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100-Millionen-Deal: Gastro-Startup Orderbird vollständig übernommen

Nach Exit: CEO Mark Schoen (l.) und Gründer sowie CSO Jakob Schreyer bleiben im Managementteam von ihrem Startup Orderbird.
Nach Exit: CEO Mark Schoen (l.) und Gründer sowie CSO Jakob Schreyer bleiben im Managementteam von ihrem Startup Orderbird.

„Wenn es nach uns geht, bleiben wir die nächsten Jahre eigenständig und wachsen weiter, als zu früh zu verkaufen“, sagte Orderbird-Mitgründer Jakob Schreyer noch vor einem Jahr im Gründerszene-Interview. Zuvor gab es immer wieder Verkaufsgerüchte, Schreyer sei auf der Suche nach neuen Eigentümern für sein Fintech gewesen. Ende 2020 schüttete Orderbird erstmals Gewinne aus und die Verkaufszahlen ihrer mobilen Kassensysteme für Gastronomen, Einzelhändler und Friseure kletterten monatlich in dreistellige Höhen. Dennoch: Heute gibt das Startup bekannt, dass der dänische Zahlungsanbieter Nets hundertprozentiger Anteilseigner an Orderbird wird.

Bereits zuvor war Nets, Tochter des italienischen Payment-Riesen Nexi Group, in das Berliner Fintech investiert. Die frühe Beteiligung von rund 20 Prozent erfolgte zunächst über den Eschborner Finanzdienstleister Concardis, den Nets 2018 aufgekauft hat und dessen Orderbird-Anteile damit übernahm. Im vergangenen Herbst stockte Nets seine Beteiligung auf und erhielt insgesamt 40 Prozent der Unternehmensanteile an Orderbird. Die Anteile übernahm Nets nach Informationen von Finance Forward von Altgesellschaftern, ohne frisches Kapital an Orderbird zu geben.

Nun folgt also die komplette Übernahme des Startups. Den genauen Kaufpreis verraten die Berliner nicht. In der Pressemitteilung heißt es, dass insgesamt rund 100 Millionen Euro geflossen seien, wobei die Summe „auch frühere Anteilserwerbe beinhaltet“. Branchenkenner gehen davon aus, dass Orderbird bei dem Deal mit rund 140 Millionen Euro bewertet wurde. Zu den Investoren, die nun ihre Anteile abgeben, gehört allen voran Carsten Maschmeyers Fonds Alstin, für den Orderbird zu den ersten Investments überhaupt zählt. Daneben haben unter anderem auch die Handelskette Metro, der Wachstumsinvestor Digital+ Partners, das Family Office Makre und einige Business Angels Anteile an dem Fintech gehalten.

Geschäftsleitung bleibt

Unter der Marke Orderbird soll das Fintech weiterhin als eigenständige Geschäftseinheit bestehen bleiben. Auch das Management um CEO Mark Schoen und CSO Jakob Schreyer soll in seiner bisherigen Form bestehen bleiben. Durch den Exit erhoffen sich die Berliner, ihre Softwarelösung für den Zahlungsverkehr weiter auszubauen sowie ihr internationales Wachstum voranzutreiben. Vor allem im europäischen Markt soll Orderbird bekannter werden. Bislang sind die Berliner im deutschsprachigen Raum sowie Frankreich aktiv.

Zusammen mit Artur Hasselbach, Bastian Schmidtke und Patrick Brienen-Lucius hat Schreyer das Payment-Startup Orderbird 2011 gegründet. Sie bieten Restaurants, Cafés, Bars, Friseuren und Einzelhändlern mobile Kassensysteme an, über die Bestellungen via Tablet oder Smartphone aufgenommen und abgerechnet werden können. Gleichzeitig übermittelt das System die Transaktionen digital und formgerecht an das Finanzamt. An den Standorten in Berlin und Wien beschäftigt das Startup heute über 120 Mitarbeiter.

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