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18-jähriger Gründer: „Ich gehe nebenbei auch noch zur Schule“

·Lesedauer: 3 Min.
Jungunternehmer und Schüler Dominik Klepek hat eine App programmiert, um die eigene Sprache besser zu beherrschen.
Jungunternehmer und Schüler Dominik Klepek hat eine App programmiert, um die eigene Sprache besser zu beherrschen.

Mit „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ hat Autor Bastian Sick vor bald 18 Jahren einen überraschenden Bestseller über die deutsche Grammatik gelandet. Eine Generation später fallen vielen Menschen Kommasetzung und andere Rechtschreibregeln noch immer schwer. Diese Erfahrung hat auch Jungunternehmer Dominik Klepek gemacht. Der angehende Abiturient ist dieses Jahr volljährig geworden und steht kurz vor dem Launch seiner App Grammario.

„Ich war 15, als ich gemerkt habe, dass in meinem schulischen Umfeld viele Menschen Probleme mit der deutschen Grammatik und Rechtschreibung haben“, sagt Klepek zu Gründerszene. Inspiriert von der E-Learning-Plattform Babbel hat er eine eigene App entwickelt, die sich vor allem auf Muttersprachler fokussiert. Es gehe bei Grammario darum, weniger Fehler beim Schreiben zu machen und Sprachprobleme aufzulösen – und zwar mithilfe von Spiel-Elementen. Die App hat Klepek überwiegend mit seinen eigenen Programmierkenntnissen entwickelt. Die habe er sich im Internet und durch Ferienjobs als Software-Entwickler für kleinere Firmen angeeignet.

Derzeit befindet sich die App in der Beta-Phase mit rund hundert Testern. In den kommenden Wochen soll sie in den App-Stores erscheinen und als Fremium-Modell angeboten werden. Das bedeutet: Die ersten Aufgaben können gratis gelöst werden, für zusätzliche Angebote fallen Gebühren an.

Ausgebremst von der Bürokratie 

Die Entwicklungszeit der App habe sich deutlich länger hingezogen, als Klepek erwartet hätte. Mit 16 erwirkte er gerichtlich seine Geschäftstüchtigkeit. „Man kann nichts einfach ausprobieren, sondern muss alle bürokratischen Hürden nehmen“, beanstandet der Grammario-Gründer. „Ich gehe nebenbei auch noch zur Schule. Und auch das lässt sich nicht immer leicht mit der Arbeit an der App vereinbaren.“

Im Unterricht habe er bisher das Thema Unternehmertum vermisst, sagt er. „Und wenn es nur darum geht, dass man lernt, was der Unterschied zwischen einer UG und einer GmbH ist.“ 

Im Alter von acht Jahren begann Klepek, sich mit Hilfe des Internets das Programmieren selbst beizubringen. Aus der anfänglichen Träumerei, eine eigene Spiele-Entwicklungsfirma aufzubauen, ist letztlich ein Grammatik-Startup geworden. Zu Beginn hatte er noch Bedenken, wie seine Mitschüler dieses eher „uncoole“ Thema aufnehmen würden. 

Wenn die Schule mitspielt, läuft's

Heute sagt Klepek, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, schon so früh an der App gearbeitet zu haben. Nicht nur seine Mitschüler haben ihn unterstützt, auch von dem Lehrer-Kollegium und der Schulleitung gab es zuletzt viel Unterstützung. Klepek hat dieses Jahr den ersten Platz bei der Initiative Startup Teens im Bereich Bildung gewonnen – auch mit Hilfe der Stimmen seines Schulumfelds.

Mit dem Preisgeld von 10.000 Euro will Klepek nun einen ersten Mitarbeiter, einen Mitschüler, einstellen und mehr Freelancer für die Inhalte der App beschäftigen. „Mein Ziel ist es, aus Grammario ein richtiges Unternehmen aufzubauen. Dazu gehört in naher Zukunft auch ein eigenes Office. Ich will das in Vollzeit machen.“ Doch zunächst muss Klepek im Sommer 2022 noch sein Abitur bestehen.

Sobald das geschafft ist, will er sich auf die Suche nach einem Business Angel machen: „Um einen Mentor zu haben und von der Expertise lernen zu können.“ Klepek sagt, dass seine Eltern ihn immer bei seinem Plan unterstützt haben, obwohl sie selbst keinen Bezug zum Gründen hatten.

VIDEO: Wie sähe unsere Welt aus, wenn wir alle die gleiche Sprache sprächen?

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