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ADAC warnt vor reiner Preisdebatte beim öffentlichen Nahverkehr

BERLIN (dpa-AFX) - Der Autofahrerclub ADAC hat vor einer Verengung auf eine reine Preisdebatte bei Folgeangeboten für die 9-Euro-Tickets im Nahverkehr gewarnt. "Der Staat muss denen gezielt helfen, denen es schwerfällt, öffentlichen Verkehr weiterhin zu bezahlen", sagte Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand der Deutschen Presse-Agentur. "Er muss aber auch in der Lage sein, ausreichend Finanzmittel in Ausbau und Verbesserung zu investieren." Deshalb sei ein Festhalten an einem bundesweiten 9-Euro-Monatsticket für alle nicht zielführend. Dies würde eine Angebotsverbesserung hin zu einer dauerhaft größeren Attraktivität von Bussen und Bahnen erschweren.

Die im Juni gestarteten 9-Euro-Tickets gelten noch im Juli und August und ermöglichen jeweils für einen Monat beliebig viele Fahrten im Nah- und Regionalverkehr in ganz Deutschland. In der Politik und der Verkehrsbranche wird über Anschlussangebote diskutiert, um Fahrgäste von Energiekosten zu entlasten, aber auch um Anreize fürs Umsteigen in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu geben.

Hillebrand erläuterte: "Für einige ist das billigste Angebot das beste, weil ihr Haushaltseinkommen gering ist. Andere schauen eher auf das Verhältnis von Preis und Leistung." Vielerorts mangele es an attraktiven Verbindungen, Zuverlässigkeit und flexiblen Angeboten. "Damit der Umstieg vom Auto auf den ÖPNV im Berufsverkehr für mehr Menschen attraktiv ist, brauchen wir hier weitere Investitionen in Taktverdichtung, Infrastrukturerneuerung und Ausbau, zusätzliche Fahrzeuge und Digitalisierung."

Auf dem Land gebe es weiter große Angebotsdefizite, die kurzfristig kaum verringert werden könnten. "Verbraucher sind hier aufs Auto angewiesen. Und das kann nur bedeuten: Auch Mobilität mit dem Pkw muss bezahlbar bleiben. Forderungen, den Autoverkehr noch weiter zu verteuern, zum Beispiel um günstige ÖPNV-Tickets für alle zu finanzieren, gehen an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei."

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