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Baugewerbe-Chef über seinen sexistischen Witz gegen Moderatorin: "Solche Sprüche sind verletzend und respektlos"

Reinhard Quast, Präsident des Deutschen Baugewerbes, im Gespräch mit der Bauministerin Klara Geywitz am 23. November. - Copyright: Zentralverband des Deutschen Baugewerbes
Reinhard Quast, Präsident des Deutschen Baugewerbes, im Gespräch mit der Bauministerin Klara Geywitz am 23. November. - Copyright: Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

"Wollen Sie sich ausziehen – oder was?", mit diesem Witz gegen die Moderatorin Tanja Smarotzki sorgte der Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, am 23. November bei einer Veranstaltung für Empörung. Doch damit nicht genug: Die Szene wurde wenige Tage später in einem Video über den "Tag des Deutschen Baugewerbes" vom Verband auf Youtube online gestellt.

Darin zu sehen: Eine sichtlich unterkühlte Moderatorin, die die Situation zu retten versucht – und ein lachendes Publikum. Auch Bauministerin Klara Geywitz (SPD) war auf der Veranstaltung.

"Nicht meine Art, Menschen zu verletzen"

Nun äußert sich Reinhard Quast erstmals zu den Vorfällen bei Business Insider. Auf der Bühne habe er die Reaktionen auf seinen Witz gar nicht so wahrgenommen. Quast: "Aber ich habe mich dann ziemlich schnell hingesetzt. Frau Smarotzki saß neben mir und ich habe gesagt: 'Tut mir leid. Entschuldigung, das ist mir völlig unüberlegt, einfach so herausgerutscht. Und da hat sie gesagt: Ja, ist okay. Akzeptiert." Nach der Veranstaltung hätten die beiden weiter Kontakt gehabt.

Auf die Frage, wieso die unschöne Szene es dann trotzdem ins offizielle Video zur Veranstaltung geschafft hat, sagte Quast im Gespräch mit Business Insider, dass er das auch gerne wüsste: "Ich wusste gar nicht, dass das Video online war – aber, um auch das hier bei Ihnen zu sagen, auch wenn das Video nicht online gestellt worden wäre, ist und bleibt das Gesagte ein schwerer Fehler." Dieser sei online nur schneller verbreitet worden.

Warum er sich erst jetzt äußert, nachdem das Video schon mindestens zehn Tage erst auf Youtube und dann in den Sozialen Netzwerken kursiert, sagt der Verbandschef: "Man sieht ja mit der Zeit, dass man damit mehr Menschen verletzt hat. Das war mir in der ersten Sekunde nicht bewusst, aber dann ändert sich natürlich die eigene Sichtweise. Es ist nicht meine Art, dass ich Menschen verletzen möchte."

Über den sexistischen Witz sagt er: "Das war einfach falsch. Unüberlegt. Ich habe Tanja Samrotzki damit verletzt und anscheinend auch viele andere Menschen. Aber man kann Gesagtes nicht zurückholen in dem Augenblick und sich nur hinterher entschuldigen – das mache ich jetzt mit diesem Interview."

Laut dem Verband hat die Moderatorin Tanja Samrotzki die Entschuldigung auch offiziell angenommen.

Darauf angesprochen, wie der Familienunternehmer darauf reagiert hätte, wenn jemand vor einem Publikum mit Männern seine Frau oder eine seiner drei Töchter gefragt hätte, ob sie sich ausziehen wollten, sagt Quast: "Solche Sprüche sind verletzend und nicht in Ordnung. Ich hätte mit demjenigen das Gespräch gesucht."

Der Vorstand des Zentralverbands des Baugewerbes besteht aus 14 Männern, aber die Suche nach Nachwuchs für das Ehrenamt sei schwierig, erklärte Quast. "Drei Frauen sind bereits im Verband aktiv und lassen sich möglicherweise bei der nächsten Wahl aufstellen. Aber ich will diesen Vorgang auch zum Anlass nehmen, die Präsenz und Mitwirkung von Frauen in den Führungen unseres Verbands und unseren Mitgliedsunternehmen mit neuen Initiativen zu verbessern." Und er versichere, "dass es eine solch verletzende Äußerung von mir nie wieder geben wird".