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Aktien Frankfurt Ausblick: Angst vor zweiter Infektionswelle belastet

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Furcht vor der viel diskutierten "zweiten Welle" der Pandemie des Coronavirus lässt Anleger zum Wochenbeginn in Deckung gehen. Die nationale Gesundheitsbehörde Chinas meldete am Montag 49 neue Infektionsfälle - nach vielen Wochen, in denen es kaum noch Erkrankungen gegeben hatte. Zu dem neuen Ausbruch war es auf einem Großmarkt Pekings gekommen.

Gut eine Stunde vor dem Xetra-Start signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex Dax <DE0008469008> ein Minus von 2,4 Prozent auf 11 663 Punkte. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> wird mit einem Abschlag von knapp 3 Prozent erwartet. An den Börsen in Fernost gerieten die Kurse zunehmend unter Druck.

"Die Besorgnis über eine zweite Infektionswelle nimmt zu, so dass einige Bezirke Pekings wieder Sperrmaßnahmen eingeführt haben" schrieb Analyst Hao Zhou von der Commerzbank. Eine vollständige Abriegelung wie in Wuhan zu Beginn der Corona-Krise hält der Devisenexperte allerdings für unwahrscheinlich. Erschwerend hinzu kommen Konjunkturdaten aus China: Im Mai erholte sich die Industrieproduktion des Landes nicht so stark wie erwartet.

Unter Druck geraten dürften an der Börse nun wieder die Titel, die als besonders Corona-sensibel gelten. Dazu zählen im Dax neben der Lufthansa <DE0008232125> auch die Papiere des Triebwerkherstellers MTU <DE000A0D9PT0> und die Autobranche und deren Zulieferer wie auch der Chipkonzern Infineon <DE0006231004>. Diese Aktien zählten im vorbörslichen Handel denn auch zu den größten Verlierern. Im MDax <DE0008467416> gaben Fraport <DE0005773303> und Airbus <NL0000235190> stärker nach.

Aktien von Hugo Boss <DE000A1PHFF7> legten vorbörslich auf Tradegate leicht zu. Händler werten es positiv, dass der britische Sportmodeanbieter Frasers Group mit gut fünf Prozent der Aktien beim Metzinger Modekonzern eingestiegen ist.