weil die Konsum- und Kaufzurückhaltung der Verbraucher auch bei Produkten und Dienstleistungen im Handwerk spürbar ist”, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Hinzu komme, dass die Auftragspolster nach wie vor sinken und viele Mitarbeiter noch immer nicht oder nur eingeschränkt verfügbar seien.

An der Befragung vom 18. bis zum 23. Juni haben sich nach Angaben des ZDH 1538 Betriebe beteiligt. Demnach melden mit 42 Prozent für den Monat Mai deutlich weniger Betriebe einen geringeren Umsatz als im Vergleich zur Situation vor dem Corona-Shutdown.

41 Prozent berichteten, dass die Umsätze auf dem für die Jahreszeit typischen Niveau liegen. Bei 17 Prozent seien die Umsätze im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit sogar gestiegen. Die Mehrzahl der Betriebe rechnet demnach nicht damit, dass die pandemiebedingten Umsatzausfälle bis zum Jahresende aufgeholt werden können.

“WamS”: Union will wegen Corona Zuwanderung vom Westbalkan drosseln

Wegen der coronabedingt steigenden Arbeitslosigkeit will die Union die weitere Zuwanderung ungelernter Arbeitskräfte vom Westbalkan drosseln. Die beteiligten Arbeitsgruppen der CDU/CSU-Fraktion einigten sich laut “Welt am Sonntag” (“WamS”) darauf, die eigentlich Ende des Jahres auslaufende Regelung für weitere zwei Jahre zu verlängern und nur noch 15.000 Menschen dieser Gruppe ins Land zu lassen.

Der innenpolitische Unionssprecher im Bundestag, Mathias Middelberg, sagte der Zeitung zur Begründung: “Wir befinden uns in einem massiven wirtschaftlichen Abschwung und haben jetzt schon 600.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Westbalkan-Regelung in einer solchen Situation einfach unverändert weiterlaufen zu lassen, ist keine Option.”

Das SPD-geführte Bundesarbeitsministerium teilte der “WamS” mit, auch ohne Deckelung sei eine bedarfsgerechte Steuerung der Zuwanderung möglich, weil die Bundesagentur für Arbeit einer Beschäftigung nur zustimme,”wenn es keine bevorrechtigten inländischen oder aus der EU stammenden Arbeitsuchenden gibt” (sogenannte Vorrangprüfung).

Die Westbalkanregelung war vor fast fünf Jahren eingeführt worden. Sie ermöglicht auch ungelernten Arbeitskräften aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien legal zuzuwandern, falls sie eine deutsche Arbeitsplatzzusage haben. Im vergangenen Jahr kamen dem Bericht zufolge 27.000 Arbeitskräfte.

In der Corona-Krise ist die Zahl der arbeitslosen Ausländer seit März um 24 Prozent auf 840 000 stark gestiegen, wie aus Daten der Bundesagentur hervorgeht, die der Zeitung vorliegen.


Mit Material der dpa und AFP

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