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WOCHENAUSBLICK: Dax könnte weiter an 10 500er-Marke festhängen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hängepartie am deutschen Aktienmarkt könnte sich fortsetzen. Immer mehr Unternehmen veröffentlichen in der neuen Woche Quartalszahlen. Rund ein Drittel der 30 Dax-Konzerne <DE0008469008> lässt sich in die Bücher schauen, darunter illustre Namen wie Bayer <DE000BAY0017> und BASF <DE000BASF111>, Volkswagen <DE0007664039> und Daimler <DE0007100000> oder die Deutsche Bank <DE0005140008>. Investoren werden wohl vor allem darauf schauen, ob die Unternehmen angesichts der Corona-Krise überhaupt Aussagen für die kommenden Monate wagen - und wie diese ausfallen. Viel Optimismus ist wohl nicht zu erwarten. Am Freitag, dem ersten Mai, findet derweil feiertagsbedingt kein Handel statt.

Ihre Jahresziele haben viele börsennotierte Unternehmen zuletzt bereits einkassiert. Zu groß sind noch immer die Unwägbarkeiten, die mit dem neuartigen Coronavirus einher gehen. Daher werden auch die Zahlen der Infizierten in wichtigen Volkswirtschaften die Richtung an den Börsen mitbestimmen. Viele Anleger hoffen auf Lockerungen der vielen Einschränkungen und auf die Wiederaufnahme der Produktion und Dienstleistung in den betroffenen Branchen.

"Im Moment läuft die gesamte Wirtschaft auf Sparflamme. Erst wenn sie wieder hochgefahren wird, werden sich die wahren Schäden der Krise zeigen", sagte Marktexperte Sascha Sadowski vom Online-Broker Lynx. Nur peu a peu dürfte also klar werden, wie viele Geschäfte und Unternehmen trotz Finanzhilfen letztlich auf der Strecke blieben und wie viele Arbeitsplätze dauerhaft verloren seien. "Das wiederum macht eine Prognose der künftigen Nachfrage quasi unmöglich", lautete Sadowskis Fazit.

Abwarten lautet also die Devise. Das haben Anleger zuletzt ähnlich gesehen. Weder viel nach oben noch nach unten ging es am deutschen Aktienmarkt in den zurückliegenden zwei Wochen. Der deutsche Leitindex pendelte in einer relativ engen Spanne um die Marke von 10 500 Punkten auf und ab. "Der Dax hat sich komfortabel über 10 000 Punkten eingerichtet", sagte Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Zuvor hatte sich der Leitindex kräftig erholt vom großen Börsen-Crash.

"Die Politik sollte jeden Spielraum nutzen, um die Beschränkungen für die Unternehmen und ihre Beschäftigten weiter zurückzunehmen", riet Chefvolkswirt Jörg Krämer von der Commerzbank. Auf Sicht zu fahren, reiche aber nicht aus. "Stattdessen brauchen die Unternehmen eine Öffnungsvision, damit sie das Hochfahren der Produktion vorbereiten können und die Wertschöpfungsketten wieder ineinander greifen", forderte der Ökonom.

Zur Nebensache könnten in der neuen Börsenwoche die Sitzungen der Notenbanken werden. Am Mittwoch tagt die Federal Reserve und am Donnerstag die Europäische Zentralbank. Viele Beobachter sind der Ansicht, dass die Währungshüter in der Corona-Krise geklotzt und nicht gekleckert haben. Damit könnte das geldpolitische Pulver aber verschossen sein. "Allenfalls dürfte an der einen oder anderen Stelle noch feingesteuert werden", vermutet die Bayerische Landesbank.