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Eine Astronautin berichtet von ihrem ersten Weltraumspaziergang – in einem viel zu großen, alten Raumanzug

·Lesedauer: 3 Min.
Astronautin Dr. Jessica Meir
Astronautin Dr. Jessica Meir

In der Schwerelosigkeit einen Raumanzug zu tragen, ist schwierig – noch schwieriger aber, wenn er einem nicht passt – laut Jessica Meir. 2019 hat sie zusammen mit Christina Koch am ersten, nur von Frauen durchgeführten Weltraumspaziergang auf der Internationalen Raumstation (ISS) teilgenommen.

Weltraumspaziergänge sind eine Standardoperation, stellen für die Astronauten aber ein großes Risiko dar. Während eines Weltraumspaziergangs ziehen zwei Astronauten Raumanzüge an und verlassen die Internationale Raumstation, um gemeinsam im Vakuum des Weltraums Arbeiten auszuführen.

Die Anpassung der Raumanzüge ist für Astronauten von entscheidender Bedeutung. Denn wenn zu viel Platz im Anzug ist, kann das die Arbeit erschweren oder sogar tödlich sein. Meir erklärt nun, dass die Raumanzüge, die die Astronauten der Behörde heute trügen, bereits in den 1970er Jahren entwickelt worden seien. „Für alle sind die Raumanzüge unglaublich schwerfällig“, sagt sie. „Sie stehen unter Druck, sodass man sich darin nur schwer bewegen kann.“

Größenauswahl bei Raumanzügen beschränkt

In den 1970er Jahren seien die Astronauten hauptsächlich größere Männer gewesen, sagt Meir. Und da es nur ein begrenztes Budget gegeben habe, seien die Anzüge nur in wenigen Größen entworfen worden, sodass sie einem Großteil der Astronauten passten. Die Größenfrage ist dabei laut Meir nicht geschlechtsspezifisch: „Es geht um die Gesamtgröße.“ Denn „die Bevölkerung sah nicht wirklich aus wie ich“, sagt Meir und fügt hinzu, dass die kleinste Größe eine "Medium" sei. „Der größte Typ in meiner Klasse trägt Medium und ich trage dieselbe Größe.“

Für kleinere Austronauten wie sie sei es daher schwieriger zu lernen, wie man sich in einem Raumanzug bewegt, da er ihr nunmal nicht richtig passe. Das Gleichgewicht zu halten, ist Meir zufolge etwas schwieriger. Aber sie hat die Herausforderungen, die das Tragen eines übergroßen Raumanzuges mit sich bringt, gemeistert. „Es hilft einem, ein besserer Weltraumspaziergänger zu sein. Denn du musst dein Gehirn benutzen und ein wenig kreativ sein, um die Probleme zu lösen“, sagt sie.

Nasa-Raumanzüge aus den 70ern kosteten umgerechnet 150 Millionen US-Dollar

Die Anpassung der Raumanzüge ist schwierig, weil die sogenannte Mikrogravitation dazu führt, dass Astronauten im Weltraum größer werden. Die Astronautin Anne McClain, die ebenfalls an dem Weltraumspaziergang teilnahm, erklärt, sie sei im Weltraum zwei Zentimeter größer geworden als noch beim Start.

Außerdem sind die Anzüge unglaublich teuer. Die derzeitige Serie von Nasa-Raumanzügen kostete 1974 angeblich zwischen 15 und 22 Millionen US-Dollar. Heute wären das umgerechnet etwa 150 Millionen Dollar. Sie sind so teuer, weil sie die Astronauten vor dem Vakuum im Weltraum und vor der Strahlung der Sonne und anderer Körper schützen müssen. Zudem müssen sie Schutz vor Partikeln bieten, die sich mit bis zu 30.000 Kilometern pro Stunde bewegen und den Anzug durchstechen könnten.

Und auch wenn es ein Budget für die Entwicklung neuer Anzüge gibt, braucht die viel Zeit. Die Prototypen müssten noch getestet und zertifiziert werden, sagt Meir. „Es gibt einfach eine sehr lange Vorlaufzeit.“ Aber laut der Astronautin gibt es Fortschritte – und neue Raumanzüge sind in der Entwicklung. „Die neuen Anzüge werden einem viel breiteren Spektrum von Menschen passen, und sie werden viel flexibler sein.“

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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