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Wetterfühligkeit: Dieses Wetter macht mich krank!

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Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Erschöpfung, schlechter Schlaf, gedrückte Stimmung und ein allgemeines Unwohlsein überfällt regelmäßig jene Menschen, die unter Wetterfühligkeit leiden. An einem Tag Schwitzen bei 30 Grad, am nächsten Frösteln bei Nieselregen – besonders die starken Temperaturwechsel machen dem Organismus zu schaffen. Lesen Sie hier, was die Ursachen der Wetterfühligkeit sind und wie Sie sich dagegen wappnen können.

„Wetter und Klima sind Reize, die auf unseren Körper einwirken, und darauf reagieren manche Menschen einfach sensibler als andere“, sagt Dr. Johannes Naumann vom Universitätsklinikum Freiburg im Interview mit Yahoo! Deutschland. Bei bis zu 50 Prozent aller Menschen schafft es der Körper nicht mehr alleine, adäquat auf Temperatur-und Luftdruckwechsel zu reagieren.

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Zu sehr ist er daran gewöhnt, dass ihm diese Arbeit von außen abgenommen wird. Klar, heutzutage halten wir uns überwiegend in geschlossenen Räumen auf, genießen die Vorzüge von Klimaanlagen und Heizungen und verlassen das Haus bei Gewitter oder Eisschranktemperaturen nur noch dann, wenn es unbedingt nötig ist. Der Organismus verlernt seine Fähigkeit, Schwankungen der Temperatur und anderer Klimafaktoren auszugleichen.

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Dazu kommen weitere Wetterphänomene wie beispielsweise Föhn. Vor allem Leute mit niedrigem Blutdruck fühlen sich dann schnell etwas zittrig auf den Beinen. Und auch den so genannten Spherics wird ein Einfluss auf die Wetterfühligkeit nachgesagt. Spherics sind elektromagnetische Wellen, die im Vorfeld eines Gewitters oder von Schlecht- oder Schönwetterfronten entstehen oder aber, wenn kalte und warme Luftmassen aufeinanderprallen. Wie genau sie wirken ist wie so vieles auf diesem Gebiet nicht erschöpfend erforscht. Es wird aber vermutet, dass sie die elektrische Reizübertragung des Nervensystems beeinflussen.

Wetterfühligkeit ist keine Krankheit

Bei all den unangenehmen Problemen, did das Wetter für Betroffene mit sich bringen kann, muss man eines festhalten: Wetterfühligkeit ist keine Krankheit. „Es kommt auch selten vor, dass jemand alleine wegen seiner Wetterfühligkeit zum Arzt geht“, sagt der Umweltmediziner und Klimatologe aus Freiburg. Dazu kommt, dass unspezifische Symptome wie beispielsweise Kopfschmerzen von Betroffenen oft dem Wetter zugeschrieben werden - wirklich belegen lässt sich ein Zusammenhang aber nicht. „Man hat immer wieder versucht, Menschen in Klimakammern gezielt bestimmten Reizen auszusetzen. Dabei kam aber heraus, dass sie unter diesen Voraussetzungen oft weit weniger auf bestimmte Reize reagieren als sie es subjektiv in der Realität tun.“

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Zudem unterscheiden Mediziner auch zwischen Wetterfühligkeit und Wetterempfindlichkeit. Letztere betrifft Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie beispielsweise Asthma, Rheuma, Herz-Kreislauferkrankungen oder Migräne, deren Beschwerden durch das Wetter verstärkt werden. Auch Narben oder alte Knochenbrüche können bei bestimmten Wetterlagen wieder anfangen zu schmerzen.

Jeder kann sich selbst wappnen

Das Tröstende an der Wetterfühligkeit, die etwas diffus daherkommt und mit der viele Betroffene nicht richtig umzugehen wissen: Jeder kann selbst dafür sorgen, seine Beschwerden zu lindern. „In diesem Fall bestehen Vorsorge und Therapie aus denselben Maßnahmen“, sagt Dr. Naumann. „Sich den Reizen bewusst auszusetzen und dadurch einen Trainingseffekt zu erzielen.“

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Hilfreich ist es schon, sich nicht immer in die dickste Jacke zu packen, sondern auch einmal ein bisschen leichter bekleidet hinauszugehen und die Kälte durch Bewegung auszugleichen. Schwitzen in der Sauna und anschließende Abkühlung an der frischen Luft oder unter der kalten Dusche fallen auch in diese Kategorie, genauso wie ein Ausflug in die Berge, wo der Körper mit einem anderen Luftdruck und mehr Kälte konfrontiert wird. Wenn einem am Atlantik mal so richtig der Wind um die Nase weht – aus medizinischer Sicht ist das super.

„Die Reize sollten der persönlichen Empfindlichkeit natürlich angepasst werden. Barfußlaufen im Winter oder Eisschwimmen sind nur etwas für sehr Abgehärtete“. Der Trainingseffekt setzt übrigens relativ schnell ein, bei jüngeren Leuten schon ab ein paar Wochen, mit zunehmendem Alter etwas später. Wer trotzdem regelmäßig und deutlich unter Beschwerden leidet, die durch das Klima verursacht werden, hat auch Chancen auf eine von der Krankenkasse bezahlte Kur in bestimmten Heilklimazonen wie zum Beispiel an der Nordsee, im Hochgebirge oder auch im Schwarzwald. „Zugegeben ist das nicht immer leicht durchzusetzen, aber in jedem Fall ratsam“, meint der Mediziner.

(Autorin & Interview: Ann-Catherine Karg / Bilder: Getty Images)