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Auto-Leasing: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Mieten statt kaufen: Leasing kann eine gute Alternative zum Kauf oder zur Finanzierung eines Neuwagens sein. Für Privatpersonen kann Leasing auch ohne Steuervorteil interessant sein. Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten.

Immer ein aktuelles Modell fahren, aber dafür nicht gleich einen Riesenbatzen Geld ausgeben? Dann ist vielleicht Leasing das Richtige für Sie. Denn es ist vor allem für Autofahrer interessant, die eine monatliche Belastung bevorzugen und sich nicht dauerhaft an ein Modell binden wollen.

Für das Leasing typisch, ist eine Vertragslaufzeit von drei bis vier Jahren. Die monatliche Leasingrate richtet sich nach der Anzahlung, die der Vertragsnehmer machen möchte. Je höher die Anzahlung, desto niedriger die monatliche Rate. Am Ende der Vertragslaufzeit geben Kunden das Fahrzeug zurück und haben zusätzlich die Möglichkeit, es zu einem zuvor festgelegten Preis zu kaufen.

Das Verbrauchermagazin Finanztest erklärt die Vorteile: „Die Raten sind oft nicht einmal halb so hoch wie bei einem Kauf auf Kredit. Es ist möglich, einen Neuwagen zu fahren, ohne gleich mehrere Tausend Euro hinzublättern. Wer das Fahrzeug zurückgibt, hat keine Umstände mit einem etwaigigen späteren Verkauf. Selbstständige und Freiberufler können die Ausgaben außerdem steuerlich absetzen.“

Bei Schäden droht Ärger

Aber die Finanzierung könne auch teurer als gedacht ausfallen, warnen die Experten. Ärger drohe vor allem bei der Rückgabe. Weist das Fahrzeug dann Schäden oder Kratzer auf, kommt schnell ein zusätzlicher vierstelliger Betrag zusammen.

Die Autos werden nach der Rückgabe meist von Sachverständigen des Händlers begutachtet. Übliche Nutzungsspuren seien mit der Monatsrate abgegolten. Erlaubt seien etwa Kratzer, die sich wegpolieren lassen und kleine Macken an den Türkanten sowie Dellen, die maximal einen Millimeter tief und zwei Zentimeter groß sind.

Bei Schäden wie Absplitterungen an den Felgen, Kratzer im Display oder Rissen im Stoßfänger, werde der Kunde aber zur Kasse gebeten. Dabei müsse er jedoch nicht die volle Reparatur bezahlen, sondern nur den Anteil der auf seine Nutzungszeit entfällt.

Vergleichen lohnt sich

Gleich beim erstbesten Autohaus einen Leasingvertrag abzuschließen, ist keine gute Idee. Geschickter sei es, zuerst einen Blick auf die Homepage des Herstellers zu werfen und sich dann bei mehreren Vermittlungsportalen umzuschauen, wie etwa Sixt, MeinAuto.de oder Apl.de, rät das Verbrauchermagazin.

Oft würden Vermittler besser ausgestattete Modelle und günstigere Raten als die Vertragshändler vor Ort bieten. „Die Monatsraten können sich um mehr als Hundert Euro unterscheiden. Listenpreise, Rabatte und Raten ändern sich laufend“, so die Experten.

Zudem sollten Kunden überprüfen, ob die Angebote der Anbieter vergleichbar sind. Auch, ob die Rate die Überführungskosten enthält, denn die können schnell mehrere hundert Euro ausmachen. Bei Onlineportalen empfehle es sich, zu prüfen, ob Häkchen voreingestellt sind, etwa für teure Lackierungen oder eine Restschuldversicherung. Manchmal gelte dann die Rate auch nur, wenn das Auto erst kurz auf eine Firma und dann erst auf den Leasingnehmer zugelassen wird.

In guter Verhandlungsposition

Mit einem guten Überblick lasse sich auch im Autohaus vor Ort besser verhandeln. „Wer mit einem günstigeren Online-Angebot winkt, hat eher Aussichten, dass der Händler bei der Monatsrate Spielraum sieht“, so die Finanztester. Zudem lohne es sich, zu mehreren Vertragshändlern zu gehen. Und wenn bei der Rate nichts mehr zu machen sei, raten die Experten nach Extras bei der Ausstattung, Gratis-Wartungen oder -inspektionen zu fragen.

Neben den Vorteilen, wie vergleichsweise niedrigen Monatsraten und immer ein aktuelles Modell zu fahren, hat Leasing natürlich auch Nachteile. „Eine vorzeitige Rückgabe ist kaum möglich. In den ersten Jahren ist der Wertverlust besonders hoch. Es kann teurer sein, alle drei Jahre ein neues Auto zu fahren, als denselben Wagen über mehr Jahre. Wer die vereinbarte Kilometerzahl überzieht, zahlt hohe Zusatzkosten“, erklärt Finanztest.

Fazit: Leasing kann eine gute Option sein, will aber dennoch wohl überlegt sein.

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