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CBDC im Anflug: Frankreich schließt erste Tests zum E-Euro ab

Moritz Draht
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In der Entwicklung eines digitalen Euros tut sich vor allem Frankreich als Taktgeber in der Eurozone hervor. Wie die Banque de France nun mitteilte, seien Tests mit dem E-Euro bereits erfolgreich abgeschlossen worden. Steht der E-Euro also bald in den Startlöchern?

Die Banque de France ist der Entwicklung eines digitalen Euro ein gutes Stück näher gekommen. Wie die Französische Zentralbank in einer schriftlichen Mitteilung bekannt gab, seien erste Tests mit dem E-Euro erfolgreich verlaufen.

Die Bank erklärte, dass Wertpapierabwicklungen mit dem E-Euro am 14. Mai unter Verwendung der Blockchain-Technologie durchgeführt wurden. Nachdem die Bank Ende März eine Reihe von etwaigen Tests angekündigt hatte, wurde mit der ersten E-Euro-Transaktion auf einer Blockchain nun ein richtungsweisender Etappensieg errungen.

Mit Details hält sich die Bank jedoch bislang bedeckt. Der knappen Mitteilung lässt sich weiter entnehmen, dass der virtuelle Euro im Rahmen des Pilotprogramms zunächst für die Anwendung im Interbankenhandel konzipiert sei. Eine digitale Zentralbankwährung (Central bank digital currency, kurz: CBDC) wäre somit zunächst dem Großhandel und Banken sowie institutionellen Akteuren vorbehalten. Der Erklärung lässt sich weiter entnehmen, dass die Bank eine Reihe von Tests mit Finanzinstituten und Unternehmen folgen lassen will.

Für welchen Zeitraum die Entwicklung angesetzt ist, ist jedoch bislang offen. Ebenfalls ist noch unklar, ob die CBDC in dieser Form überhaupt den Endverbraucher erreicht. Wie die Bank in einer früheren Mitteilung bekannt gab, sei der E-Euro zunächst ausschließlich für den Interbanken-Verkehr im Clearing und der Abwicklung von tokenisierten Assets vorgesehen.

CBDC-Wettlauf der Zentralbanken

Dass sich die Banque de France mit Informationen aktuell noch bedeckt hält, ist der Bedeutung und Tragweite des E-Euro geschuldet. Die Währung ist ein Prestigeprojekt mit außenpolitischer Signalwirkung – ein Scheitern kann sich die Bank auf internationaler Bühne nicht erlauben. Daher werden auch nur schrittweise Teile der Roadmap veröffentlicht. Trotz der Strahlkraft des Projekts betont die Bank den aktuellen Sandbox-Status der digitalen Zentralbankwährung.

Zudem möchte sich die Bank wohl auch mit Blick auf Chinas rasches Voranschreiten bei der Entwicklung einer CBDC nicht in die Karten schauen lassen. Während Diskussionen und Konzepte rund um einen E-Euro bereits seit längerem unberührt auf dem Tisch liegen, lässt China Worten Taten folgen. So befindet sich der digitale Renminbi bereits bei ausgewählten Regierungsbeamten in der Region Xiangcheng in Suzhou im Umlauf.

Eine landesweite Einführung der CBDC könnte außerdem schon im kommenden Jahr zu den olympischen Winterspielen 2022 erfolgen. Im Bezug auf die Abwicklung von Transaktionen hat Zahlungsdienstleister Alipay bereits Patente angemeldet. Nicht zuletzt durch die Einführung des Blockchain-based Service Network (BSN), Chinas staatseigenem Blockchain-Netzwerk, stellt das Reich der Mitte die Weichen für den digitalisierten Zahlungsverkehr.

 

Source: BTC-ECHO

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