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Die wohl seltsamsten Tauschgeschäfte der Geschichte

Skurrile Deals der vergangenen Jahrzehnte

<p>PRESSLAB/Shutterstock</p>
PRESSLAB/Shutterstoc

Pepsi gegen Tomatenmark, Reis gegen Flugzeuge und Makrelen gegen Papageientaucher sind nur einige der seltsamsten Beispiele für modernen Tauschhandel, eine Praktik, von der viele denken, sie existiere seit Jahrhunderten nicht mehr. Die Realität sieht allerdings anders aus: Kompensationsgeschäfte sind aus den unterschiedlichsten Gründen noch immer weit verbreitet, sei es, um Handels- und Währungsembargos zu umgehen oder um Waren und Dienstleistungen zu bezahlen, wenn man knapp bei Kasse ist. Hier sind die merkwürdigsten Deals aller Zeiten ...

Adaptiert von Sandra Schröpfer

Dosenschinken gegen Flugzeuge

<p>Aero Icarus [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)]</p>
Aero Icarus [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Ende der 1960er-Jahre bekam der US-amerikanische Flugzeugbauer McDonnell Douglas eine riesige Menge Dosenschinken geliefert. Hintergrund war ein Vertrag, den das Unternehmen mit der damaligen jugoslawischen Fluggesellschaft JAT über DC-9-Maschinen abgeschlossen hatte. Es war allerdings unmöglich, den Schinken abzusetzen und so verteilte McDonnell Douglas ihn an seine Mitarbeiter.

Kakaobohnen gegen Öl

<p>King Bangaba [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]</p>
King Bangaba [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Bargeldknappheit veranlasste das gerade erst unabhängig gewordene Ghana 1960 dazu, einen Tauschhandel mit der Sowjetunion einzugehen. Damals war das westafrikanische Land der weltweit größte Produzent von Kakaobohnen, die es in großen Mengen an die UdSSR liefern ließ im Tausch gegen Rohöl.

ABBA-Platten gegen Öl

<p>getabba.com</p>
getabba.co

Ende der 1970er-Jahre umging das Management der schwedischen Popgruppe ABBA die Einschränkungen im Zusammenhang mit dem russischen Rubel mit einem Abkommen mit der Sowjetunion. Anstelle von Bargeld erhielten die Musiker Warenrechte an Öl, die sich als sehr lukrativ erwiesen.

Designerwissen gegen Seide und Kaschmir

<p>John Minihan/Evening Standard/Hulton Archive/Getty</p>
John Minihan/Evening Standard/Hulton Archive/Gett

1979 schloss Pierre Cardin einen wichtigen Vertrag mit der chinesischen Regierung. Als Gegenleistung für die fachmännische Beratung des französischen Designers erklärte sich die Volksrepublik bereit, die Mode des Unternehmers in China zu verkaufen und als Honorar hochwertige Seide und Kaschmir zu liefern.

Computer gegen Kunstreproduktionsrechte

<p>Popova Valeriya/Shutterstock</p>
Popova Valeriya/Shutterstoc

Ebenfalls 1979 stattete der US-Computerhersteller Control Data das Hermitage Museum in Leningrad (heute Sankt Petersburg) mit einem Rechner im Wert von damals drei Millionen US-Dollar aus. Statt Bargeld bekam das Technologieunternehmen dafür mehrere Kunstwerke und erhielt auch die exklusiven Reproduktionsrechte daran.

Lammfleisch gegen Öl

<p>Tobin Akehurst/Shutterstock</p>
Tobin Akehurst/Shutterstoc

Das neuseeländische Handels- und Industrieministerium ging 1982 einen Tauschhandel ein, als es einen Vertrag über Lammfleisch im Wert von 150 Millionen Dollar mit dem Iran abschloss, das mit Öl bezahlt wurde. Heutzutage hätte der Deal einen Wert von rund 360 Millionen Euro.

