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Warum Werder das große Zittern droht

Tobias Holtkamp
·Lesedauer: 3 Min.
Warum Werder das große Zittern droht
Warum Werder das große Zittern droht

In Bremen wägten sie sich schon in Sicherheit. Nicht öffentlich, aber im tiefen Innern. Nach einem etwas glücklichen 2:0 in Bielefeld, Anfang März, dem schon ein Unentschieden in Köln und ein Heimsieg gegen Frankfurt vorausgegangen waren, atmeten alle tief durch.

Endlich war der Vorsprung groß genug auf die Abstiegsränge. Neun Punkte.

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Genau diese frühe Vorfreude auf ein weiteres Jahr Bundesliga kann im entscheidenden Saisonviertel jetzt zum Bumerang werden. Und es gibt noch zwei weitere Punkte, die plötzlich gegen Werder sprechen.

Falsche Sicherheit kann zum Verhängnis werden

Es ist kein großes Geheimnis, dass Fußball vor allem im Kopf gespielt wird. Wenn zum Beispiel das Selbstbewusstsein einmal verloren gegangen ist, kann die Suche nach breiter Brust und mutigem Auftreten Wochen, sogar Monate dauern. In Bremens Fall ist es etwas anders: Ein unterbewusstes "geschafft" wieder aus der Birne, aber vor allem aus den Knochen zu bekommen, ist eine große Aufgabe.

Wieder auf höchstes Wettkampflevel zurückzukehren, wenn du überall und von allen impliziert bekommen hast, durch zu sein, den Klassenerhalt im Grunde geschafft zu haben, das ist brutal.

Doch genau dieses höchste Wettkampflevel braucht Werder Bremen, um in der Bundesliga zu bestehen. Dazu kommt immer das große Hoffen, dass andere eine noch schwierigere Saison erwischen - was auch in diesem Jahr wieder so ist. (Die Tabelle der Bundesliga)

Schalkes Absturz ist historisch, sie sind weit abgeschlagen und haben einen der hintersten Plätze fest gebucht.

Werder droht der Rückfall auf den Relegationsplatz

Köln könnte die Nummer 2 werden. Der FC wirft sechs Spieltage vor Saisonende jetzt noch mal alles durcheinander, setzt auf den erfahrenen Friedhelm Funkel, ein Paradigmenwechsel zum gefeuerten Markus Gisdol, der irgendwie nicht zum emotionalen Verein (und der für ihn zusammengekauften Mannschaft) passte.

Aber zurück nach Bremen: Werder, zuletzt vier Niederlagen in Serie, hat alle Chancen, noch auf den Relegationsplatz abzurutschen. Mainz wirkt stärker und im Aufwind, auch Bielefeld kam zuletzt zu guten Ergebnissen, scheint wachgerüttelt unter Neu-Trainer Frank Kramer. Verliert Hertha am Sonntag in Mainz, sind auch die Berliner voll mit drin. Dann wird es ein Dreikampf gegen Platz 16.

Auf dem Papier hat Bremen nicht nur die meisten Niederlagen in Folge, sondern auch das schwierigste Restprogramm. Nach Dortmund und Mainz geht's zu Union, danach noch Leverkusen und zum Abschluss Mönchengladbach. Nur Augsburg zwischendrin scheint etwas leichter. Für alle anderen geht es auch noch um etwas, Bayer und Gladbach werden bis zuletzt um die Europapokalplätze kämpfen.

Werder Bremen fehlt die Perspektive

Zu guter Letzt ist es die Perspektive, die Werder aktuell fehlt. Der Hoffnungsschimmer am Horizont, die realistische Aussicht darauf, dass es bald wieder um mehr geht. Darum, etwas zu erreichen - statt immer nur etwas zu verhindern.

Wie den Abstiegskampf, oder eben den Abstieg. Die Pandemie hat Werder, das ausgerechnet in den Monaten zuvor mit über 25 Millionen Euro allein an Ablösesummen wirtschaftlich ins Risiko gegangen ist, stark zugesetzt.

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Die Konsolidierungsphase wird Jahre dauern, die große Fantasie, mit der vielleicht neue Partner und besondere Spieler begeistert werden könnten, existiert im Moment nicht. Es geht darum, in der Klasse zu bleiben - und vielleicht irgendwie auch den Anschluss zu halten zu Klubs wie Stuttgart, Freiburg oder Union Berlin.

Viele andere, mit denen die Bremer mal vor gar nicht langer Zeit auf Augenhöhe waren, Eintracht Frankfurt zum Beispiel oder Mönchengladbach, sind in ihren Möglichkeiten längst weit enteilt.

Werder muss jetzt drin bleiben - es wird eng bis zum Schluss.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".