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Ich zog aus der Großstadt in ein abgelegenes Haus im Wald: So half es mir, Glück und Zufriedenheit im Leben zu finden

Je mehr Zeit ich hier verbringe, desto weniger möchte ich in die Stadt zurückkehren. - Copyright: Taylor Yates
Je mehr Zeit ich hier verbringe, desto weniger möchte ich in die Stadt zurückkehren. - Copyright: Taylor Yates

Dieser Essay basiert auf einem Gespräch mit Taylor Yates, 27, einer Tiktok-Creatorin, die aus Toronto in eine ländliche Hütte im Wald gezogen ist. Der Text wurde aus Gründen der Länge und Klarheit überarbeitet.

Als ich in Toronto aufgewachsen bin, wusste ich immer, dass ich aus der Stadt wegziehen wollte. Ich bin ein sehr sensibler Mensch. Ständig von so vielen Menschen und Aktivitäten umgeben zu sein, hat mir meine Energie geraubt — ich fühlte mich oft erschöpft. Das Leben in der Stadt hat mich ausgelaugt, und ich hatte das Gefühl, immer etwas tun zu müssen, sonst würde ich etwas verpassen. Es fühlte sich an, als wäre meine Grundlinie immer voll ausgeschöpft.

Als ich merkte, dass mein Freund die gleiche Vision hatte, war ich begeistert. Wir waren lange auf der Suche nach dem richtigen Landhaus, das wir kaufen wollten. Als wir ein 600 Quadratfuß (circa 56 Quadratmeter) großes Haus im Wald in Ontario fanden — eine zweistündige Autofahrt von allen, die wir kannten, entfernt — beschlossen wir, den Schritt zu wagen und zogen im Oktober 2021 um.

Ich, mein Freund Jordan und unsere Rettungshunde. - Copyright: Taylor Yates
Ich, mein Freund Jordan und unsere Rettungshunde. - Copyright: Taylor Yates

Es war ein großer Schritt, aber ich war mir noch nie so sicher bei einer Entscheidung. Es ist nicht so billig, wie ich anfangs dachte. Aber es ist schön, dass wir Geld in unser eigenes Haus stecken können, anstatt in der Stadt zu mieten und unser Geld einem Vermieter zu geben.

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Seit dem Umzug hat sich so viel verändert: Ich habe meinen Job in der Werbebranche aufgegeben, eine Fangemeinde auf Tiktok aufgebaut, ein Gefühl der Gemeinschaft gefunden und ein paar Schafe und Enten als Haustiere adoptiert. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ich würde nie wieder in die Stadt zurückkehren.

Unsere Hütte im Wald im ländlichen Kanada. - Copyright: Taylor Yates
Unsere Hütte im Wald im ländlichen Kanada. - Copyright: Taylor Yates

Der Aufbau einer Online-Fangemeinde war ein Schock, aber ich bin froh, dass ich vielleicht andere inspirieren kann

Als ich aufgewachsen bin, habe ich gerne Youtuber wie Zoe Sugg und Alfie Deyes sowie Jack und Finn Harries gesehen — ich fühlte mich von ihnen inspiriert. Als ich dann umzog, beschloss ich, meine Reise auf Tiktok zu teilen.

Mein Ziel war nicht unbedingt, von vielen Leuten gesehen zu werden. Ich wollte einfach nur meine Reise dokumentieren. Aber im März ging eines meiner Videos, in dem ich einen Teil meines Lebensstils zeigte, viral. Plötzlich bekam ich eine Menge Follower. Die Leute fanden es so cool, dass ich mich entschieden habe, so zu leben.

Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, ist, wie ich einen Job gefunden und Geld verdient habe, weil ich so ländlich lebe.

Ich schlage immer vor, dass man, wenn man jung ist, über Jobs nachdenken sollte, die man aus der Ferne erledigen kann und die einen nicht an einen Ort oder ein Gebäude binden. Außerdem gibt es in der Stadt oft Einstiegsjobs — zum Beispiel in Cafés, Lebensmittelgeschäften und Buchläden, sowie Saisonarbeit auf Bauernhöfen oder in bestimmten Berufen.

