WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Fondsvermittlung: Risikohinweise wichtig

    AKTUELLER KURS

    SymbolKursVeränderung
    MAGOF111,000,00

    In der jüngsten Zeit haben sich verschiedene Gerichte mit der Frage befasst, ob ein Anlageberater bei der Vermittlung von Anteilen an einem Investmentfonds den Kunden auf das Risiko hinweisen muss, dass die Kapitalanlagegesellschaft die Rücknahme der Anteile aussetzen kann.Am Landgericht Frankfurt/Main sind die Richter der Auffassung, dass es sich bei der Möglichkeit die Rücknahme von Anteilen auszusetzen um einen „grundsätzlich aufklärungsbedürftigen Umstand handelt“. Mit der Aussetzung gehe ein für diese Anlageform typisches, „nicht unerhebliches Kapitalverlustrisiko“ einher, welches der Anleger regelmäßig nicht erkennen könne. Ähnlich sieht es das Landgericht Berlin: Ein offener Immobilienfonds sei im Jahr 2008 keine sichere Anlageform mehr gewesen, die man Anlegern mit geringer Risikobereitschaft ohne Hinweis auf die Risiken hätte empfehlen dürfen. Auf die konkrete Gefahr der Schließung offener Immobilienfonds im Allgemeinen und des Wertverfalls von Immobilien im Speziellen hätte in Beratungsgesprächen hingewiesen werden müssen. In einem konkreten Fall werfen die Richter einem Anlageberater eine unzureichende Aufklärung über negative Presseberichte vor. Im Rahmen einer sachgemäßen Aufklärung sei der Anlageberater nach herrschender Rechtsprechung verpflichtet, sich über kritische Stimmen in der Wirtschaftspresse zu informieren. Tut er dies nicht, müsse er dies dem Anleger mitteilen.Ganz anders sieht die Sache das Landgericht in Bonn. Die Richter wiesen die Schadenersatzklage eines Anlegers ab. Anlageberater seien nur verpflichtet, über die wesentlichen Umstände zu informieren. Risiken rein theoretischer Natur müssten nicht erwähnt werden. Nach Meinung des Gerichts sei es im März 2007 nicht absehbar gewesen, dass es zur Aussetzung der Rücknahme über den gesetzlich zulässigen Zeitraum und schließlich zur Abwicklung des Fonds kommen würde. Auch Erfahrungen aus der Vergangenheit fehlten.Dietmar Goetz, Rechtsanwalt für Kapitalanlagevermittler und Geschäftsführer der GPC Law Rechtsanwaltsgesellschaft räumt ein, dass das Risiko von Fondsschließungen vor der Finanzkrise bloße Theorie war. „Deshalb hat auch kaum jemand darüber aufgeklärt.“ Ein Anlageberater verletze jedoch die Beratungspflichten aus dem Anlageberatungsvertrag, wenn der Kunde nicht ausreichend über die Risiken informiert werde. Dies ergebe sich eindeutig aus dem Wertpapierhandelsgesetz. „Man (Other OTC: MAGOF.PK - Nachrichten) mag darüber streiten, ob und wann in der Vergangenheit auf eine eventuelle Fondsschließung hingewiesen werden musste“, so der Berliner Anwalt. „Da dieses Risiko nunmehr nicht mehr rein theoretisch ist, müssen Anleger jetzt in jedem Falle darauf hingewiesen werden.“ Für Fälle aus der Vergangenheit bleibe es spannend, wie sich die noch junge Rechtsprechung zu diesem Thema entwickeln werde.(PD)

    Meistgelesene Artikel

    • Kaufhof will drei Filialen schließen
      Kaufhof will drei Filialen schließen AFP - Sa., 15. Jun 2013 15:14 MESZ
      Kaufhof will drei Filialen schließen

      Die Kaufhaus-Kette Kaufhof will in den kommenden Jahren drei Filialen schließen. Betroffen seien Warenhäuser in Augsburg, Düsseldorf und Heilbronn, teilte die Tochter des Handelsriesen Metro mit. Demnach ...

    • Kiveda jetzt auch im hagebaumarkt Peißenberg NewsAktuell/Ots - Di., 18. Jun 2013 02:00 MESZ

      Berlin (ots) - - 1. Kiveda Küchenstudios im hagebaumarkt Peißenberg eröffnet - Dr. Fritz-A. Neidhart, Geschäftsführender Gesellschafter der Neidhart Heimwerker GmbH & Co. Betriebs KG: "Hohe Qualität, Fachkompetenz, gute Preise: Kiveda passt perfekt zu unserem hagebaumarkt Peißenberg." Kiveda, Deutschlands erster echter …

    • Zürich (ots) - Die Baubranche weist eine höhere volkswirtschaftliche Wertschöpfung aus an als die Schweizer Banken. Dies zeigte am Montagabend das Wirtschaftsmagazin «ECO» des Schweizer Fernsehens SRF. «Wir stören uns daran, dass die Banken nach wie vor die politische Agenda dominieren», erklärte ...

    • Zürich (ots) - Für die Schulthess Klinik geht das Berichtsjahr mit einem Umsatz von CHF 181 Mio. als ein erfolgreiches in die Geschichte ein. Die Einführung des Systems SwissDRG zeigt, dass eine Kanalisierung in spezialisierte Zentren stattfindet. Um der stetig steigenden Nachfrage auch ...

    • Mehrheit der Deutschen stört sich an zu viel nackter Haut im Büro NewsAktuell/Ots - Di., 18. Jun 2013 02:00 MESZ

      Stuttgart (ots) - Magazin Reader's Digest veröffentlicht repräsentative Umfrage - allzu leichte Bekleidung im Restaurant und im Supermarkt wird als unangenehm empfunden Da mag der Sommer noch so schön und heiß werden, die Mehrheit der Deutschen stört sich daran, wenn Sie oder ...