Milchprodukte gegen Bauxit

<p>Yanawut Suntornkij/Shutterstock</p>
Yanawut Suntornkij/Shutterstoc

Zwischen 1982 und 1984 tauschten die USA Tausende Tonnen überschüssige Milchprodukte sowie andere Lebensmittel gegen große Mengen Bauxit aus Jamaika. Das Aluminiumerz ging in das Vorratslager des amerikanischen Verteidigungsministeriums.

Ladas gegen Bauxit

<p>granada_turnier [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]</p>
granada_turnier [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Die Sowjets waren groß im Tauschgeschäft und gingen Anfang der 1980er-Jahren ebenfalls einen Deal mit Jamaika über Bauxit ein. Im Gegenzug bekam der Karibikstaat dafür Ladas geliefert, die damals relativ häufig auf den dortigen Straßen zu sehen waren.

Pepsi gegen Stolichnaya-Wodka

<p>thekovtun/Shutterstock</p>
thekovtun/Shutterstoc

1974 wurde Pepsi als erste westliche Marke in der Sowjetunion produziert und zwar aufgrund eines bahnbrechenden Tauschgeschäfts: Das Cola-Konzentrat gab es gegen eine Ladung Stolichnaya-Wodka. Die russische Währung Rubel unterlag damals einem Embargo, was Unternehmen kreativ werden ließ. In den USA war der Konzern PepsiCo wiederum der einzige Stoli-Wodka-Vermarkter, bis der Vertrag 2009 an William Grant & Sons überging.

Pepsi gegen Tomatenmark

<p>Olyina V/Shutterstock</p>
Olyina V/Shutterstoc

PepsiCo tauschte das Konzentrat seines Süßgetränks laut der britischen BBC auch gegen sowjetisches Tomatenmark. Damals besaß der Getränkekonzern auch die Schnellrestaurantkette Pizza Hut und das Tomatenmark wurde für die Pizzen in den europäischen Filialen verwendet.

Lammfleisch gegen Industriewaren

<p>Shutterstock</p>
Shutterstoc

1985 unterzeichnete die neuseeländische Fleischbehörde einen Tauschhandel in großem Umfang mit Polen, das zu dieser Zeit unter kommunistischer Kontrolle stand. Gegen Lammfleisch gab es Waren für die Industrie.

Tabak gegen PCs

<p>Chris Sheppard/Shutterstock</p>
Chris Sheppard/Shutterstoc

Simbabwe gehörte lange zu den weltweit führenden Tabakproduzenten und ist auch eines der tauschfreudigsten Länder überhaupt. 1987 erhielt die afrikanische Nation gegen eine Tabaklieferung Isotimpex-Computer aus Bulgarien.

800 Makrelen gegen zwölf Papageientaucher

<p>Johnny Giese/Shutterstock</p>
Johnny Giese/Shutterstoc

In den USA dürfen Zoos gefährdete Tierarten ohne eine Sondergenehmigung weder kaufen noch verkaufen. Eine Gesetzeslücke erlaubt es ihnen jedoch, geschützte Arten ohne eine Erlaubnis zu tauschen, was zu einigen bizarren Deals geführt hat. Das Aquarium in New England zum Beispiel tauschte einmal 800 Makrelen gegen ein Dutzend Papageientaucher.

Tabak gegen Mähdrescher

<p>DPA/PA</p>
DPA/P

Im selben Jahr schloss Simbabwe auch ein Tauschgeschäft mit der DDR ab. Ostdeutschland lieferte Mähdrescher nach Afrika und erhielt dafür große Mengen Tabakblätter.

Asbest gegen Dreiräder

<p>HikoPhotography/Shutterstock</p>
HikoPhotography/Shutterstoc

Ebenfalls 1987 tauschte Simbabwe Asbest gegen Dreiräder aus Indien sowie andere Waren wie Papier, Fotokopierer, Nähmaschinen und Fernsehapparate. Zwar ist der krebserregende Stoff seit 2011 in Indien verboten, doch wird er weiterhin importiert und für Isolierungen im Hausbau und für Bremsbeläge verwendet.

