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N26 verliert 275 Millionen Euro in Europa über zwei Jahre

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Berliner Smartphone-Bank N26 GmbH hat in den vergangenen beiden Jahren einen Nettoverlust von 275 Millionen Euro in ihrem kontinentaleuropäischen Geschäft angehäuft. Gleichzeitig könnte das Unternehmen auf einen Börsengang zusteuern.

Wie die beiden Firmengründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal am Donnerstag in einem offenen Brief erklärten, belief sich der Fehlbetrag in Kontinentaleuropa auf etwa 165 Millionen Euro im Jahr 2019 und auf rund 110 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

In 2019 fiel zudem auf dem britischen Markt, aus dem sich N26 inzwischen zurückgezogen hat, ein Verlust von rund 26,9 Millionen Euro an, während sich der Fehlbetrag in den USA mit dem dortigen Markteintritt auf rund 25 Millionen Euro belief. Für beide Regionen wurden keine Angaben für 2020 gemacht.

“Der Großteil der Umsätze kam in den vergangenen Jahren aus Premiumkonten und dem Zahlungsverkehr. 2021 planen wir unsere Umsätze durch neue zusätzliche Bankprodukte weiter auszubauen”, schrieben Stalf und Tayenthal. Die Kundenzahl von N26 belaufe sich inzwischen auf 7 Millionen.

Bislang hat N26 fast 800 Millionen Dollar (661 Millionen Euro) von Investoren wie Tencent Holdings Ltd. und Allianz SE eingesammelt. Zuletzt lag die Bewertung bei 3,5 Milliarden Dollar, was N26 zu einem der am höchsten bewerteten nicht-börsennotierten Fintechs in Europa macht.

Mit der diesen Monat verkündeten Einstellung von Jan Kemper als neuer CFO steuert das Unternehmen möglicherweise auf ein IPO zu. In derselben Funktion hatte Kemper 2014 den Börsengang des Online-Händlers Zalando SE begleitet.

In diesem Jahr will die Bank weiter “in den Ausbau unseres Teams investieren mit dem Schwerpunkt auf unser globales Produkt- und Technologieteam”, erklärten die Gründer in ihrem Brief am Donnerstag weiter.

Die schnelle Expansion in den vergangenen Jahren brachte aber auch einige Probleme mit sich. Erst 2019 forderte die Finanzaufsichtsbehörde BaFin das Unternehmen auf, die Schutzmaßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verstärken.

(Ergänzt um Zitat im vorletzten Absatz)

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