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Alle gegen Cathie Wood: Gegner wetten beim Fonds der Starinvestorin auf fallende Kurse — und gründen sogar einen Anti-Ark-ETF

·Lesedauer: 3 Min.

Cathie Wood ist mit ihrer riskanten Anlagestrategie wohl eine der prominentesten Figuren der Finanzwelt. Ihre Fans feiern sie als Prophetin – und die Rendite ihres Ark Innovation ETFs (ARKK) aus den vergangenen Jahren schien ihr recht zu geben. Mehr als 150 Prozent waren es allein im vergangenen Jahr, seit 2014 sogar 529 Prozent.

Doch mit ihrem auf Innovation und Disruption getrimmten Investmentstil hat Wood sich auch Gegner gemacht. Nicht nur „Big Short“-Investor Michael Burry hat seit Mitte des Jahres Zweifel an Woods Strategie: Wie unter anderem das „Handelsblatt“ berichtet, wetten Shortseller bei Woods Fonds mittlerweile massiv auf fallende Kurse. Investoren ziehen der Zeitung zufolge Milliarden ab und seit einigen Tagen gebe es sogar einen inversen ETF. Heißt: Wenn Woods Ark Innovation ETF fällt, steigt der Tuttle Capital Short Innovation. Daher auch der ursprüngliche Name des Fonds: Anti-Ark-ETF.

Die Skeptiker häufen sich vermutlich auch deshalb, weil Woods Fonds in diesem Jahr deutlich schwächer läuft als der Markt. Ihr Aushängeschild, der ARKK, liegt etwa fünf Prozent im Minus, während der US-Leitindex S&P 500 seit Jahresbeginn um rund 25 Prozent zugelegt hat. Hatten während der Höhenflüge der vergangenen Jahre vor allem die Stärken von Woods Strategie strahlen können, zeigen sich nun die Schwachstellen.

„Unprofitable Tech-Unternehmen“

Denn mit ihren ETFs bildet Wood keine Indizes nach. Bei ihrer vor sieben Jahren gegründeten Investmentgesellschaft Ark Invest sind die Inhalte der börsengehandelten Fonds handverlesen und werden von Wood aktiv gemanagt. Dementsprechend finden sich darin ausschließlich disruptive Technologien aus so unterschiedlichen Bereichen wie Genomik, Fintech, Raumfahrt und Robotik. Wood war beispielsweise früh bei Unternehmen wie Netflix, Salesforce oder eben Tesla investiert und hat damit hohe Gewinne eingefahren.

Matthew Tuttle, CEO von Tuttle Capital Management, hält von den magischen Worten Disruption und Innovation aber scheinbar wenig. Laut „Handelsblatt“ hat er einen weniger schmeichelhaften Namen für Woods Investmentbereich: „unprofitable Tech-Unternehmen“. Am 9. November startete sein Anti-Ark-ETF, der mit Swaps arbeitet, um die Bewegungen in Woods' ETF umgekehrt abzubilden. Seit dem Start hat Tuttles Fonds rund vier Prozent zugelegt.

Das Problem mit dem ARKK ist laut Tuttle, dass er fast ausschließlich auf kleine ausgewählte Unternehmen setzt, die in keinen anderen Indizes abgebildet werden. An schwachen Tagen sinke der Fonds daher viel stärker als der Index der großen Tech-Werte. Und aktuell würden defizitäre Tech-Unternehmen eben stärker abgestraft, sagt Tuttel dem „Handelsblatt“. Tatsächlich hätten laut der Wirtschaftszeitung 33 der 44 Unternehmen in Woods Portfolio in den vergangenen zwölf Monaten Verluste geschrieben. Und die elf profitablen Unternehmen halten viele für überbewertet.

„Wenn wir richtig liegen, müssen sie ihre Shorts irgendwann schließen“

Allerdings sind Verluste bei Wachstumsunternehmen aus der Tech-Branche nicht ungewöhnlich. Und laut „Handelsblatt“ begrüßt Cathie Wood es ausdrücklich, wenn Unternehmen stark investieren, anstatt kurzfristig Gewinne zu erwirtschaften. Die Rendite liege bei solchen Unternehmen eben in der Zukunft.

Auch über die Attacke ihrer Gegner zeigte Wood sich vergangene Woche auf Nachfrage wenig besorgt. „Wenn wir richtig liegen, müssen sie ihre Short-Positionen irgendwann schließen. Und das wird die Nachfrage nach den Anteilen in Zukunft weiter steigern“, sagt sie. Zudem sei ihr die Skepsis nur recht, bremse sie doch eine Markteuphorie, wie man sie beispielsweise während der Dotcom-Blase gesehen habe: „Ich mag Skepsis und fühle mich viel wohler, wenn es ein gutes Geben und Nehmen gibt“, so Wood.

sb

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