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WOCHENAUSBLICK: Konjunktur- und Inflationssorgen bleiben am Aktienmarkt dominant

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das mittlerweile entfesselte Inflationsgespenst dürfte auch in der neuen Woche sein Unwesen am deutschen Aktienmarkt treiben. Die Furcht vor weiter stark steigenden Preisen geht einher mit der Angst, dass die Zentralbanken bei der Bekämpfung der hohen Teuerung nicht allzu viel Rücksicht auf die Konjunktur nehmen. Schließlich können stark steigende Zinsen das Wirtschaftswachstum abwürgen, weil teurere Kredite sowohl die Investitionen als auch den Konsum dämpfen können.

Insofern beobachtet Chefvolkswirt Jörg Krämer von der Commerzbank derzeit eine gewisse Lethargie bei den Anlegern. Denn die Inflation dürfte seiner Meinung nach sowohl im Euroraum als auch in den USA im Juni anders als noch vor kurzem erhofft neue Höchststände erreichen. Gründe dafür seien das coronabedingt reduzierte gesamtwirtschaftliche Angebot an Waren und Dienstleistungen sowie der Umstand, dass die meisten westlichen Regierungen zur Stützung der Konjunktur die gesamtwirtschaftliche Nachfrage angefacht haben.

In diesem Umfeld werde der Markt seine Erwartungen für die Leitzinsen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) wohl weiter nach oben revidieren, fuhr Krämer fort. Der Anstieg der Anleiherenditen dürfte noch nicht durch sein. Diese Aussicht und damit einhergehende Rezessionsängste insbesondere in den USA "liegen wie Mehltau auf den Aktienmärkten".

Die Fed hatte ihren Leitzins jüngst stark um 0,75 Prozentpunkte erhöht. Es war der größte Zinsschritt seit fast 30 Jahren. Während dies die Anleger nicht groß überrascht hatte, erwischte sie die unerwartet deutliche Anhebung des Leitzinses in der Schweiz um 0,50 Prozentpunkte auf dem falschen Fuß.

Das Gegensteuern der Zentralbanken werde eine sehr schwierige Aufgabe, sagte Markus Zschaber, Gründer der VMZ Vermögensverwaltungsgesellschaft. "Die Zinsen zu erhöhen, ohne die Wirtschaft nachhaltig negativ zu beeinflussen, erfordert ein hohes Maß an Bewertungsgenauigkeit."

Für die charttechnisch angeschlagenen Aktienmärkte erwartet Analyst Volker Sack von der Landesbank NordLB neue Impulse daher erst mit Beginn der Berichtssaison der Unternehmen. Bei einer prognostizierten volatilen Seitwärtsbewegung dürften die Blicke vieler Marktteilnehmer bis dahin auf den Nachrichtenfluss zu den Notenbanken gerichtet sein.

Erst am Mittwoch hatten Europas Währungshüter für Schlagzeilen gesorgt: Der EZB-Rat war zu einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung zusammengekommen, "um die aktuelle Marktlage zu erörtern". Denn zuletzt waren die Kapitalmarktzinsen in südeuropäischen Ländern besonders deutlich gestiegen. Das heißt: Für Länder wie Italien wird es teurer, sich am Markt frisches Geld zu besorgen, weil sie Investoren wieder höhere Zinsen bieten müssen. Das könnte für diese Staaten angesichts ohnehin gewaltiger Schuldenberge zum Problem werden. Nun beschleunigt die Notenbank die Arbeiten an einem neuen Anti-Kriseninstrument.

Ein aus Anlegersicht ernüchterndes Fazit zog Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank: "Die nun absehbare Wirtschaftsschwäche ist es, die an den Aktienmärkten die Kurse nach unten drückt." Im Wirtschaftsablauf stellten solche Schwankungen eigentlich den Normalfall dar. Die Corona-Pandemie sowie der Krieg in Osteuropa sorgten allerdings dafür, dass die Unsicherheiten gegenwärtig doppelt hoch seien.

Für etwas mehr Klarheit könnten gegen Ende der neuen Woche frische Konjunkturdaten sorgen. Am Donnerstag stehen Stimmungsindikatoren für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor im Blick, bevor am Freitag das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen in den USA und hierzulande vor allem der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex für Aufmerksamkeit sorgen dürften./la/bek/stw

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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