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‘Wurstkönig’ Tönnies erwägt Verkauf für bis zu EU4 Mrd: Kreise

Eyk Henning
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Tönnies-Brüder stehen offenbar kurz davor, den familieneigenen Fleischverarbeitungsbetrieb zu verkaufen, der letztes Jahr wegen eines Coronavirus-Ausbruchs unter prekär Beschäftigten in die Schlagzeilen geraten war.

Die 50 Jahre alte Tönnies Holding ApS & Co. KG aus Rheda-Wiedenbrück prüfe seit Monaten Optionen und bereite ihr Zahlenwerk für einen Verkaufsprozess auf, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Nun laufe alles auf einen möglichen Verkauf hinaus. Mögliche Käufer sollen demnächst angesprochen werden, hieß es weiter.

Deutschlands größter Schlachter von Schweinen und Rindern könnte in der Transaktion bis zu 4 Milliarden Euro erlösen, sagten die Personen. Tönnies hatte eigenen Angaben zufolge 2019 einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro und ist damit einer der größten europäischen Fleischverarbeiter. Zu den Marken des Konzerns für Endverbraucher gehören etwa Böklunder, Gutfried und Redlefsen.

Als Käufer kämen vor allem große Rivalen aus den USA in Frage - etwa Branchenprimus Tyson Foods Inc. Auch das brasilianische Unternehmen JBS SA oder die Chinesische WH Group Ltd, die 2013 unter ihrem alten Namen Shuanghui International Holdings den US-Player Smithfield Foods kaufte, könnten Interesse zeigen.

Sprecher von Tönnies und Tyson lehnten eine Stellungnahme ab. JBS und WH Group waren nicht unmittelbar für einen Kommentar zu erreichen.

Corona-Skandal

Im Frühjahr 2020 infizierten sich rund 1.500 im Betrieb beschäftigte Schlachtarbeiter mit Corona und sorgten damit für Deutschlands bis dahin größten Ausbruch. Der Schlachthof musste zeitweise geschlossen werden.

Geschäftsführer Clemens Tönnies, auch als “Wurstkönig” bekannt und oft als ruppiger Milliardär beschrieben, erntete harsche Kritik für schlechte Bezahlung und prekäre Arbeitsverhältnisse in seinen Fabriken. Als Aufsichtsratschef von Schalke 04 musste er nach Protesten von Fußballfans zurücktreten.

Seither hat Tönnies sich zu Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation verpflichtet. Umsatz und Gewinn sollen im letzten Jahr den Personen zufolge allerdings stark unter den Folgen der Corona-Krise und den negativen Schlagzeilen gelitten haben.

Clemens Tönnies hält 45% der Firma, sein Neffe Robert 50% und Clemens’ Sohn Max 5%. Robert, Sohn des Firmengründers Bernd, hatte seinen Onkel Clemens in einem in der Presse zitierten Brief letztes Jahr zum Rücktritt aufgefordert.

(Wiederholung von Donnerstag.)

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