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Aktien Frankfurt: Moderates Minus nach TV-Duell im US-Wahlkampf

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Das von Beobachtern als chaotisch gewertete TV-Duell im US-Präsidentschaftswahlkampf hat am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte für überwiegend leichte Verluste gesorgt. Der Dax <DE0008469008> notierte am Nachmittag 0,21 Prozent tiefer bei 12 799,21 Punkten. Damit könnte der Dax den Börsenmonat September mit einem Minus von rund einem Prozent abschließen.

Der MDax <DE0008467416> der 60 mittelgroßen Börsentitel sank um 0,22 Prozent auf 26 908,67 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verlor rund 0,2 Prozent.

"Auch wenn nicht wirklich viele ein geordnet ablaufendes und durch Sachlichkeit geprägtes TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden erwartet hatten, die Präsidentschaftsdebatte hätte kaum chaotischer ausfallen können", stellte Marktanalyst Milan Cutkovic von Axitrader fest. "Damit wächst unter den Investoren zunehmend die Angst, dass auch die Wahl selbst im Chaos enden könnte, falls Trump eine eventuelle Niederlage nicht akzeptieren sollte."

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Covestro <DE0006062144> als klares Dax-Schlusslicht mit einem Kursverlust von 7,5 Prozent im Anlegerfokus. Der Kunststoffkonzern will dem niederländischen Chemiekonzern Royal DSM <NL0000009827> dessen Sparte für harzbasierte Farben und Anstriche für gut 1,6 Milliarden Euro abkaufen. Covestro will den Zukauf mit Eigen- und Fremdkapital finanzieren sowie durch den eigenen Barmittelfluss. Aus einer dafür vorgesehenen Kapitalerhöhung sollen rund 450 Millionen Euro erlöst werden. "Die Übernahme erscheint auf den ersten Blick teuer", erklärte Analyst Markus Mayer von Baader.

Der Pharmakonzern Merck KGaA <DE0006599905> kann nach dem Ende eines Patentstreits mit einem Sonderertrag rechnen. Merck will eine Rückstellung von 365 Millionen Euro auflösen, nachdem der Konzern im Streit um ein Patent mit Biogen vor einem US-Berufungsgericht Recht bekommen hat. Davon könnte maximal "ein mittlerer bis hoher zweistelliger Millionenbetrag im Finanzergebnis zu verbuchen sein". Die Anleger beeindruckte dies offenbar wenig, denn die Merck-Aktien büßten zuletzt 0,4 Prozent ein.

Die Papiere des Börsenneulings Siemens Energy <DE000ENER6Y0> tun sich wie der Gesamtmarkt schwer mit einem klaren Trend: Die seit Montag an der Börse notierten Anteile des Energiegeschäfts von Siemens pendelten um das Vortagesniveau von 22 Euro, auf dem sie in etwa auch zu Wochenbeginn in den Handel gestartet waren. Die weit überwiegende Mehrheit der Experten, die bislang mit ihren Ersteinstufungen heraus gekommen sind, sehen Siemens Energy positiv und trauen der Aktie bis zu 33 Euro zu.

Der Erholungsversuch der Aktien von Grenke <DE000A161N30> geriet nach 6,4 Prozent Kursplus ins Stocken. Zuletzt lagen die Papiere des Leasingspezialisten noch mit 3,6 Prozent im Plus. Der Shortseller Viceroy, der mit seinen Vorwürfen Mitte des Monats für eine Kurshalbierung gesorgt hatte, reagierte nun auf das Interview von Unternehmensgründer Wolfgang Grenke im "Handelsblatt". Viceroy sah die Aussagen "voller Widersprüche und selbstbelastend".

Die Papiere von S&T <AT0000A0E9W5>, die vorbörslich noch um mehr als 2 Prozent fester notiert hatten, sackten im Xetra-Handel um 6,2 Prozent ab. Der österreichische IT-Dienstleister bestätigte nach einer kritischen Analystenaussage seine Jahresziele. Das dritte Quartal sei mit Blick auf Umsatz und Gewinn "sehr gut" verlaufen. Beide Größen seien aus eigener Kraft gesteigert worden.

Die Anteilsscheine von Encavis <DE0006095003> erreichten mit 16,62 Euro ein Rekordhoch und notierten zuletzt mehr als 5 Prozent im Plus. Dabei bauten die Papiere des Betreibers von Solar- und Windparks ihren Gewinn seit Freitag auf fast 15 Prozent aus. Börsianer begründeten dies auch mit dem Ausgang des ersten TV-Duells im US-Präsidentschaftswahlkampf, das als Punktsieg für Joe Biden gesehen wird. Der Trump-Herausforderer will im Falle seines Sieges massiv in Klimaschutz und saubere Energie investieren.

Der Euro <EU0009652759> notierte bei 1,1715 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1702 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8545 Euro gekostet.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,02 Prozent auf 145,96 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor 0,03 Prozent auf 174,80 Zähler./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---