Alteisen gegen Züge

<p>Issouf Sanogo/AFP/Getty</p>
Issouf Sanogo/AFP/Gett

Die Regierung von Zaire, seit 1997 die Demokratische Republik Kongo, nutzte ihre reichlichen Alteisenreserven 1989 für ein lukratives Geschäft mit Italien. Das Metall wurde gegen zwölf Lokomotiven getauscht, die schließlich für die Staatsbahn des afrikanischen Landes im Einsatz waren.

Pepsi gegen Kriegsschiffe und Tanker

<p>Norbert Schiller/AFP/Getty</p>
Norbert Schiller/AFP/Gett

Bereits groß im Tauschgeschäft, ging PepsiCo 1990 einen Drei-Milliarden-Dollar-Deal mit der UdSSR ein, um Pepsi-Konzentrat gegen Wodka und, ob Sie es glauben oder nicht, 17 U-Boote, ein Kreuzfahrtschiff, eine Fregatte, einen Zerstörer sowie mehrere Tanker und Frachter zu tauschen. Die Schiffe wollte der Konzern im Ausland vermieten und verkaufen. Der so genannte Jahrhundertdeal war der größte, den eine US-Firma jemals mit der Sowjetunion abschloss.

Gefrorener Fisch gegen Tiefkühltruhen

<p>Oranoot/Shutterstock</p>
Oranoot/Shutterstoc

Das tunesische Fischereiunternehmen CNP hatte vermutlich nicht genug Geräte, um seinen Fang einzufrieren, weshalb es 1991 mit dem algerischen Staatsunternehmen Enafroid ein Tauschgeschäft abschloss. Gegen gefrorenen Fisch gab es Tiefkühlausrüstung.

Weihrauch gegen Tee

<p>JurateBuiviene/Shutterstock</p>
JurateBuiviene/Shutterstoc

1991 willigte der Sudan ein, China mit Weihrauch zu beliefern, einer der drei Gaben der Heiligen Drei Könige zur Geburt Jesu. Im Gegenzug bekam das afrikanische Land dafür zahlreiche andere Waren aus der Volksrepublik, darunter Tee.

Palmöl gegen Kampfjets

<p>Suriya Desatit/Shutterstock</p>
Suriya Desatit/Shutterstoc

Die malaysische Regierung fand 1994 einen neuen Weg, um 18 russische MiG-29-Kampfflugzeuge zu bezahlen. Das finanziell angeschlagene südostasiatische Land schloss mit Russland einen Handelsdeal im Wert von 550 Millionen US-Dollar (das entspricht heute umgerechnet rund 860 Mio. Euro) ab und beglich fast 20 Prozent der Rechnung mit raffiniertem Palmöl.

Insektenfallen gegen Apache-Hubschrauber

<p>Vadimmmus/Shutterstock</p>
Vadimmmus/Shutterstoc

1995 erklärte sich der US-amerikanische Flugzeughersteller McDonnell Douglas bereit, für die Vereinigten Arabischen Emirate ein ausgeklügeltes System von Insektenfallen zu installieren. Hintergrund war ein 250-Millionen-Dollar-Vertrag – heute wären das rund 385 Millionen Euro – über Apache-Hubschrauber. Zu der Zeit hatte der Golfstaat mit einer Fliegenplage zu kämpfen, die den Gemüseanbau befallen hatte.

Klebreis gegen Frachtflugzeuge

<p>Doraemon9572/Shutterstock</p>
Doraemon9572/Shutterstoc

Thailändischer Klebreis, ein in ganz Südostasien sehr beliebtes Lebensmittel, wurde 1996 zum Bezahlmittel in einem großen Flugzeugdeal. Das indonesische Luftfahrtunternehmen Industri Pesawat Terbang Nusantara (IPTN) lieferte zwei seiner Frachtflugzeuge gegen 110.000 Tonnen Klebreis nach Thailand.

