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Aktien Frankfurt: Industrie- und ZEW-Daten sowie Ölpreissorgen belasten

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Enttäuschende Daten aus der Industrie sowie die instabile Lage am Ölmarkt haben den Dax <DE0008469008> am Dienstag belastet. Der deutsche Leitindex sank bis zur Mittagszeit um 0,51 Prozent auf 15 581,88 Punkte. Er hielt sich damit aber weiterhin auf dem hohen Niveau der vergangenen Wochen.

Der MDax <DE0008467416> legte hingegen um 0,11 Prozent auf 34 571,78 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verlor 0,32 Prozent auf 4074,45 Punkte.

Die Daten zur deutschen Industrie im Mai lagen deutlich unter den Erwartungen und auch die ZEW-Konjunkturerwartungen trübten sich überraschend stark ein. So sanken die Aufträge für die Industrie im Vergleich zum April, während eigentlich ein weiterer Zuwachs erwartet worden war. Vor allem die schwache Auslandsnachfrage außerhalb der Eurozone belastete. Im Juli fiel zudem das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW im Vergleich zum Vormonat deutlich, während Analysten nur mit einem leichten Rückgang gerechnet hatten.

Marktanalyst Milan Cutkovic verwies angesichts der geplatzten Gespräche der Opec+ zudem auf den "Ölpreis als Stimmungskiller" und sprach von aufziehenden "dunklen Wolken am noch sommerlichen Börsenhimmel". Komme es nun zu einem rapiden Anstieg der Ölpreise innerhalb kurzer Zeit, dürften die Inflationssorgen wieder in den Vordergrund rücken und die Stimmung auf dem Börsenparkett empfindlich belasten, warnte er.

Unter den Einzelwerten wurde der Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius <DE0007165631> nach guten Geschäften in den ersten sechs Monaten zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Er stellte zum wiederholten Male eine höhere Umsatzsteigerung als bisher in Aussicht. Und auch der bereinigte operative Gewinn soll noch etwas höher ausfallen. Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an: Die Sartorius-Aktie legte als einer der Favoriten im MDax um 2,8 Prozent zu.

Dagegen sackten die Anteilsscheine der Shop Apotheke <NL0012044747> als Schlusslicht im Index der mittelgroßen Werte um 8,5 Prozent ab. Laut dem Medikamenten-Versandhändler sorgen aktuell ein "angespannter Arbeitsmarkt und "der Umzug an den neuen Standort in Sevenum" für eine vorübergehend reduzierte Logistikkapazität. Das Wachstum habe sich daher im zweiten Quartal temporär verlangsamt, hieß es. Die Jahresziele bestätigte das Management zwar, bezeichnete sie nun aber als herausfordernd.

Im Nebenwerte-Index SDax <DE0009653386> waren nach einem starken Auftragseingang die Papiere des österreichischen IT-Dienstleisters S&T <AT0000A0E9W5> als Favorit mit plus 5,6 Prozent gefragt. "S&T ist operativ auf bestem Weg, das zeigt sich am starken Auftragseingang und wird sich in guten Halbjahreszahlen niederschlagen", sagte Konzernchef Hannes Niederhauser laut Mitteilung und bekräftigte die Jahresziele. Veröffentlicht werden soll der Geschäftsbericht zum ersten Halbjahr am 5. August.

Eine positive Analystenstudie verhalf im Dax außerdem den Anteilen von Heidelbergcement <DE0006047004> mit plus 1,4 Prozent an die Index-Spitze. Analystin Glynis Johnson von der Investmentbank Jefferies bekräftigte ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel an. Sie rechnet im zweiten Quartal erneut mit einer starken Ergebnisentwicklung (Ebitda) und schraubte daher ihre Jahresschätzung höher. Daimler <DE0007100000> reagierten indes nicht auf Absatzzahlen des Autokonzerns zum zweiten Quartal, sondern zeigten sich im Gleichklang mit BMW <DE0005190003> und Continental <DE0005439004> schwach./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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