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Wissenschaft oder Fiktion: Forschende grenzen Suche nach Wurmlöchern ein

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Ein Team russischer Astro-Physiker*innen vermutet in sogenannten Aktiven Galaxienkernen Eingänge zu Wurmlöchern. In der Theorie wären damit Zeitreisen möglich.

Zeitreisen durch ein Wurmloch sind bislang Science-Fiction. Doch wie lang noch? Foto: Symbolbild / gettyimages / AaronHorowitz
Zeitreisen durch ein Wurmloch sind bislang Science-Fiction. Doch wie lang noch? Foto: Symbolbild / gettyimages / AaronHorowitz

Das Universum hat erstaunliche Ausmaße und dehnt sich immer weiter aus – was Weltraumreisen zu fernen Zielen auf direktem Wege im Rahmen eines Menschenlebens unmöglich macht. Deshalb springen Raumschiffe im Science-Fiction-Genre gerne durch Wurmlöcher.

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Dabei handelt es sich um kosmische Abkürzungen, die weit entfernte Orte durch eine Krümmung in der Raumzeit erreichbar machen. Die Raumzeit ist ein Denkmodell, aufgestellt vor beinahe 100 Jahren von Albert Einstein, das den dreidimensionalen Raum und die eindimensionale Zeit miteinander gekoppelt betrachtet.

Suche nach Strahlung und extreme Hitze

Die Raumzeit kann demnach durch starke Gravitation beeinflusst werden. Dadurch kommen sich zwei, eigentlich auf einer Ebene gelegenen Orte, näher. Bei starker Gravitation und starker Krümmung können theoretisch Wurmlöcher entstehen und zwei ferne Punkte im Weltraum miteinander verbinden. Bewiesen ist das aber bislang nicht.

Wie Motherboard berichtet, haben Forschende am „Pulkowo-Observatorium“ – das zentrale Observatorium der „Russischen Akademie der Wissenschaften“ – nun eine neue Idee vorgeschlagen, um nach Wurmlöchern zu suchen.

Das Team unter der Leitung von Mikhail Piotrovich möchte sogenannte „active galactic nucleus“ (AGN), das sind Zentralregionen einer Galaxie, untersuchen. Diese Kerne senden große Mengen Strahlung aus.

In einer Studie, veröffentlicht im Journal „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ schreiben die Forschenden, dass es sich bei diesen AGNs vielleicht nicht um „supermassereiche Schwarze Löcher“ handelt. Sondern um Eingänge zu Wurmlöchern.

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Diese Wurmlöcher müssten dann eine charakteristische Art von Strahlung aussenden, die gemessen und untersucht werden könnte. Demnach erwarten die Forschenden, dass die AGNs hochenergetische Gammastrahlen und extrem heißes Plasma, das bis zu zehn Billionen Grad Celsius erreichen könnte, aussenden.

Der nächste Eingang zu einem Wurmloch liegt nicht gerade um die Ecke

Wenn die Signatur der Strahlung mit diesen theoretischen Überlegungen der Forschenden übereinstimmt, könnte das ein Beweis für die Existenz von Wurmlöchern sein. Piotrowitsch sagt dazu Motherboard: „Eine spannende Konsequenz wäre, dass es sich bei Wurmlöchern um natürliche Zeitmaschinen handelt. Die Wurmlöcher, die wir in Betracht ziehen, könnten sogar mit einem Raumschiff passierbar sein.“ Noch wüssten sie aber viel zu wenig über die Struktur dieser „natürlichen Zeitmaschinen“ - und auch, ob sie denn tatsächlich existierten.

Selbst dann liegt der nächste AGN nicht um die Ecke: Er ist Millionen Lichtjahre von der Milchstraße, der Galaxie der Erde, entfernt. Zum Vergleich: Die Distanz zwischen Erde und Sonne beträgt im Mittel etwa 150 Millionen Kilometer, was nicht mal zehn Lichtminuten sind. Eine Lichtminute sind umgerechnet 0,00001 Lichtjahre.

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