Erdgas gegen freien Durchgang

<p>Karolis Kavolelis/Shutterstock</p>
Karolis Kavolelis/Shutterstoc

1998 gab Bulgarien die Handelswege durch sein Staatsgebiet nach Russland aus Ländern wie Griechenland, Mazedonien und der Türkei frei. Im Gegenzug erhielt das Land kostenloses Erdgas vom russischen Energieunternehmen Gazprom.

Öl gegen Ärzte

<p>Mario Tama/Getty</p>
Mario Tama/Gett

1999 unterzeichnete Venezuelas Präsident Hugo Chávez einen Vertrag mit dem Führer des kommunistischen Kuba, Fidel Castro, in dem es um 100.000 Barrel Rohöl pro Tag für den Inselstaat in der Karibik ging. Im Gegenzug wurden 20.000 kubanische Ärzte und weitere Fachleute nach Südamerika geschickt.

Hühnerfleisch gegen Kampfjets

<p>Shutterstock</p>
Shutterstoc

Die thailändische Regierung schloss 2005 einen Vertrag mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin ab, in dem die Bezahlung mehrerer F16-Kampfjets durch Tausende Tonnen Hühnerfleisch geregelt wurde. Der damalige thailändische Verteidigungsminister Thammarak Isarangura kommentierte den Tauschhandel damals mit den folgenden Worten: „Beide haben Flügel und können fliegen.“ Allerdings machte ein Putsch in Thailand die Abmachung im folgenden Jahr zunichte.

Kupfer und Kobalt gegen Eisenbahnen und Krankenhäuser

<p>Samir Tounsi/AFP/Getty</p>
Samir Tounsi/AFP/Gett

2008 tat sich die Demokratische Republik Kongo (ehemals Zaire) mit der China Railway Engineering Corporation zusammen, um ein Mega-Kompensationsgeschäft im Wert von neun Milliarden US-Dollar abzuschließen, was einem heutigen Wert von rund 10 Milliarden Euro entspricht. Der afrikanische Staat lieferte enorme Mengen an Kobalt und Kupfer nach China, das wiederum den Bau von unter anderem Eisenbahnschienen, Straßen und Krankenhäusern übernahm.

Palmöl und Kaffee gegen Kampfflugzeuge

<p>Borka Kiss/Shutterstock</p>
Borka Kiss/Shutterstoc

Ähnlich wie der Deal 1994 zwischen Malaysia und Russland kündigte auch die indonesische Regierung 2017 an, Palmöl, Kaffee und andere Rohstoffe gegen elf russische Kampfflugzeuge vom Typ Sukhoi Su-35 zu tauschen. Das Geschäft wurde als erfolgreicher Versuch gewertet, um die US-Handelssanktionen gegen Russland, den Iran, Venezuela und andere Länder zu umgehen.

Öl gegen Zucker und Volkswagen-Bausätze

<p>PRESSLAB/Shutterstock</p>
PRESSLAB/Shutterstoc

Nigeria, ein weiteres Land, das viel Tauschhandel betrieb, verschiffte 1985 Öl im Wert von 500 Millionen US-Dollar nach Brasilien, was einem heutigen Wert von umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro entspricht. Im Gegenzug schickte das südamerikanische Land über 250.000 Tonnen Zucker und 500.000 Volkswagen-Bausätze nach Afrika.

Öl gegen Basmatireis

<p>Nipol Plobmuang/Shutterstock</p>
Nipol Plobmuang/Shutterstoc

Der Iran, in seinem Handel stark durch die US-Sanktionen eingeschränkt, belebte vor Kurzem ein Abkommen mit Indien wieder, in dem es um den Austausch von Öl gegen Basmatireis ging. Der Iran ist tatsächlich der größte Exportmarkt für den Duftreis.