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Auktionszahlung per Kreditkarte: Sammler erhält 422 Millionen Bonuspunkte

Diese Ming-Schale wurde im April für 36 Millionen US-Dollar bei Sotheby's in Hongkong versteigert. (Bild: AFP)

Liu Yiqian aus China ersteigerte im April im Auktionshaus Sotheby’s in Hongkong eine Ming-Schale für den Rekordpreis von 36 Millionen US-Dollar. Der Mann bezahlte sein neuestes Sammlerstück mit Kreditkarte – und machte dabei ein Schnäppchen: Für die Transaktion bekam er von American Express mehr als 422 Millionen Bonuspunkte gutgeschrieben.

Als Liu Yiqian die ersteigerte Ming-Schale mit Kreditkarte bezahlte, dachte er überhaupt nicht an irgendwelche Bonuspunkte, die er dadurch erhalten könnte. „Er wusste es nicht einmal“, erklärte die Tochter des Käufers gegenüber „Bloomberg“.

Ihr Vater habe die Kreditkarte wegen Währungsbeschränkungen benutzt. Als Einzelperson dürfe man von China nach Hongkong aufgrund von Kapitalkontrollen nur 50.000 US-Dollar pro Jahr bewegen. Also zückte Liu seine Kreditkarte, um die für umgerechnet etwa 36 Millionen US-Dollar erworbene Schale zu bezahlen. Daraufhin bekam er vom Finanzdienstleister American Express knapp 422 Millionen Bonuspunkte gutgeschrieben.

Damit stehen ihm unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Laut der Website von American Express könnte er die Gutschrift gegen mehr als 28 Millionen Vielfliegermeilen eintauschen – oder aber in Gutscheine in Höhe von 180.000 US-Dollar umwandeln. Für die Bezahlung per Kreditkarte musste Liu nach Informationen von „Bloomberg“ 24 Quittungen von American  Express unterschreiben. Der Grund: Das System unterstütze nur Transaktionen in Höhe von bis zu 12 Millionen Hongkong-Dollar (circa. 1,5 Millionen US-Dollar).

Die Schale wolle Liu in seinem Privatmuseum in Shanghai ausstellen, so Nicolas Chow, Leiter chinesische Keramik und Kunstwerke bei Sotheby’s in Asien. Seiner Meinung nach zählt Liu zu den bedeutendsten Sammlern in China. Lius „Long Museum“ sei ein „großes Wahrzeichen und eine attraktive Sehenswürdigkeit“. Sogar Angelina Jolie soll die Einrichtung bereits besichtigt haben.

Die Schale aus Porzellan stammt aus der Chenghua-Ära der Jahre 1465 bis 1487. Sie wird auch „Hühnertasse“ genannt, weil auf ihr ein roter Hahn, eine Henne und mehrere Küken abgebildet sind. Die Darstellung steht als Symbol für den Kaiser, die Kaiserin und ihre Untertanen.

Nach Angaben von Chow handelt es sich bei der Tasse um eines „der meist gefälschten und meist geschätzten Porzellanstücke in China.“ Es soll zehntausende Nachbildungen geben.
Um sich von ihrer Echtheit zu überzeugen, trank Liu aus dem wertvollen Sammlerstück noch ein Schlückchen Tee, bevor er sie bezahlte.