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Ab 2023 können Frührentner unbegrenzt hinzuverdienen – das steckt hinter den Plänen der Regierung

Frührentner sollen ab 2023 so viel dazuverdienen können, wie sie wollen.  - Copyright: Halfpoint Images / Getty Images
Frührentner sollen ab 2023 so viel dazuverdienen können, wie sie wollen. - Copyright: Halfpoint Images / Getty Images

Ab 2023 können Frührentnerinnen und Frührentner so viel hinzuverdienen, wie sie möchten. Und das, ohne ihre Rentenzahlungen zu gefährden. Dadurch, dass die Hinzuverdienstgrenze entfällt, wird der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibler gestaltet und könnte so dem bestehenden Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenwirken, heißt es im Regierungsentwurf, der Ende August dieses Jahres vom Bundeskabinett verabschiedet wurde.

In den Corona-Jahren wurde die Hinzuverdienstgrenze deutlich erhöht – nun soll sie ganz entfallen

Im Rahmen einer befristeten Corona-Sonderregelung lag die Hinzuverdienstgrenze 2020 für Frührentnerinnen und -rentnern bei 44.590 Euro. 2021 und 2022 stieg sie auf 46.060 Euro pro Jahr. Die Erhöhung der Verdienstgrenzen sollte Personalengpässen entgegenwirken, die durch die Corona-Pandemie entstanden seien, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) Ende August dieses Jahres. Käme die Gesetzesänderung nicht, wäre die Erwerbsgrenze wieder auf 6300 Euro gesunken.

Auch für Empfängerinnen und Empfänger einer Erwerbsminderungsrente soll es deutliche Verbesserungen geben. "Das ist ein wichtiges Signal für erwerbsgeminderte Menschen, denen wir damit eine Brücke in den Arbeitsmarkt bauen", argumentiert Arbeitsminister Heil. Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten Menschen, wenn sie wegen Krankheit oder Behinderung weniger als drei Stunden täglich arbeiten können. Bei voller Erwerbsminderungsgrenze soll künftig ein jährlicher Hinzuverdienst von rund 17.800 Euro anrechnungsfrei gelte, berichtete "t-online".

Frührentner bleiben weiterhin in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig

Unabhängig von diesen geplanten Änderungen bleiben Versicherte, die neben ihrer vorgezogenen Altersrente weiterhin beschäftigt sind, in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig, sagte eine Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung im Gespräch mit Business Insider.

Durch Anhebung der Hinzuverdienstgrenze arbeiten Menschen nicht länger

Der Deutschen Rentenversicherung zufolge bezogen 2019 rund 10,7 Millionen, 2020 rund 10,8 Millionen und 2021 rund 10,9 Millionen Personen eine vorgezogene Altersrente. Die Hinzuverdienstgrenze habe aber nicht dazu geführt, dass viel mehr Frührentnerinnen und -rentner weiter gearbeitet hätten.

Im Vergleich zwischen 2019 und 2020 gab es in der Gruppe der arbeitenden Frührentnerinnen und -rentner einen Anstieg von rund 46.000 auf rund 61.000 Personen – also ein Anstieg von 15.000 Menschen. "Allerdings stehen uns die Zahlen zur Beschäftigung im Berichtsjahr 2021 erst im kommenden Dezember und Januar zur Verfügung", sagte eine Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung auf Anfrage von Business Insider.

Hinzuverdienste müssen versteuert werden

Was viele vergessen: Rentnerinnen und Rentner müssen ihr zusätzliches Einkommen versteuern. Wie Renteneinkünfte steuerlich behandelt werden, richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Für diejenigen, die etwa spätestens im Dezember 2005 in Rente gegangen sind, betrug der zu besteuernde Betrag 50 Prozent der Bruttorente. Jahr für Jahr steigt der Prozentsatz des steuerpflichtigen Teils der Rente nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung für die jeweiligen Neurentner um zwei Prozentpunkte. Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2020 sind es somit bereits 80 Prozent.