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Bankenverband warnt vor Trennbankensystem

Der Deutsche Bankenverband hat sich gegen die Pläne des deutsch-französischen Ministerrats ausgesprochen, den Vorschlägen der sogenannten „Liikanen-Gruppe“ zu folgen. Die Gruppe um den finnischen Notenbankchef Erkki Liikanen wurde im vergangenen Jahr von der EU-Kommission damit beauftragt, eine Reform des europäischen Bankensystems zu erarbeiten. Die Reform zielt darauf ab, dass die Investmentbanking-Sparte vonUniversalbankenab einer gewissen Größe nicht mehr durch den Rest des Hauses refinanziert werden soll. „Wir bekommen dadurch keine risikofreie Welt, aber das systemische Risiko wird kleiner“, begründet der Finne diesen Ansatz. Der deutsch-französische Ministerrat will sich jetzt dieser Reform anschließen, um die mit „spekulativen Tätigkeiten verbundenen Risiken zu mindern, die Finanzstabilität zu wahren und die Wirtschaft effizient zu finanzieren.“Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, sieht das insbesondere in Deutschland erfolgreiche Universalbankensystem in Gefahr: „Es wird nicht möglich sein, Teile des Bankgeschäfts abzuspalten, ohne das Universalbankensystem in Deutschland und Europa zu beschädigen. Gerade in Deutschland ist das Modell der Hausbank, die als Universalbank ihren Kunden alle wesentlichen Bankdienstleistungen aus einer Hand anbietet, seit langem erfolgreich.“ Zudem ziehe die exportorientierte deutsche Exportwirtschaft ihre Stärke auch aus diesem System. „Deshalb haben sich die neun Spitzenverbände der Real- und Kreditwirtschaft in einer gemeinsamen Erklärung einstimmig zum Erhalt des Universalbankensystems bekannt“, so Kemmer. Das System ermögliche es Unternehmen, über ihre Hausbank kostengünstig Absicherungsgeschäfte gegen Währungs-, Zins- und Rohstoffrisiken abzuschließen. „Statt Banken aufzuspalten, ist eine global koordinierte Regulierung der beste Weg, das Finanzsystem stabiler zu machen“, fordert der Verbandschef. Ebenso warnt er vor der bereits von der Deutschen Kreditwirtschaft kritisiertenFinanztransaktionssteuer, für die sich bisher elf EU-Staaten ausgesprochen hatten: „Alleingänge helfen nicht, das Finanzsystem insgesamt stabiler zu machen.“(PD)

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