Als ich in der Stadt lebte, habe ich in einer Werbeagentur gearbeitet. Ich hatte Glück, denn sie ließen mich nach meinem Umzug aus der Ferne arbeiten. Aber nach sechs Monaten beschloss ich, meinen Job aufzugeben und mich als Social-Media-Managerin und Inhaltserstellerin selbstständig zu machen. Das gibt mir viel Flexibilität und die Möglichkeit, kreativ zu sein. Obendrein arbeite ich einen Tag pro Woche in einem örtlichen Café, einfach um aus dem Haus zu kommen und ein bisschen menschlich zu sein.ahh

Es war eine interessante Erfahrung, eine so große Fangemeinde zu gewinnen. In gewisser Weise ist es auch beängstigend. Früher habe ich gefilmt und mich nicht darum gekümmert, ob die Leute mein Auto oder mein Nummernschild sehen. Jetzt merke ich, dass ich wahrscheinlich vorsichtiger sein muss.

Der langsamere Lebensrhythmus hat mir die Möglichkeit gegeben, neue Hobbys zu entwickeln

Als ich von Menschen und Ereignissen umgeben war, war ich sehr unruhig. Ich hatte das Gefühl, dass ich immer etwas tun musste, um glücklich zu sein. Das wurde mir erst bewusst, als ich wegzog. Ich glaube, es hat viel mit der Konsumkultur und dem schnellen Leben zu tun. Das ging so weit, dass ich Tage brauchte, um mich von sozialen Interaktionen zu erholen.

In den Wäldern ist das ganz anders. Da passiert nichts. Es gibt nichts, worüber man auf dem Laufenden bleiben muss, und ich habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Niemand achtet darauf, ob ich mit den Trends mitkomme oder was ich trage. Den Bäumen ist es egal, ob ich meine Haare seit ein paar Tagen nicht mehr gebürstet habe.

Jetzt, wo ich nicht mehr ständig herum hetzte, konnte ich auch viele schöne Hobbys entwickeln. Ich habe einige Zeit als Freiwillige in einem Tierheim verbracht. Das hat mir geholfen, einige Freunde zu finden — auch wenn die meisten von ihnen Tiere waren. Ich habe gelernt, wie man Ahornbäume anzapft und Sirup herstellt, und ich halte auch Bienen und verarbeite Honig, den ich auf lokalen Märkten verkaufe.

Ich verwende die Wolle unserer Schafe für meine Bastelprojekte. - Copyright: Taylor Yates
Ich verwende die Wolle unserer Schafe für meine Bastelprojekte. - Copyright: Taylor Yates

Wir besitzen viele Tiere, darunter Rettungshunde, Schafe und Enten. Unsere Schafe sind unsere Haustiere, aber sie liefern auch Wolle für kleine Textilprojekte und Webarbeiten, an denen ich gerne arbeite. Wir haben Enten, die uns Eier liefern, sodass wir schon lange keine Eier mehr kaufen mussten. Wir ziehen auch Entenküken auf, die wir im Frühjahr und Sommer vor Ort verkaufen.

Manchmal vermisse ich die Stadt, aber ich würde nie wieder zurückziehen

Ich vermisse einige Dinge am Leben in der Stadt, zum Beispiel wie einfach es war, aus einer Laune heraus Pläne mit Freunden zu machen, oder die Vielfalt an Lebensmitteln, die man kaufen konnte. Aber ich vermisse das Leben dort nicht.

Ich mag den ländlichen Lebensstil und die Gemeinschaft. Ich stehe meinen Nachbarn sehr nahe, da wir aufeinander angewiesen sind. Sei es, dass wir uns gegenseitig bei der Arbeit mit den Tieren helfen, uns Dinge leihen oder uns gegenseitig helfen, wenn der Brunnen nicht mehr funktioniert oder der Strom ausfällt, was gelegentlich vorkommt.

Ich habe lieber das Leben, das ich jetzt habe und die Möglichkeit, die Stadt zu besuchen, wann immer ich will. Das Leben hier hat sich wie eine Heimkehr angefühlt, und je mehr Zeit ich hier verbringe, desto weniger möchte ich in die Stadt zurückkehren.

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